Ausgabe 22 (August 2011)

Zugvogel-Newsletter Nr. 22, August 2011


Gemeinsam gegen den Vogelmord

© Joachim Mahrholdt
EuroNatur setzt sich für ein Netzwerk aus Jagdbanngebieten entlang der östlichen Adria ein. (Bild: Joachim Mahrholt) © Joachim Mahrholdt

Vom 6. bis 8. Juli fand in Larnaca auf Zypern die internationale „Konferenz gegen den Vogelmord“ statt. An der vom Europarat organisierten Tagung nahmen neben Vertretern der Vertragsstaaten der Berner Konvention und der Europäischen Kommission auch Vertreter von Naturschutzorganisationen wie EuroNatur, Friends of the Earth und BirdLife sowie von Jagdverbänden, nationalen und lokalen Behörden der Vertragsstaaten und renommierten Forschungsinstituten teil. Die Berichte der einzelnen Referenten wie der Beitrag von EuroNatur- Projektleiter Martin Schneider-Jacoby über die illegalen Jagdpraktiken auf dem Balkan zeigten klar, welche dramatischen Ausmaße der Vogelmord in Europa erreicht hat. In der sogenannten „Erklärung von Larnaca“ verurteilten die Konferenzteilnehmer einstimmig die illegale Vogeljagd, den illegalen Fang und die Vergiftung von Vögeln sowie den internationalen Schmuggel mit Vögeln, und riefen dazu auf, gemeinsam umfangreiche Maßnahmen zu entwickeln, um das Problem zu lösen.

 

Link zur „Erklärung von Larnaca“ (englisch)

Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte gegen die Vogeljagd auf dem Balkan

 



Neuer EuroNatur-Reiseführer bietet mehr als Meer

© Katharina Grund
Für Natur- und Vogelfeunde hat die Adria-Ostküste viel zu bieten. (Bild: Katharina Grund) © Katharina Grund

Die meisten Menschen verbinden mit der östlichen Adriaküste vor allem Strandurlaub. Doch die Region hat weitaus mehr zu bieten. „Insbesondere für Natur- und Vogelfreunde ist die die Adria-Ostküste ein attraktives Reiseziel. Im Frühling und Herbst können hier Zugvögel aus ganz Europa beobachtet werden“, betont Dr. Martin Schneider-Jacoby, EuroNatur-Projektleiter und Autor des neuen EuroNatur-Reiseführers „Adria-Ostküste“. Das Buch gibt wertvolle Reisetipps und beschreibt ausführlich die Tier- und Pflanzenwelt sowie die atemberaubenden Landschaften dieser Region. Der EuroNatur-Reiseführer „Adria-Ostküste“ kostet 24,80 Euro und wird voraussichtlich Ende August 2011 erscheinen. Sie können ihn aber schon jetzt im Online- Shop der EuroNatur-Service GmbH bestellen. 


Link zum EuroNatur Shop




Eine Galerie für den Weißstorch

© Naturgesellschaft Bocian
In Pentowo findet Meister Adebar noch optimale Lebensbedingungen vor. (Bild: Naturgesellschaft Bocian) © Naturgesellschaft Bocian

Der beharrliche Einsatz von EuroNatur und seinen Partnern vor Ort zahlt sich aus: Dank intensiver Schutzmaßnahmen beherbergt der Gutshof Pentowo am Rande der Überschwemmungsflächen der Narew im Nordosten Polens derzeit 31 Storchenpaare mit insgesamt 60 Jungvögeln. Im Rahmen der Initiative „Europäische Storchendörfer“ hatte EuroNatur das Dorf Tykocin mitsamt dem Hof Pentowo im Jahr 2001 für sein außergewöhnliches Engagement im Storchenschutz ausgezeichnet. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum des „Europäischen Storchendorfs“ Tykocin fand am 20. Juli die Neueröffnung der Storchengalerie im Gutshof Pentowo statt. Mit Unterstützung von EuroNatur wurde ein bereits vorhandenes, kleines Informationszentrum zu einer umfangreichen Storchengalerie umgebaut. Neben ausführlichen Informationen zu den Störchen bietet die Ausstellung hochwertige Fotos von typischen Pflanzen und Tieren der Narew-Region.


