EuroNatur begrüßt Klimapaket der Bundesregierung

Deutschland Vorreiter in Europa - weitere Initiativen erforderlich

(c) G. Schwaderer

© Gabriel Schwaderer

 

Presseinformation vom 24. August 2007

 

Radolfzell. Die Entscheidungen der Bundesregierung zum Klimaschutz sind von der Umweltstiftung EuroNatur begrüßt worden. Mit dem Maßnahmenpaket, das bis zum Jahr 2020 zu einer nationalen CO2-Reduktion von etwa 35% führen könnte, sei ein wichtiger Durchbruch auf dem Weg zu einem effektiven Schutz unserer Erdatmosphäre erreicht. „Bundeskanzlerin Merkel und Umweltminister Gabriel ist es gelungen, mit hohem persönlichen Engagement und politischen Einsatz gegen zum Teil massive Widerstände aus Wirtschaft und auch Politik, Deutschland im europäischen Maßstab an der Spitze der Bewegung zu positionieren“, so Claus-Peter Hutter, Präsident der Umweltstiftung EuroNatur. Kein anderer Mitgliedsstaat der EU könne bisher entsprechend weitgehende Maßnahmen vorweisen. Nun gelte es, die Vorbildfunktion Deutschlands einerseits wirtschaftspolitisch zu nutzen, andererseits möglichst viele Nachahmer in der EU und weltweit zu finden, heißt es in einer Pressemitteilung der Umweltstiftung EuroNatur.

Hutter machte allerdings auch deutlich, dass mit den jüngsten Entscheidungen der Bundesregierung die Klimapolitik nicht erledigt sei. Weitere Schritte seien nötig und möglich. Besonders im Verkehrssektor, aber auch in der Landwirtschaftspolitik seien aufgrund des Lobbydrucks viele gute Initiativen blockiert worden, die man eigentlich bequem umsetzen könne, ohne dass es zu Problemen oder größeren Einschränkungen kommen würde. „Das von der Bundesregierung gesetzte Ziel von 40% Reduktion bis 2020 ist noch nicht erreicht, aber es zeigt sich, dass erste Schritte getan sind, und dass das Potential viel größer ist als die eigentlich avisierten 40%“. Deshalb sei es notwendig, dass Kanzlerin Merkel nicht nur die Staats- und Regierungschefs der anderen Staaten auffordere, stärker im Klimaschutz aktiv zu werden. Sie müsse auch die Minister Tiefensee und Seehofer stärker in die Pflicht nehmen und sie auffordern, bis zum Frühjahr zusätzliche Maßnahmenpakete zu schnüren, so Hutter weiter. Er verwies darauf, dass Deutschland auf dem EU-Gipfel im März diesen Jahres zugestimmt habe, bis zum Jahr 2050 den CO2-Ausstoß um 60 – 80% zu reduzieren.

An Umweltminister Gabriel gewandt, erklärte Hutter, für EuroNatur sei es wichtig, besonders die Initiativen bei der so genannten Biokraftstoffstrategie noch einmal zu hinterfragen. Neuere Untersuchungen würden belegen, dass einige Entwicklungen nicht nur schwere Naturschutzprobleme auslösen könnten, sondern sogar negative Klimafolgen haben würden. Dies könne nicht Sinn der Sache sein. Umweltminister Gabriel möge deshalb im Dialog mit den Umweltverbänden noch einmal prüfen, ob die hohen Quoten bei der Beimischung richtig seien oder ob es nicht besser wäre, alternative dezentrale Lösungen zu forcieren. So sei es mittlerweile möglich, Pflanzenöle, die man in ressourcenschonenden und naturschutzverträglichen Mischkulturen gewinnen kann, direkt energetisch zu verwerten, ohne sie „energieaufwendig durch die Anlagen der Mineralölwirtschaft“ zu schicken. Dieser neue Weg sei innovativer, effektiver und ökologischer; zudem ließen sich so viele neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum schaffen.

 

Für Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Umweltpolitisches Büro

Grabenstraße 23; 53359 Rheinbach

Tel. 02226-2045; Fax 02226-17100

E-Mail: Bonn(at)euronatur.org

Internet: www.euronatur.org

Ansprechpartner: Lutz Ribbe

mobil 0170-4125767

 

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