Ausgabe 23 (November 2011)

Zugvogel-Newsletter Nr. 23, November 2011

ARD: Vogelmord im Naturpark

© Martin Schneider-Jacoby
Mitten im Naturpark Hutovo Blato hat dieser Jäger Berge von Blässhühnern erlegt. (Bild: Martin Schneider-Jacoby) © Martin Schneider-Jacoby

Die Vogeljagd ist an der östlichen Adria derzeit wieder in vollem Gange. Ein Brennpunkt der Wilderei ist das Neretva-Delta in Bosnien-Herzegowina. Als einziges großes Schilfgebiet an der östlichen Adriaküste ist das Feuchtgebiet ein überlebensnotwendiger Rastplatz für Vögel, die auf der Adria-Zugroute zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren hin und herpendeln. Doch Vogeljäger machen das Naturparadies zur reinsten Hölle für Silberreiher, Kraniche, Löffler und Blässhühner. Ein ARD-Team begleitete EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby Ende Oktober in den Naturpark und dokumentierte in eindrucksvollen und zugleich schockierenden Bildern die illegale Bejagung der Vögel im Schutzgebiet. Den Fernsehbeitrag für das ARD-Europamagazin vom 5.November 2011 können Sie jetzt auch in der ARD-Mediathek anschauen.

 

Link zum Beitrag im ARD-Europamagazin vom 5.November 2011 

HELFEN SIE uns im Kampf gegen die Vogeljagd - Werden Sie Zugvogel-Pate!

Mehr über die Aktivitäten von EuroNatur gegen die Vogeljagd auf dem Balkan

 

 

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Ein Geschenkgutschein gegen die Vogeljagd

© Gabriel Schwaderer
© Gabriel Schwaderer

Wenn Sie etwas gegen die Vogeljagd auf dem Balkan unternehmen wollen, können Sie auch eine EuroNatur-HelpCard verschenken. Damit unterstützen Sie die Arbeit von EuroNatur zum Vogelschutz in Europa und machen gleichzeitig einem Freund, Bekannten oder Verwandten ein originelles Geschenk. 


Neugierig geworden? Mehr über die EuroNatur-HelpCard


Vogelbeobachtung statt Vogeljagd

© Bruno Dittrich
© Bruno Dittrich

Ein Erfolg versprechendes Mittel im Kampf gegen die Vogeljagd ist der Naturtourismus. Er bietet den Menschen vor Ort langfristige wirtschaftliche Perspektiven und ist damit ein Motor für den Naturschutz. „Gerade im Herbst und Frühjahr bietet sich die Adria-Ostküste mit ihren spektakulären Landschaften für einen Natur- und Kultururlaub an. Zu dieser Zeit können hier Zugvögel aus ganz Europa beobachtet werden“, erklärt EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby. Bisher sind diese Naturparadiese jedoch kaum bekannt.

Der neue EuroNatur-Reiseführer "Adria-Ostküste" will diese Lücke schließen. Er beschreibt die Natur- und Kulturschätze der Adria-Ostküste ausführlich und bietet wertvolle Reisetipps. Der neue Reiseführer ist ab sofort im Online-Shop der EuroNatur-Service GmbH erhältlich.

 

Link zum Online-Shop der EuroNatur-Service GmbH

 

 

Ferngläser für den Kaiseradlerschutz

© Green Balkans
Während der Brutzeit behalten freiwillige Helfer von Green Balkans die Tiere rund um die Uhr im Blick. (Bild: Green Balkans) © Green Balkans

Der Kaiseradler zählt zu den seltensten Adlerarten in Europa. Seit Jahren arbeiten EuroNatur und Green Balkans gemeinsam für den Schutz des imposanten Greifvogels im Hügelland von Sakar. Wesentlicher Bestandteil des Schutzprojekts ist es, eine dauerhafte Beobachtung der Nester durch Mitarbeiter von Green Balkans zu gewährleisten. Dank einer großzügigen Spende des Optikherstellers Minox können die „Kaiseradlerwächter“ im bulgarischen Hügelland von Sakar die majestätischen Großvögel nun noch besser überwachen. Minox stellte der bulgarischen EuroNatur-Partnerorganisation Green Balkans drei BV 8x42 Ferngläser sowie ein Exemplar des Hochleistungsfernglases BL 15x56 einschließlich Stativ zur Verfügung. So können Störungen der Kaiseradler früher erkannt und das Verhalten der Art noch besser beobachtet werden. 


Mehr über die Schutzprojekte für den Kaiseradler im Hügelland von Sakar

Link zu EuroNatur-Partner Green Balkans (englische Webseite)  

 

 

Eine neue Heimat für die Fischadler

© Dietmar Nill
Er soll in Asturien wieder brüten - der Fischadler. (Bild: Dietmar Nill) © Dietmar Nill

Fischadler Ben ist zurück in Asturien! Das junge Fischadlermännchen ist am 14. September aus seinem Brutgebiet in England in die Lagune von Villaviciosa an der nordspanischen Küste zurückgekehrt, um dort – wie bereits auch im vergangenen Jahr - zu überwintern. In dem nordspanischen Küstengebiet etwa 40 Kilometer nordöstlich von Oviedo überwintern und rasten regelmäßig mehrere Fischadler.