Link zur Meldung vom 27. Juli 2011

Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Weißstörche

Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte in der Narew-Region

 

 


Geier über dem Donautal

© Alfred Limbrunner
Noch sind Gänsegeier bei uns nur Sommergäste (Bild: Alfred Limbrunner) © Alfred Limbrunner

Am 27. und 28. Mai dieses Jahres konnten Vogelfreunde ein beeindruckendes Schauspiel im Oberen Donautal beobachten. Am Abend des 27. Mai gegen 20 Uhr ließen sich 28 Gänsegeier in den Felswänden zwischen Fridingen und Beuron nieder, um dort die Nacht zu verbringen. Am nächsten Vormittag flogen sie gegen halb zehn Uhr wieder auf, schraubten sich in die Luft und zogen Richtung Westen davon. Immer wieder fliegen Geier vom Alpenraum in den Südwesten Deutschlands ein. Eine dauerhafte Überlebensperspektive haben sie hier aber bisher nicht. Denn immer noch ist es auf deutschen Weideflächen gängige Praxis, Kadaver toter Nutztiere gleich zu entfernen. So fehlt den majestätischen Großvögeln eine überlebenswichtige Nahrungsquelle. „Nur wenn es gelingt, über den Verbleib von Nutz- und Wildtierkadavern in der Landschaft wieder eine Lebensgrundlage für aasfressende Tiere zu schaffen, können sich Gänsegeier in Deutschland wieder dauerhaft ansiedeln“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. 

Link zur Webseite des Naturschutzbüros Zollernalb

Erfahren Sie mehr über die Arbeit von EuroNatur zum Schutz der Aasfresser




Rühstädt feiert seine Störche

© Alfred Limbrunner
In den Wiesen rings um Rühstädt finden die Störche reichlich Beute. (Bild: Alfred Limbrunner) © Alfred Limbrunner

Am letzten Juliwochenende veranstaltete Rühstädt zum 25. Mal sein großes Storchenfest. Die Storchenschützer hatten guten Grund zu feiern: 34 Storchenpaare mit insgesamt 62 Jungen nisten derzeit auf Rühstädts Dächern. Damit beherbergt der kleine Ort die größte Brutkolonie Deutschlands. Der große Bestand ist vornehmlich auf das ausgezeichnete Nahrungsangebot für die Weißstörche zurückzuführen. So gibt es rund um Rühstädt noch zahlreiche extensiv genutzte Wiesen und Weiden, in denen die eleganten Schreiter reichlich Beute wie Frösche, Eidechsen oder große Insekten finden. EuroNatur hat das im Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe Brandenburg“ gelegene Dorf im Jahr 1996 als „Europäisches Storchendorf“ ausgezeichnet. Damit würdigte die Stiftung das große Engagement der Gemeinde zum Schutz der Störche.


Link zur Meldung vom 29. Juli 2011

Lesen Sie mehr über die Initiative „Europäische Storchendörfer“


Zukunft für Bulgariens Geier

© Jürgen Schneider
Dank intensiver Schutzbemühungen geht es mit Bulgariens Gänsegeiern stetig bergauf (Bild: Jürgen Schneider) © Jürgen Schneider

Anfang der 1970er Jahre galten Gänsegeier- wie auch die Mönchs- und Bartgeier - in Bulgarien als ausgestorben. Gegen Wölfe ausgelegte Giftköder und die jahrzehntelange direkte Verfolgung hatten den Aasfressern den Garaus gemacht. Dank eines groß angelegten Wiederansiedlungsprogramms und intensiver Schutzbemühungen kreisen Gänsegeier heute wieder an vier verschiedenen Orten im westlichen, zentralen und östlichen Balkangebirge. Einen großen Anteil an dieser erfreulichen Entwicklung hat die bulgarische Naturschutzorganisation Fund for Wild Flora and Fauna (FWFF) - langjähriger Partner von EuroNatur. Im Interview mit dem Online-Magazin „europeanraptors.org“ berichtet der Direktor von FWFF, Emilian Stoynov, über die aktuelle Situation der Gänsegeier in Bulgarien und das laufende Wiederansiedlungsprogramm.

Link zum Interview mit Emilian Stoynov auf europeanraptors.org (Englisch)

 




Vogelfestival Bodensee abgesagt

Am 10. und 11. September 2011 sollte an der Uferpromenade in Friedrichshafen das Vogelfestival Bodensee stattfinden. Die Veranstalter, zu denen auch EuroNatur gehört, sehen sich nun gezwungen, die Informationsmesse für Naturfreunde abzusagen. Leider ist es nicht gelungen, eine ausreichende Anzahl von Ausstellern zu gewinnen, um den Besuchern ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zu bieten. „Der Entschluss ist uns umso schwerer gefallen, da die Zusammenarbeit mit der Stadt Friedrichshafen und zwischen den Organisatoren sehr gut gelaufen ist“, bedauert EuroNatur-Projektleiterin Annette Spangenberg. „Wir prüfen aber, ob wir im nächsten Jahr nochmal einen Anlauf unternehmen, die Veranstaltung an den Bodensee zu holen.“

 




Die Zugvogel-Schutzprojekte von EuroNatur werden von unseren Spendern und Förderern sowie der Deutschen Lufthansa unterstützt.



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