Wolfsbestand in Westpolen wächst weiter

Kommen langsam zurück: die Wölfe © Wolf Steiger

Pressemitteilung vom 23. Juli 2014

 

Radolfzell/ Hamburg.   Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die Ergebnisse des vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der Naturschutzstiftung EuroNatur finanzierten Wolfsmonitorings, das die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) durchführt und zu dem nun ein aktueller Bericht vorliegt.
Die Wissenschaftler schätzten aufgrund ihrer Forschungen den Wolfsbestand zum Ende des Monitoring-Jahres 2013/14 westlich der Weichsel auf insgesamt 31 Rudel bzw. Wolfspaare. Im Monitoringzeitraum davor waren es 26 Rudel.

Unklar ist, wie viele der fünf Territorien entlang der deutsch-polnischen Grenze sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite erstrecken. Der IFAW und Wolfswissenschaftler fordern daher weiter ein grenzübergreifendes und koordiniertes Monitoring, um Doppelzählungen von Rudeln zu vermeiden.

Zwei neue sich fortpflanzende Rudel wurden im Koszalin Wald, 80 Kilometer östlich von Stettin und im Rzepin Wald, 35 Kilometer östlich von Eisenhüttenstadt nachgewiesen. Weitere Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen südlich der Sudeten in der Tschechischen Republik geben Grund zur Hoffnung, dass Wölfe nach Jahrzehnte langer Abwesenheit bald auch diese Region wieder dauerhaft besiedeln.

„Die Ergebnisse dieses Wolf-Monitorings sind erfreulich“, so Robert Kless vom IFAW-Deutschland. „Sie zeigen, dass die Schutzmaßnahmen in Polen greifen. Positive Bestandsentwicklungen dort wirken sich auch immer günstig auf die Wölfe in Deutschland aus, da sie mit den westpolnischen Wölfen eine Population bilden.“

Insgesamt konnten sich 2013 etwa 85 Prozent der Wolfsrudel in Westpolen erfolgreich fortpflanzen. „Dennoch gibt es weiterhin Gefahren für die Wölfe.“ so Kless weiter. „Nicht nur Abschüsse gefährden den Bestand, auch der Straßenverkehr kostet immer wieder Wölfe das Leben.“

„Es ist dringend nötig, Wildtierkorridore zum Beispiel durch den Bau von Grünbrücken zu erhalten oder neu zu schaffen. Diese ebnen den Wölfen den Weg aus den ostpolnischen Lebensräumen in den Westen. Um die Akzeptanz der Wölfe auch in Westpolen zu erhöhen, ist die Aufklärungsarbeit eine wesentliche Aufgabe“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.

Hintergrundinformationen:




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EuroNatur, Konstanzer Straße 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732-927210, Fax: 07732-9272 22,        E-Mail: info@euronatur.org, Pressekontakt: Katharina Grund, Internet: www.euronatur.org

IFAW, Tel. 040-866 500 15, mobil: 0173-622 75 39, Email: adinkelmeyer@ifaw.org, Internet: www.ifaw.org, Pressekontakt: Andreas Dinkelmeyer

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