Ausgabe 25 (Mai 2012)

Zugvogel-Newsletter Nr. 25, Mai 2012

Saline Ulcinj wird kein Bauland!

© Jürgen Schneider
Für Zugvögel wie den Sichelstrandläufer ist die Saline Ulcinj ein überlebenswichtiger Rastplatz. (Bild: Jürgen Schneider) © Jürgen Schneider

Monatelang schwebte ein Damoklesschwert über der Saline Ulcinj: Die montenegrinische Regierung plante, das global bedeutende Feuchtgebiet zu verkaufen und für den Massentourismus auszubauen. Für Knäkente, Sichelstrandläufer & Co. bedeutete das Vorhaben eine ernsthafte Gefahr. Denn ohne die Möglichkeit zur Rast in der Saline Ulcinj würden viele Zugvögel ihren langen Flug von Eurasien nach Afrika nicht überleben. Nachdem das Vorhaben bekannt wurde, kam es europaweit zu massiven Protesten, die auch von EuroNatur unterstützt wurden. Mit Erfolg: Anfang April beschloss die montenegrinische Regierung, die Saline nicht als Tourismusgebiet auszuweisen...


Erfahren Sie mehr über diesen wichtigen Etappensieg für den Naturschutz

 

 

Weltzugvogeltag: EuroNatur fordert verbesserten Schutz der Zugvögel

© Dietmar Nill
Zugvögel wie der Fischadler müssen auch auf ihrem Zugweg konsequent geschützt werden. (Bild: Dietmar Nill) © Dietmar Nill

Die Reise der Zugvögel über die östliche Adria gleicht einem Spießrutenlauf: Immer mehr Feuchtgebiete werden zerstört und an den wenigen verbliebenen Rastplätzen werden die erschöpften Tiere oft gnadenlos abgeschossen. Zu den Opfern der Vogeljagd gehören auch Arten wie Fischadler oder Bekassine, die in Deutschland mit aufwändigen Maßnahmen geschützt werden. Anlässlich des diesjährigen Weltzugvogeltags am 12. und 13. Mai appellierte EuroNatur an die Verantwortlichen in den Ländern, den Verlust der Lebensräume zu stoppen und die Wilderei mit Nachdruck zu bekämpfen...

Lesen sie die EuroNatur-Pressemeldung zum Weltwassertag

Die Maßnahmen gegen die Vogeljagd greifen langsam

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Über 1.000 Blässgänse fanden Ende Februar eine Zuflucht im Neretva-Delta. (Bild: Martin Schneider-Jacoby) © Martin Schneider-Jacoby

Solange die Zugrouten der Zugvögel nicht sicher sind, können auch die aufwändigsten Schutzmaßnahmen in den Brutgebieten keinen langfristigen Erfolg bewirken. Um die Wilderei zu bekämpfen, ist die regelmäßige Überwachung sämtlicher Rastgebiete an der östlichen Adria dringend nötig. Seit Jahren setzt sich EuroNatur dafür ein, ein Netzwerk aus einheimischen Vogelbeobachtern aufzubauen. In diesem Jahr zeigt sich im Neretva-Delta und in der Saline Ulcinj der Erfolg der beharrlichen Arbeit: Dank des Einsatzes der lokalen Naturschützer fanden dort rund 1.500 Wildgänse eine sichere Zuflucht, die Ende Februar vor der Kältewelle flohen. Diese positive Entwicklung hätten wir ohne Ihre Hilfe nicht erreichen können. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unserer langjährigen Unterstützer und alle, die unserem Spendenaufruf im letzten Newsletter gefolgt sind. Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin – Helfen Sie uns, das Netz aus Beobachtern zu verdichten!

  • Für 50 Euro kann ein Kontrolleur einen Tag lang mit dem Auto ins Gelände fahren und wichtige Rastplätze inspizieren. 
  • Um mit einem Workcamp über mehrere Wochen Präsenz zeigen zu können, benötigen unsere Partner einen Zuschuss von 2.000 Euro. 

 

Mehr über die Aktivitäten von EuroNatur gegen die Vogeljagd auf dem Balkan

Link zur Meldung „Winterflucht an die Adria“ vom 2. März 2012

Wasser für die Löffler

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Zum ersten Mal seit über 20 Jahren musste die Löfflerkolonie mit zusätzlichem Wasser versorgt werden. (Bild: Dietmar Nill) © Dietmar Nill

Wassernotstand im kroatischen Naturpark Lonjsko Polje: Außergewöhnlich niedrige Niederschläge im vergangenen Winter führten dazu, dass in diesem Frühjahr das Hochwasser ausblieb. Zum ersten Mal seit über 20 Jahren konnte der Save-Altarm Krapje Dol nicht geflutet werden. Damit geriet auch die dort lebende Löfflerkolonie in Gefahr. Die Verwaltung des Naturparks entschloss sich Ende April daher, das dringend benötigte Wasser mithilfe einer großen Pumpe aus der Save in den Altarm zu leiten...

