Windkraft contra Kraniche

Ministerpräsident Platzeck sagt Sicherung für Kranichrastplatz in Brandenburg zu

Presseinformation vom 24. März 2003

Berlin/Stuttgart. Nordwestlich von Berlin sagen sich Kraniche und Gänse gute Nacht. Zu den Hoch-Zeiten des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst sind es bis zu 45.000 Kraniche und 50.000 Saat- und Blässgänse, die das Rhin-Havel-Luch unweit der Stadt Nauen im Havelland zu einem der wichtigsten Vogelrastplätze in Mitteleuropa machen. Fast wäre die Vogel-Idylle jetzt unter die Windräder gekommen. Der Regionalplan sieht für das Gebiet die Errichtung 76 großer Windräder vor, was nach den Befürchtungen der Artenschutzexperten von EuroNatur empfindliche Störungen des Flugkorridors zwischen den beiden bedeutendsten Kranichschlafplätzen zur Folge hätte und auch das Einzugsgebiet der an den Linumer Seen rastenden Saat- und Blässgänse in Mitleidenschaft ziehen würde.

Doch nun gibt es eine gute Nachricht für Tiere und Naturschützer: "Ministerpräsident Matthias Platzeck sieht gute Chancen dafür, dass die Pläne aufgrund der inzwischen vorgebrachten Bedenken aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes von der Regionalen Planungsgemeinschaft in diesem Sinne neu abgewogen werden", freut sich EuroNatur-Präsident Claus-Peter Hutter.

Windkraft ist ein heiß diskutiertes Thema, das selbst vermeintlich eingeschworene Umweltschützer gegeneinander aufbringt. Die Windmühlen der neuesten Generation sollen eine Gesamthöhe von 133 Metern und Rotordurchmesser von 70 Metern haben. Die scheinbar gemächlich rotierenden Flügel erreichen dann an ihren Spitzen Höchstgeschwindigkeiten von über 270 Kilometern pro Stunde. EuroNatur Präsident C.-P. Hutter: "Die scheinbar so umweltfreundliche Windkraft wird dann zum vogelmordenden Groß-Schredder." Das Beispiel in Brandenburg zeige, dass Vorbehalte gegenüber Windkraftanlagen durchaus berechtigt sein können. Jede Anlage stellt eine Belastung für das Landschaftsbild und Gefahren vor allem für ziehende Vögel und Fledermäuse dar. Deshalb müssen die Standorte mit viel Bedacht ausgewählt werden, und es ist dringend notwendig, entsprechende Umweltgutachten abzuwarten, bevor mit dem Bau solcher Anlagen begonnen wird."

Ausführliches Positionspapier der Stiftung EuroNatur zum Thema Windkraft.

 

Bei Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Straße 22

78315 Radolfzell

Tel. (07732) 92 72-0

Fax (07732) 92 72 22

e-mail: info(at)euronatur.org

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