Albanien plant Flughafenbau im Schutzgebiet

++ Neuer internationaler Flughafen soll in der Narta-Lagune entstehen ++ Albanisches Parlament hat dem Bauvorhaben gestern zugestimmt ++ EuroNatur und ihre Partner fordern eine seriöse Umweltverträglichkeitsprüfung ++

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Junge Krauskopfpelikane in der Narta-Lagune.

© Taulant Bino
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Auch für Flamingos stellt die Narta-Lagune einen wertvollen Lebensraum dar.

© Ferdinand Bego

In einem offenen Brief fordert Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der internationalen Naturschutzorganisation EuroNatur, den albanischen Premierminister Edi Rama auf, eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach internationalen Standards durchzuführen. „Wir sind überzeugt, dass eine seriös durchgeführte Bewertung nur zu dem Schluss kommen kann, dass der geplante Flughafen mit dem Schutz des Ökosystems Narta-Vjosa unvereinbar ist“, schreibt Gabriel Schwaderer in dem Brief.

Die 42 km² große Narta-Lagune bildet den südlichen Teil des Vjosa-Deltas. Einer der letzten unverbauten Wildflüsse Europas (außerhalb Russlands) mündet hier an einem weitestgehend unberührten Küstenstreifen in die Adria. Das Gebiet spielt eine zentrale Rolle für den Vogelzug entlang der Adriaküste und ist ein bedeutender Nahrungsplatz für die bedrohten Krauskopfpelikane.

Obwohl die Narta-Lagune Schutzstatus genießt, plant die albanische Regierung ausgerechnet in diesem Gebiet einen Flughafen bauen zu lassen, um den Tourismus im Süden des Landes anzukurbeln. Die Arbeiten an dem naturzerstörerischen Projekt sollen bereits in diesem Jahr beginnen. „Der Bau des Flughafens an diesem Standort hätte eine irreversible Schädigung des Ökosystems zur Folge“, mahnt Gabriel Schwaderer.


Hintergrundinformation:
Adria-Zugweg: Die Wasservögel Mittel-, Nord- und Osteuropas konzentrieren sich besonders auf den sogenannten „Adriatic Flyway“, der quer über den Balkan, die Adria und Süditalien bis nach Nordafrika führt.
Die Vjosa gilt als der letzte große Wildfluss Europas außerhalb Russlands. Ungestört und völlig unverbaut durchfließt sie unzugängliche Schluchten und Abschnitte mit riesigen Schotterbänken und Inseln ¬ über fast 270 Kilometer ohne Staudämme von den Pindusbergen in Griechenland bis in die albanische Adria.
• Die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ hat den Schutz der wertvollsten Flüsse auf dem Balkan zum Ziel. Sie wird von den NGOs Riverwatch und EuroNatur koordiniert und gemeinsam mit Partnerorganisationen aus den Balkanländern durchgeführt.

Rückfragen: Christian Stielow, E-Mail: christian.stielow(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 - 92 72 15

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