Kranichschutz in Serbien

Schutzbemühungen im Kranichparadies

© Milan Knezev
© Milan Knezev

Auf dem Weg in ihre Überwinterungsgebiete und auf dem Rückweg in die Brutgebiete legen Kraniche weite Strecken zurück. Ungestörte Rastplätze, wo die erschöpften Tiere neue Energie für den anstrengenden Weiterflug tanken können, sind daher überlebenswichtig. Eines der bedeutendsten Rastgebiete auf der sogenannten Adria-Zugroute entstand in den 1990er Jahren im Feuchtgebiet Slano Kopovo im Nordosten Serbiens (Vojvodina). Hier verzichteten die Jäger aus Novi Becej zu Gunsten der Vögel auf einer Fläche von fast zehn Quadratkilometern auf die Jagd. In dem Mosaik aus trockenem Grasland und teils sumpfigen, teils salzhaltigen und saisonal überfluteten Flächen, den sogenannten Salz-Lacken, rasten heute im Frühjahr und Spätherbst bis zu 20.000 der eleganten Großvögel.



Wassernot im Feuchtgebiet
Im Jahr 2001 stellte die Republik Serbien rund 1.000 Hektar des Feuchtgebiets als „besonderes Naturreservat der Kategorie I“ unter Schutz. Der hohe Schutzstatus konnte aber nicht verhindern, dass Slano Kopovo vor einigen Jahren ernsthaft in Gefahr geriet: Grund ist das alte Kanalsystem des Donau-Theiss-Kanals, der in den 1950er Jahren angelegt wurde. Dadurch ist der Grundwasserspiegel stark gesunken und die weiten Mäander der Theiß, zu denen auch Slano Kopovo gehört, fielen nach und nach trocken. Nun droht der Kontakt zum Grundwasser gänzlich abzureißen. In einzelnen Jahren blieb die saisonale Überflutung der Senke bereits aus, so dass die Kraniche sowie tausende Gänse und Enten nicht in dem Gebiet rasten konnten.



Rettung für das Kranichparadies
Gemeinsam mit seinen Partnern vor Ort hat EuroNatur ein Maßnahmenpaket geschnürt, um dieses wertvolle Rastgebiet für Kranich & Co. zu retten. Die bisherigen Ergebnisse dieser Maßnahmen geben Anlass zur Hoffnung, dass die Kraniche Slano Kopovo auch in Zukunft als „Tankstelle“ auf der langen Reise in die Überwinterungsgebiete nutzen können.


Was machen EuroNatur und seine Partnerorganisationen?

  • Wissensgrundlagen schaffen: Mit Unterstützung von EuroNatur erfassen und dokumentieren Partner vor Ort regelmäßig die Bestände der rastenden Kraniche.
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  • Lebensraum erweitern: Gemeinsam mit dem Eeconet Action Fund stellen wir dem Jagdverein Novi Becej die Mittel zur Verfügung, um strategisch wichtige Flächen zu kaufen und für den Naturschutz zu sichern. Ziel ist es, eine Renaturierung des Wasserhaushaltes zu ermöglichen und die Flächen extensiv zu bewirtschaften.
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  • Lebensraum optimieren: Gemeinsam mit unseren Partnern und den Naturschutzbehörden vor Ort entwickeln und fördern wir geeignete Maßnahmen zur Renaturierung des Feuchtgebiets.
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  • Lebensraum schützen: Der Jagdverein Novi Becej hat das Gebiet schon vor Jahren zum Jagdbanngebiet erklärt und dadurch die Entwicklung eines international wichtigen Rastplatzes ermöglicht. EuroNatur wird die Jäger weiterhin bei der Betreuung und Kontrolle des international bedeutsamen Feuchtgebiets unterstützen.


Was wir bisher erreichen konnten - eine Auswahl unserer Erfolge:

  • Die serbischen Naturschutzbehörden haben begonnen, den Grundwasserhaushalt des Schutzgebiets zu renaturieren. Ein Verbindungsgraben zur Theiß soll helfen, die trocken gefallenen Flächen nach und nach wiederzuvernässen. 
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  • Mit Unterstützung des Eeconet Action Fund konnten wir einen Großteil der privaten Ackerflächen in zentralen Bereichen des Schutzgebietes kaufen und für den Naturschutz sichern. 
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  • Durch den Kauf konnten wir die Kernzone des Schutzgebiets erweitern und somit gleichzeitig die Störungen der Brut- und Rastvögel sowie Einträge von Dünger und Pestiziden erheblich vermindern.



Partner: Naturschutzamt Serbien und Vojvodina, Jagdvereinigung Novi Becej

Förderung: Eeconet Action Fund (EAF), EuroNatur-Spender und –Paten



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