Ausgabe 9 (Dezember 2012)

Europas Braunbären unter Druck

EuroNatur-Newsletter Nr. 9, Dezember 2012



Liebe Freundinnen und Freunde von EuroNatur,

es ist ruhig geworden um den Bündner Braunbären M13, der in den vergangenen Wochen und Monaten in der Südostschweiz für Wirbel gesorgt hat. Gerade noch rechtzeitig hat er sich Ende November in die Winterruhe verabschiedet. Nachdem er auf seiner Suche nach Futter unter anderem mehrere Schafe gerissen und zwei Bienenstöcke geplündert hatte, forderten einige Stimmen bereits seinen Kopf. Nun ist er fürs Erste in Sicherheit. Doch sobald er im Frühjahr erwacht, dürfte die Debatte um seinen Abschuss wieder aufflammen.


Um Konflikte künftig im Vorfeld zu vermeiden, müssen Naturschützer, Behörden und Viehhalter an einem Strang ziehen und potentielle Bärengebiete optimal auf die Rückkehr der Bären vorbereiten. Denn ein Nebeneinander von Mensch und Bär ist möglich! Das zeigt sich unter anderem im Kantabrischen Gebirge in Nordspanien, wo sich EuroNatur gemeinsam mit seiner Partnerorganisation Fapas seit Jahren für den Schutz der braunen Petze einsetzt. Dank unserer beharrlichen Arbeit gibt es dort heute mehr als doppelt so viele Braunbären wie noch vor zehn Jahren.


Doch diese positive Entwicklung steht seit der Wirtschaftskrise wieder auf dem Spiel. Aufgrund der verheerenden wirtschaftlichen Lage im Land versuchen immer mehr Menschen, sich durch das illegale Töten von Wildtieren ein Zubrot zu verdienen. Auch Bären werden immer öfter Opfer von Schlingfallen und Gewehrkugeln (lesen Sie hierzu unseren ersten Beitrag).


Mit vorweihnachtlichen Grüßen

Gabriel Schwaderer


Im Visier der Wilderer

© EuroNatur
Die Bären werden immer wieder Opfer von Wilderern (Bild: EuroNatur). © EuroNatur

Vor etwa 20 Jahren war die Wilderei im Kantabrischen Gebirge in Nordspanien ein schier unlösbares Problem. Dank des beharrlichen Einsatzes von EuroNatur und seinem spanischen Partner Fapas ist es gelungen, diese zumindest im Westen der Kordilleren mehr und mehr einzudämmen. Doch seit Beginn der Wirtschaftskrise nimmt das illegale Töten von Wildtieren in dieser Region wieder zu...

 

Lesen Sie mehr im Faltblatt „Im Visier der Wilderer – Spaniens letzte Bären“

 

 

Ein bärenstarkes Geschenk!

© Heinz Lehmann
EuroNatur kämpft für den Schutz von Europas Braunbären (Bild: Heinz Lehmann). © Heinz Lehmann

Weihnachten naht mit großen Schritten und damit auch der alljährliche Geschenkestress. Schlagen Sie dem Konsumterror ein Schnippchen und verschenken Sie zu Weihnachten eine Bären-Patenschaft. Damit helfen Sie uns unter anderem, die Lebensräume von Europas letzten Bären zu sichern und die Wilderei zu bekämpfen.

 

Mehr Informationen zur Bärenpatenschaft

 

Entscheidung für den Wolf

© Wolf Steiger
Erfährt Rückendeckung durch den Europarat: der Wolf (Bild: Wolf Steiger). © Wolf Steiger

Abgeblitzt! Der ständige Ausschuss der Berner Konvention lehnte einen Vorstoß der Schweiz ab, den Wolfschutz aufzuweichen. Damit bleibt der Wolf in Europa weiterhin streng geschützt...

 

Zur Meldung vom 4. Dezember

 

 

 

Luchse auf Sendung

© MES/SCOPES, SNF
Neu besendert: Balkanluchs Riste (Bild: MES / Scopes, SNF). © MES/SCOPES, SNF

Der diesjährige November bot für EuroNatur-Partner MES wahrhaft Anlass zu feiern. So ist es den mazedonischen Naturschützern zum dritten Mal gelungen, einen Balkanluchs einzufangen und mit einem GPS-Sendehalsband auszustatten. Doch damit nicht genug: Nur wenige Tage nach dem Fang von Balkanluchs „Martin“ ging wieder eine der scheuen Katzen in die Falle. Dieses Mal ein alter Bekannter: Balkanluchs „Riste“ war bereits im März dieses Jahres besendert worden. Gerade noch rechtzeitig gelang es den Luchsexperten der MES, die altersschwache Batterie seines Sendegeräts auszuwechseln...

