Geier

Bedrohte Gesundheitspolizisten

© Juan Manuel Hernández López
Schmutzgeier (Neophron percnopterus) im Abendlicht © Juan Manuel Hernández López

Sie brauchen tote Tiere, um zu überleben und haben deshalb nicht den besten Ruf. Dabei sind Geier die reinsten Gesundheitspolizisten. Indem sie Aas aus der Landschaft entfernen spielen sie eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Mit Flügelspannweiten von bis zu 2,8 Meter gehören die seltenen und beeindruckenden Greifvögel zu den größten Vögeln Europas.

Wodurch sind die Geier in Europa bedroht?

Nach jahrhundertelanger Verfolgung durch den Menschen tauchte im Jahr 2002 mit Einführung der EU-Hygieneverordnung 1774/2002 ein neues Problem für die Geier auf. Denn von da an war es Viehhaltern selbst in den entlegensten Bergregionen Europas verboten, Tierkadaver der Natur zu überlassen. Insbesondere in Spaniens Gebirgsregionen hatte das zu großen Problemen für Bären und Geier geführt, für die damit eine wesentliche Nahrungsquelle wegfiel.

Wo macht sich EuroNatur für die Geier stark?

Gemeinsam mit der spanischen Partnerorganisation Fapas setzt sich EuroNatur vor allem im Kantabrischen Gebirge in Spanien für den Schutz der dort lebenden Gänse- und Schmutzgeier ein. Beide Arten sind in Europa stark bedroht.

Was machen EuroNatur und Fapas zum Schutz der Geier im Kantabrischen Gebirge?

  • Für Futter sorgen: Im „Tal der Bären“ werden für die Aasfresser auf einem Futterplatz regelmäßig Kadaver von Pferden und anderen Nutztieren ausgelegt.
  • Den Geiern zu einem besseren Image verhelfen: Durch intensive Umweltbildung setzen wir uns dafür ein, die Geier als „Gesundheitspolizisten der Berge“ bekannt zu machen.
  • Lebensräume erhalten: Mit zahlreichen Schutzmaßnahmen setzen wir uns dafür ein, das Kantabrische Gebirge als Lebensraum für die Geier zu erhalten (Lesen Sie hier mehr)


Was wir bereits erreichen konnten – Eine Auswahl wichtiger Erfolge:

  • Im Jahr 1987 erreichte Fapas das Verbot von Strychnin im Kantabrischen Gebirge. Bis dahin wurde das Gift frei in Apotheken verkauft und gegen Wildtiere wie Wölfe und Geier eingesetzt. Heutzutage gibt es auf dem spanischen Markt kein einziges frei verkäufliches strychninhaltiges Produkt. Dieser Schritt leistete einen entscheidenden Beitrag, die Geierbestände im Kantabrischen Gebirge zu erhalten.
  • Die Einstellung eines Großteils der Viehbauern, Getreidebauer, Tierärzte, und sogar der Sicherheitskräfte im Kantabrische Gebirge zu den Geiern hat sich spürbar geändert. Sie sehen die Vögel als nützliche Helfer, welche die Berge von Kadavern und Krankheiten säubern und zeigen Bereitschaft, die Vogelart zu erhalten.
  • Mit den Ergebnissen der Studie und konkreten Änderungsvorschlägen konnte die Europäische Kommission davon überzeugt werden, die Verordnung im Sinne des Artenschutzes zu überarbeiten. Im April 2009 verabschiedete das EU-Parlament eine Neufassung der EU-Hygieneverordnung 1774/2002.
  • Gänse- und Schmutzgeier nutzen den Futterplatz im „Tal der Bären“ regelmäßig.
  • Die Bestände von Gänse- und Schmutzgeiern im Kantabrischen Gebirge haben seit Beginn der Arbeit von Fapas deutlich zugenommen.


Partner: Fapas (Fondo para la Protección de los Animales Salvajes, Stiftung für den Schutz der Wildtiere)

Förderung: Heidehof-Stiftung und EuroNatur-Spender

 

Lesen Sie mehr zum EuroNatur-Projekt Futter für Aasfresser

Mehr über das EuroNatur-Projektgebiet im Kantabrischen Gebirge

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