Deutsch-polnischer Wolfsbestand wächst

Der deutsch-polnische Wolfsbestand wächst - und doch sind die grauen Jäger weiterhin hin Gefahr. © Gernot Pohl

Neue Studie gibt Hoffnung

 


Gemeinsame Presseinformation von EuroNatur und
IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) vom 29. Juni 2011

 

Radolfzell, Hamburg.

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland angestiegen. Das belegen die Ergebnisse des vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der Naturschutzstiftung EuroNatur finanzierten Wolfsmonitorings, das die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) durchführt und zu dem nun ein aktueller Bericht vorliegt.

Die Forscher entdeckten vier neue Rudel und zwei jeweils ein Territorium markierende Paare. Insgesamt leben damit derzeit 19 Wolfsrudel mit etwa 95 Individuen in Westpolen. Ein neu entdecktes Rudel mit sieben Tieren und die beiden Wolfspaare leben auf der polnischen Seite der Lausitz in unmittelbarer Nachbarschaft der dortigen Wolfsrudel. Zwei weitere Wolfsrudel mit acht bzw. drei bis vier Tieren wurden etwa 80 Kilometer östlich von Stettin entdeckt. Ob die neuen und bestehenden Rudel dieses Jahr Nachwuchs haben, werden erneute Untersuchungen später im Sommer zeigen.

„Die Ergebnisse dieses Wolfsmonitorings sind erfreulich“, so Robert Kless vom IFAW-Deutschland. „Sie zeigen, dass sich nun die Wolfsrudel auch im Westen Polens dauerhaft ansiedeln. Da die Lausitz-Wölfe und die Wölfe in Westpolen zur selben Population gehören, wirkt sich die aktuelle Entwicklung auch positiv auf den Wolfsbestand in Ostdeutschland aus. Dennoch gibt es weiterhin Gefahren für die Wölfe“, so Kless weiter. „Derzeit wird in Polen eine neue Strategie für das Wolfsmanagement erarbeitet, bei dem eine jährliche Abschussquote diskutiert wird. Das wäre verheerend für die Wölfe und hätte auch negative Auswirkungen auf die Wölfe in Deutschland.“

Außerdem sind die Wanderkorridore der Wölfe zunehmend durch den Straßenverkehr und durch Straßenbauprojekte gefährdet. Werden die Lebensräume der grauen Jäger in Polen zerschnitten, hat dies auch Auswirkungen auf den deutschen Bestand. Er ist auf die Zuwanderung von Tieren aus dem Osten Polens angewiesen. „Es ist dringend nötig, Wildtierkorridore zum Beispiel durch den Bau von Grünbrücken zu erhalten oder neu zu schaffen. Diese ebnen den Wölfen den Weg aus den ostpolnischen Lebensräumen in den Westen“, sagt EuroNatur-Projektleiterin Annette Spangenberg.



Hintergrundinformationen:



Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:


EuroNatur
Konstanzer Straße 22
78315 Radolfzell
Tel.: 07732 - 92 72 10
Fax: 07732 - 92 72 22
E-Mail: info@euronatur.org
Internet: www.euronatur.org
Pressekontakt: Katharina Grund
Ansprechpartnerin: Annette Spangenberg


IFAW
Tel. 040-866 500 15
mobil: 0173 – 622 75 39
Email: adinkelmeyer@ifaw.org
Pressekontakt: Andreas Dinkelmeyer


Sie wollen helfen?

Spende

Jeder Euro für die Natur zählt! Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag zum Schutz von Europas Wölfen. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen.

Patenschaft

Bewundert, gefürchtet, verfolgt: Das Verhältnis des Menschen zum Wolf ist seit Jahrtausenden gespalten. Helfen Sie uns, diese faszinierenden Tiere zu schützen.

Wolf-Nachrichten

Naturschutztage am Bodensee

Auch in diesem Jahr bieten die Naturschutztage am Bodensee ein vielseitiges Programm. Sie finden vom 3. bis zum 6. Januar 2019 im Milchwerk in...

Schutzmaßnahmen wirken: Wolfszahlen in Westpolen entwickeln sich weiter positiv

Die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland ist im Vergleich zum vergangenen Jahr weiter angestiegen.

„Bodensee-Wolf“ wurde erschossen

Der junge Wolf, der Anfang Juli tot aus dem Schluchsee bei Freiburg geborgen worden war, ist erschossen worden. Das ergab die Untersuchung des...

Wolfsbestand im westlichen Polen wächst weiter

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die...

„Bodensee-Wolf“ tot aufgefunden

Die Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg steht bisher unter keinem guten Stern. Nachdem Isegrim im Südwesten Deutschlands vor 150 Jahren...

Wolf am Bodensee gesichtet

In der vergangenen Woche hat ein Spaziergänger bei Überlingen am Bodensee einen Wolf gesichtet und fotografiert. Es handelt sich um den insgesamt...

Feuer frei auf Deutschlands Wölfe?

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will den Schutz der Wölfe in Deutschland aufweichen. In einem Interview mit der Passauer Neuen Presse...

Das Boia Mica Tal in Fagaras: Europas wildestes Tal verdient Schutz

Das wahrscheinlich wildeste Tal im Herzen Europas wurde kürzlich in Rumänien entdeckt. Gleichzeitig warnt heute die rumänische Naturschutzorganisation...

Wolfsbestand im westlichen Polen wächst weiter

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die...

Erster lebender Wolf im Ländle

In Baden-Württemberg wurde der erste lebende Wolf seit 150 Jahren nachgewiesen. Spaziergänger hatten das Tier am vergangenen Wochenende mehrfach...

Erneut toter Wolf in Baden-Württemberg gefunden

Vergangenen Donnerstag entdeckten Autofahrer auf der Autobahn 8 in der Nähe von Merklingen einen toten Wolf. Damit ist bereits zum zweiten Mal...

Badischer Wolf war ein Schweizer

Der im Juni auf der A5 überfahrene Wolf ist aus der Ostschweiz zugewandert. Das teilte die FVA am vergangenen Montag in einer Pressemitteilung mit.

Wolfsbestand im westlichen Polen wächst weiter

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die...

EuroNatur begrüßt Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg

Nun ist es offiziell: Der Wolf ist seit 150 Jahren das erste Mal wieder in Baden-Württemberg aufgetaucht. Herzlich willkommen!

Ist der Wolf zurück im Südwesten?

An der A5 bei Lahr wurde in der vergangenen Woche der Kadaver eines großen Beutegreifers aufgefunden. Alle äußeren Anzeichen sprechen dafür, dass es...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung