In der Ruhe liegt die Kraft

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© Heiko Arjes

Waschbären erfreuen sich in Deutschland unterschiedlicher Beliebtheit. Für die einen bedeuten die  Kletterkünstler und Allesfresser eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Singvogelbestände. Für andere sind sie das niedliche Tier mit der markanten Banditenmaske. Unabhängig davon, sind sie für mich als Naturfotograf stets ein willkommenes Fotoobjekt. Obwohl die erst vor etwa 70 Jahren in Deutschland eingewanderten Tiere relativ häufig sind, bekommen sie die meisten von uns in freier Natur nur selten zu Gesicht ... und wenn doch, dann meist unverhofft. So auch an diesem Abend im Juli.

Ich war in den Wald gefahren, um verschiedene Waldbestände fotografisch zu dokumentieren. In einem Kiefernbestand nahm ich durch den Sucher der Kamera plötzlich eine Bewegung wahr. Eine Waschbärmutter unternahm mit ihren beiden Jungen hoch oben in den Wipfeln der Nadelbäume eine Erkundungstour. Ich reagierte schnell und lief zum Auto, um das Weitwinkelobjektiv gegen das große Teleobjektiv zu tauschen. Das blieb der wachsamen Mutter nicht verborgen. Schnell rutschte sie mit ihren Jungen den Stamm hinab, um das Weite zu suchen. Doch stopp, es war nur ein Junges mit vom Baum geflohen. Das mutigere, welches am weitesten den Stamm hinauf geklettert war, hatte den Anschluss verpasst. Nun war es zu spät, um der Mutter und dem Geschwisterchen zu folgen. Es war mir, als würde es mich taxieren um abzuschätzen, ob ich wohl in der Lage wäre, den Baum hinaufzuklettern. Ich konnte (und wollte) nicht. Mit seiner Einschätzung richtig liegend, klammerte es sich an den Stamm, um die Situation in Ruhe abzuwarten.

Um dem Familienglück nicht länger im Wege zu stehen, zog ich mich nach kurzer Zeit und ein paar gelungenen Fotos zurück.

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© Heiko Arjes (privat)

Heiko Arjes ist Förster in der Senne bei Paderborn. Seine Freizeit verbringt der Naturliebhaber und Fotograf zu einem großen Teil hinter der Kamera. Seine Motive findet er in der Regel im Umkreis seines Wohnortes. Besonders interessiert ihn dabei die Beziehung zwischen Mensch und Natur. EuroNatur ist er seit vielen Jahren durch verschiedene Begegnungen und Kontakte verbunden. Im Jahr 2017 wurde der Waldexperte  in das EuroNatur-Kuratorium berufen.

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