Nun soll der Greifvogel mit den langen Flügeln auch als Brutvogel in Asturien wieder heimisch werden. Mit Unterstützung von EuroNatur hat Fapas daher ein neues Projekt zur Wiederansiedlung des Fischadlers gestartet. Insgesamt will Fapas im Rahmen des Projektes zehn Kunsthorste für die Fischadler in Villaviciosa errichten.


Link zu EuroNatur-Partner Fapas (spanische Seite)

Erleben Sie interessante Einblicke in den Alltag von Fischadler Ben in einem Video von Fapas auf YouTube

 

 

 

Riesige Moorbrände in Bosnien und Kroatien

© Dejan Kuljer
Flammendes Inferno: Für die Flächenbrände waren menschliche Eingriffe verantwortlich. (Bild: Dejan Kuljer) © Dejan Kuljer

In Bosnien-Herzegowina und Kroatien standen im Oktober wertvolle Feuchtgebiete in Flammen. Sowohl im Livanjsko Polje im Hinterland von Split als auch im Neretva-Delta im Grenzgebiet zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien fraß sich das Feuer ober- und unterirdisch durch vollkommen ausgetrocknete Torfschichten. Im Livanjsko Polje wurden die katastrophalen Brände durch die lokale Bevölkerung verursacht, die so seit Jahren das Altschilf abbrennt. Im Neretva Delta dagegen legten wahrscheinlich Jäger das Feuer, um Flächen für die illegale Vogeljagd frei zu legen.

Durch die gewaltigen Flächenbrände wurden insgesamt über 5.000 Hektar zerstört – und damit nicht nur einmalige Biotope, sondern auch große Kohlenstofflager und -speicher. Verantwortlich für das hohe Ausmaß der Zerstörung waren in beiden Fällen Eingriffe in den Wasserhaushalt dieser Lebensräume: Kanäle leiten Flüsse in Wasserkraftwerke um und lassen die wertvollen Feuchtgebiete zunehmend austrocknen. Zusätzlich ist der Torfabbau vor allem im Livanjsko Polje ein großes Problem. EuroNatur setzt sich intensiv dafür ein, weitere zerstörerische Eingriffe in den sensiblen Wasserhaushalt der Flüsse und Karstsysteme auf dem Balkan zu stoppen und somit solche verheerenden Brände künftig zu verhindern.


Links zu den Meldungen vom 11. Oktober 2011 und 19.Oktober 2011

Mehr Informationen über die EuroNatur-Projektgebiete Livanjsko Polje und Neretva-Delta

Erfahren Sie mehr über die hohe Bedeutung der Feuchtgebiete auf dem Balkan in einem Interview des Mediterranean Wetlands Observatory mit EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby (englisch) 

 

 

 

EuroNatur jetzt auch auf Facebook!

© Gunther Willinger
© Gunther Willinger

Ab sofort können Sie unsere Arbeit noch direkter verfolgen: Auf der EuroNatur-Facebookseite meldet sich unsere Redaktion regelmäßig mit aktuellen Nachrichten aus unseren Projekten, Fotos und interessanten Infos rund um das Thema Natur- und Artenschutz. Natürlich kommen hier auch Neuigkeiten aus der Welt der Zugvögel zur Sprache. Werden auch Sie ein Fan von EuroNatur und nehmen Sie noch intensiver an unserer Arbeit teil!

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Intensive Landwirtschaft bedroht Feldvögel-Population in Europa

© Günter Bachmeier
Auf Europas Feldern leben immer weniger Vögel. Auch das Rebhuhn ist stark bedroht. (Bild: Günter Bachmeier) © Günter Bachmeier

Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn - den Arten auf Europas Feldern geht es schlecht. Nach den im August veröffentlichten Daten des aktuellen Pan-European Common Bird Monitoring des Vogelschutz-Verbands European Bird Census Council (EBCC) gehen die Bestände bei 20 von 36 untersuchten Feldvogelarten zurück. Zu den am stärksten bedrohten Arten gehören laut der Studie das Rebhuhn (mit einem Rückgang von 82 Prozentvon 1980 bis 2009), die Grauammer (minus 66 Prozent) und die Feldlerche (minus 46 Prozent).

Einen wesentlichen Grund für die schrumpfenden Bestände sehen Naturschutz- und Umweltverbände wie EuroNatur in der voranschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft und dem gestiegenen Einsatz von Pestiziden. Sie fordern deshalb bei der derzeit anstehenden Reform der Europäischen Agrarpolitik, eine Landwirtschaft stärker zu fördern, die im Einklang mit der Natur steht. 

 

Lesen Sie mehr zur naturschutzpolitischen Arbeit von EuroNatur im Bereich Landwirtschaft

 

 

Die Zugvogel-Schutzprojekte von EuroNatur werden von unseren Spendern und Förderern sowie der Deutschen Lufthansa unterstützt.


Helfen Sie mit einer Zugvogelpatenschaft! 

 

 

 

Hinweis:

Die Hörproben der Vogelstimmen wurden uns vom norwegischen Verein Norsk Ornitologisk Forening zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank.



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