Steckbrief Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus)

Verbreitung

© Joachim Mahrholdt
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Ursprünglich besiedelten die Mönchsrobben ein weites Verbreitungsgebiet, welches das Schwarze Meer, das gesamte Mittelmeer und den Atlantik von Portugal über die Azoren, Madeira und die Kanaren bis Senegal umfasste. Die Bestände sind in den letzten 50 Jahren stark zusammengeschrumpft, so dass es nur noch zwei nennenswerte Verbreitungsschwerpunkte gibt – zum einen das östliche Mittelmeer bzw. die Ägäis und zum anderen im Küstenbereich Nordwestafrikas im Mittelmeer und im Atlantik. Der Gesamtbestand beträgt nach ernsthaften Schätzungen weniger als 700 Exemplare weltweit. 

Hinweise zur Karte:

Datenquelle: Monachus Guardian, Ocean Care, eigene Erhebungen

Die dargestellten Gebietsgrenzen geben nur die derzeit bekannten Kernverbreitungsgebiete an. Einzeltiere und kleinere Populationen können auch außerhalb dieser Gebiete vorkommen.

Lebensraum

Einzelne Beobachtungen zum Verhalten von Mönchsrobben und historische Quellen lassen vermuten, dass Mönchsrobben ursprünglich alle Küstenstreifen ihres Verbreitungsgebietes besiedelt haben. Da die Mönchsrobben durch die jahrhundertelange Verfolgung sehr menschenscheu geworden sind, haben sie sich auf wenige abgelegene und unzugängliche Küstenabschnitte zurückgezogen. Dabei handelt es sich meist um kleine Buchten oder Felsküsten, in denen Grotten liegen. In diesen Höhlen, die zum Teil nur tauchend erreicht werden können, ziehen sie bevorzugt ihre Jungen auf.

Körpermerkmale

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe ist mit einem geschätzten Gewicht von 250 bis 300 kg und einer Körperlänge (Kopf-Rumpf-Länge) von durchschnittlich 2,40 Metern eine mittelgroße Robbe. Die weiblichen Tiere sind im Allgemeinen etwas kleiner. Sie haben ein kurzes Fell, das unterschiedliche Schattierungen aufweisen kann. Nach dem ersten Haarwechsel zeigt das Fell eine meist (dunkel)braune oder graue Färbung, wobei die Bauchseite heller ist, bzw. einen großen weißen Fleck aufweist. Auch weitere helle Flecken am Körper sind nicht ungewöhnlich.

Fortpflanzung

Mönchsrobben können das ganze Jahr über Junge bekommen, die meisten werden aber im September und Oktober geboren. Nach einer Tragzeit von etwa neun Monaten bringen die Weibchen ein mit flaumigem schwarzem Fell bedecktes Junges zur Welt. Als Geburtsort und Kinderstube wählen die Mönchsrobben-Weibchen meistens versteckt liegende Felsgrotten und -höhlen, die nur vom Wasser her zugänglich sind. Mindestens zwei Wochen bleiben die Jungen an Land und werden gesäugt. Nach zwei bis sechs Wochen folgen sie den Eltern ins Wasser. Das Ende der Säuglingszeit wird mit einem Alter von 16 bis 17 Wochen angegeben. Die Jungen bleiben bis zu drei Jahren bei der Mutter und werden im Alter von vier bis sechs Jahren geschlechtsreif.

Nahrung

Aus den Beobachtungen von Fischern und der Untersuchung von Mageninhalten weiß man, dass die Mittelmeer-Mönchsrobbe ein echtes Wasserraubtier ist und sich von vielerlei Fischen, Tintenfischen und Krebsen ernährt. Sie jagt oftmals in der Gruppe und scheint dabei vor allem in verhältnismäßig seichten Küstengewässern, mit Tiefen von bis zu 30 Metern, zu bleiben. Das heißt jedoch nicht, dass Mönchsrobben keine guten Taucher sind: Der tiefste gemessene Tauchgang beträgt 205 Meter, der längste 18 Minuten.

Gefährdung/ Schutzstatus

Zu allen Zeiten haben Menschen Mönchsrobben gejagt – um ihr Fleisch zu essen, das Fett in Lampen zu verbrennen und sich mit dem Fell vor der Kälte zu schützen. Der erste Nachweis massiver Ausbeutung kommt aus dem 15. Jahrhundert, als die Portugiesen entlang des Afrikanischen Atlantiks schätzungsweise 5.000 Robben töteten.

Heute gibt es eine Vielzahl von Gefährdungsfaktoren, die dazu geführt haben, dass die Mönchsrobbe 1985 von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) zu einer der zwölf weltweit am meisten bedrohten Tierarten erklärt worden ist. Die Gefährdungen haben ihre Ursachen in:

  • Störungen des Lebensraumes bzw. Lebensraumvernichtung
  • Jagd bzw. direkter Verfolgung
  • Unabsichtlicher Fang in Fischernetzen
  • Nahrungsmangel
  • Meeresverschmutzung
  • Krankheiten und Vergiftungen
  • mangelnder politischer Bereitschaft, Schutzmaßnahmen umzusetzen

Schutz der Mittelmeer-Mönchsrobben: Die Letzten ihrer Art

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