 

Lesen Sie mehr über den Fang von Balkanluchs Martin

Lesen Sie mehr über den erneuten Fang von Balkanluchs Riste

 

 

Luchse im Fokus

© BLRP / SCOPES, SNF
Geblitzt: Balkanluchs im gebirgigen Norden Albaniens (Bild: PPNEA / SCOPES, SNF). © BLRP / SCOPES, SNF

Auch aus Albanien gab es in den letzten Wochen erfreuliche Nachrichten. Dort gelang es unserer Partnerorganisation PPNEA seit vergangenem September, drei Balkanluchse mit einer Fotofalle abzulichten: zwei in der Region Puka im Norden Albaniens und einen im Shebenik-Jablanica-Nationalpark im albanisch-mazedonischen Grenzgebiet...

 

Mehr über das „Blitzlichtgewitter“ im Norden Albaniens

Mehr über den Fotofallenerfolg im Shebenik-Jablanica-Nationalpark

 

 

Naturschätze unterm Weihnachtsbaum

© Katharina Grund
Naturschätze im Großformat: Der EuroNatur-Kalender 2013 © Katharina Grund

Sie wollen Ihren Lieben etwas Ausgefallenes zu Weihnachten schenken? Wie wäre es mit einem Seeadler beim Fischfang, im Regen plantschenden Fröschen oder einem verzauberten Herbstwald? Diese Naturschätze und neun weitere Sahnestückchen des diesjährigen Fotowettbewerbs „Naturschätze Europas“ können Sie im aktuellen EuroNatur-Kalender 2013 bewundern. Ein ideales Weihnachtsgeschenk für alle Naturliebhaber! Es sind nur noch wenige Exemplare auf Lager, jetzt schnell bestellen!

 

Zum Online-Shop der EuroNatur Service GmbH

 

 

Werden Sie Schatzsucher!

© Andreas Volz
Eines der Siegerbilder im Fotowettbewerb 2012: "Alpenmurmeltiere " von Andreas Volz. © Andreas Volz

Naturfreunde und -fotografen aufgepasst: Der große EuroNatur-Fotowettbewerb „Naturschätze Europas“ geht in eine neue Runde. Begeben Sie sich auf Schatzsuche und schicken Sie und uns die schönsten und aussagekräftigsten Fotos von Tieren, Pflanzen oder Landschaften in Europa! Lassen Sie sich von den besten Bildern des diesjährigen Wettbewerbs inspirieren: Die 12 Siegerfotos sowie 20 weitere herausragende Aufnahmen sind noch bis zum 23. Dezember in einer Ausstellung auf dem Tollwood-Festival in München zu sehen.

 

Sehen Sie die Bilder der Ausstellung

 

EU-Parlament kritisiert Fracking

© Walter Venne
Trinkwasserschutzgebiete wie die Senne sind durch Fracking gefährdet (Bild: Walter Venne). © Walter Venne

Verseuchtes Grundwasser, zerstörte Böden und hoher Wasserverbrauch – „Fracking“ gilt als umweltschädigend und risikoreich. Jetzt hat auch das EU-Parlament die umstrittene Erdgas-Fördermethode kritisch unter die Lupe genommen und Maßnahmen zum Schutz von Natur und Bevölkerung gefordert...

 

Zur Meldung vom 28. November 2012

Drau-Mur-Zusammenfluss wird nicht verbaut

© Anton Laut
Die Mur-Mündung in die Drau ist ein wertvoller Lebensraum für seltene Arten wie den Schwarzstorch (Bild: Anton Laut). © Anton Laut

Gute Nachrichten für Schwarzstorch, Fischotter, Eisvogel & Co.: Das kroatische Umweltministerium hat beschlossen, den Zusammenfluss von Drau und Mur nicht zu regulieren. Die Entscheidung ist ein wichtiger Schritt, um die einmalige Flusslandschaft zu bewahren. Wird sie außerdem ein Signal für den Stopp weiterer Eingriffe in bedeutende Flussökosysteme Kroatiens aussenden?


Lesen Sie mehr in der Kurzmeldung vom 23. November 2012

 

 

Kurzfilmtipp „Gemeinsam für Polens Grüne Lunge“

© Lutz Ribbe
Erfolgsprojekt: Ölpflanzen für die Energieproduktion im Mischfruchtanbau (Bild: Lutz Ribbe) © Lutz Ribbe

Was hat Käse mit Naturschutz zu tun? Wie wird aus Schilf Energie? Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet EuroNatur in der Narew-Region im Nordosten Polens und zeigt dort in mehreren Modellprojekten, wie Regionalentwicklung und Biodiversitätsschutz Hand in Hand gehen können. Von Moldawien bis Weißrussland kommen heute Interessenten, um sich die Erfolgsprojekte abzuschauen. Der EuroNatur-Kurzfilm „Gemeinsam für Polens Grüne Lunge“ gewährt spannende Einblicke in die Arbeit von EuroNatur und seinen Partnern. Schauen Sie rein!

 

Zum Kurzfilm

Impressum

Herausgeber:

EuroNatur, Konstanzerstr. 22, D-78315 Radolfzell, Tel: +49(0)7732 - 92 72 - 0, Fax: +49(0)7732 - 92 72 -22, info@euronatur.org


Redaktion:

Angie Rother, Katharina Grund, Gabriel Schwaderer

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