Erfahren Sie mehr über die ungewöhnliche Rettungsaktion

 

 

EuroNatur-Zeitreise - Reisen Sie mit!

© Bernd Lamm
© Bernd Lamm

In diesem Jahr gibt es für EuroNatur Anlass zu feiern: Vor 25 Jahren, im April 1987, hat die Stiftung „das Licht der Welt erblickt“. Seitdem hat sie sich prächtig entwickelt und vieles für den Naturschutz in Europa erreicht. Feiern Sie mit und begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Zeit: Jeweils zum 25. jedes Monats erwarten Sie auf unserer Webseite spannende Rätselfragen rund um 25 Jahre EuroNatur...

Gemeinsam gegen den Donauausbau

© Anton Laut
Die Auwälder an den Ufern der Donau sind ein wichtiger Lebensraum für den Schwarzstorch. (Bild: Anton Laut) © Anton Laut

Die kroatische Schifffahrt plant, einen der schönsten Donauabschnitte in einen tristen Schifffahrtskanal umzubauen. Den wertvollen Auwäldern an den Ufern der Donau – Lebensraum für gefährdete Arten wie Seeadler und Schwarzstorch – droht damit das Aus. In einer gemeinsamen Petition fordern EuroNatur und der WWF die kroatische Umweltministerin Mirela Holy auf, das Projekt zu stoppen. Zum Weltwassertag am 22. März wurden der Ministerin 20.160 Unterschriften übergeben. Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer! Die Entscheidung, ob der Schifffahrtskanal gebaut wird, steht allerdings noch aus. Wir brauchen daher weiterhin jede Stimme, um das Ruder herumzureißen!

 

Link zur Meldung „Rückendeckung für die Donau“ vom 23. März 2012

 

 

Fotowettbewerb abgeschlossen

© Bertrand Muffat Joly
Eines der Siegerbilder im Fotowettbewerb 2011: "Birkenzeisig" von Bertrand Muffat Joly © Bertrand Muffat Joly

Seit Anfang April schwelgt EuroNatur im Bilderrausch: Über 500 Natur- und Fotobegeisterte haben am diesjährigen EuroNatur- Fotowettbewerb „Naturschätze Europas“ teilgenommen und über 2000 Bilder eingesandt – darunter Seeadler, und andere einzigartige Aufnahmen. Herzlichen Dank allen Teilnehmern fürs Mitmachen! Die Jury, die am 9. Mai in Stuttgart tagte, hatte die Qual der Wahl. Wer die glücklichen Gewinner sind, erfahren Sie in den kommenden Wochen auf unserer Webseite.

Toter Geier im Nationalpark Hohe Tauern

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Immer wieder werden Greifvögel wie der Bartgeier Opfer von Bleivergiftungen. (Bild: Jürgen Schneider) © Jürgen Schneider

Herber Rückschlag für das Projekt zur Wiederansiedlung von Bartgeiern im österreichischen Nationalpark Hohe Tauern: Das im Jahr 1991 ausgewilderte Geierweibchen Nicola wurde Ende Januar im Raum Kals in Osttirol tot aufgefunden. Anfang März lag der Befund der veterinärmedizinischen Untersuchung vor. Danach wurde Nicola Opfer einer Bleivergiftung. Das Geierweibchen ist kein Einzelfall: Seit 2006 verendeten bereits ein weiterer Bartgeier und drei Gänsegeier an Aas, das mit Blei aus Jagdpatronen kontaminiert war. EuroNatur fordert eine konsequente und zügige Umstellung auf bleifreie Munition.

Erfahren Sie mehr über den Fall „Nicola“ 

Kripo Schwäbisch Hall: Schwarzmilan vergiftet

© Anton Laut
In Deutschland streng geschützt: der Schwarzmilan. (Bild: Anton Laut) © Anton Laut

Auch in Baden-Württemberg wurde ein Greifvogel Opfer einer Vergiftung: Vor einigen Wochen wurde bei Krautheim ein Schwarzmilan tot aufgefunden. Allerdings wurde dieser Vogel nach Angaben der Polizeidirektion Schwäbisch-Hall vorsätzlich vergiftet. Der Täter hat offensichtlich kleine Fleischköder mit dem Gift Mevinphos präpariert, das auch auf den Menschen stark toxisch wirkt. Jetzt ermitteln die Umweltexperten der Kriminalpolizei Schwäbisch Hall...

Link zur Pressemitteilung der Polizeidirektion Schwäbisch Hall vom 15. Mai 2012

 

 

Die Zugvogel-Schutzprojekte von EuroNatur werden von unseren Spendern und Förderern sowie der Deutschen Lufthansa unterstützt.


Helfen Sie mit einer Zugvogelpatenschaft! 

 

 

 

Hinweis:

Die Hörproben der Vogelstimmen wurden uns vom norwegischen Verein Norsk Ornitologisk Forening zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank.



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