Capacity building am Grünen Band Balkan

Naturschutz mit Blick über den Tellerrand

© Gabriel Schwaderer
Gewinner des Wettbewerbs zur ökologischen Regionalentwicklung im Jablanica-Shebenik-Gebirge. © Gabriel Schwaderer

Gerade Menschen, die auf den ersten Blick nichts mit Naturschutz zu tun haben, können über Erfolg oder Misserfolg von Schutzmaßnahmen entscheiden. Umso wichtiger ist es, sie von Anfang an in die Naturschutzprojekte einzubinden. EuroNatur holt die Menschen vor Ort – vom Entscheidungsträger bis zur Privatperson – mit ins Boot. Das Projekt „Capacity Building zum Erhalt der Biodiversität am Grünen Band Balkan“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel Bed & Breakfast-Unterkünfte und Schutzmaßnahmen für den Balkanluchs miteinander zu tun haben.

Nationalpark – auf dem Papier und in der Praxis

EuroNatur setzt sich dafür ein, das zwischen Albanien und Mazedonien gelegene Jablanica-Gebirge und den parallel dazu auf albanischer Seite verlaufenden Shebenik-Gebirgszug langfristig als grenzübergreifendes Schutzgebiet und Lebensraum für den Balkanluchs am Grünen Band Balkan zu bewahren (lesen Sie hier mehr). Um rechtzeitig die Unterstützung der Bevölkerung zu sichern und die Nationalparkidee mit Leben zu füllen, hat EuroNatur im Jahr 2008 das Projekt „Capacity Building zum Erhalt der Biodiversität am Grünen Band Balkan“ gestartet.

 

Die Menschen als Naturschutzpartner gewinnen

Ziel ist es, den Menschen im Jablanica-Gebirge zu zeigen, welche wirtschaftlichen Perspektiven ihnen der Schutz der Naturschätze ihrer Heimat bietet und sie so als Partner zu gewinnen. Jemand, der mit dem Etikett „Nationalpark Jablanica – Heimat des Balkanluchses“ ganzjährig naturbegeisterte Gäste anlocken und auf diesem Weg sein Einkommen sichern kann, wird sich für die Ausweisung und Umsetzung eines Schutzgebietes einsetzen, auch wenn diese an anderer Stelle gewisse Einschränkungen mit sich bringt.

Was machen EuroNatur und seine Partner?

  • Nachhaltige Entwicklung greifbar machen: In einer Studienreise in den Naturpark Lonjsko Polje in den kroatischen Save-Auen wurden Vertretern aus dem in Planung befindlichen mazedonischen Nationalpark Jablanica Anregungen für die Umsetzung eigener Projekte u.a. zu nachhaltigem Tourismus und Umweltbildung in ihrer Heimat gegeben. Der Naturpark Lonjsko Polje wurde mit Hilfe von EuroNatur aufgebaut und gilt heute in der Region als Musterbeispiel für eine nachhaltige Entwicklung in Schutzgebieten.
  • Ideen säen: Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden 14 Projektideen zur ökologischen Regionalentwicklung im Jablanica-Gebirge ausgewählt. Privatleute, Mitarbeiter von Naturschutzorganisationen, Lehrer und andere Teilnehmer aus der Jablanica-Region nahmen an dem Wettbewerb teil.
  • Projekte fördern: Die Umsetzung der ausgewählten Projektideen wurde anschließend fachlich und finanziell gefördert. Darunter Projekte zur Umweltbildung, Umwelterziehung und naturtouristische Angebote.
  • Netzwerke schaffen: Die Wettbewerbsteilnehmer stellten sich die Ergebnisse ihrer Arbeit sowohl gegenseitig, aber auch verschiedenen Vertretern internationaler und nationaler Organisationen vor und knüpften dabei wertvolle Netzwerke für die Zukunft.
  • Den Ansatz übertragen: Auch in anderen Arten- und Gebietsschutzprojekten wendet EuroNatur den bewährten Ansatz an, die Bedürfnisse der Menschen in die Naturschutzmaßnahmen einzubeziehen.

Wichtige Erfolge – Was wir bereits erreichen konnten

  • Der Zuspruch für den Wettbewerb war groß: Insgesamt 50 Projektideen wurden eingereicht. Von den 14 ausgewählten Projekten wurden 13 erfolgreich umgesetzt.
  • Die Wettbewerbsteilnehmer waren mit Begeisterung dabei. Endlich konnten sie Ideen verwirklichen, die teilweise schon seit langem in ihren Köpfen gereift waren. Im Rahmen des EuroNatur-Projektes erhielten sie die nötige finanzielle und fachliche Unterstützung.
  • Die Akzeptanz für die geplante Ausweisung des Nationalparks Jablanica in Mazedonien ist durch das Projekt spürbar weiter gewachsen: Nicht nur die Projektteilnehmer, sondern auch die Vertreterin des mazedonischen Unweltministeriums bekräftigten, dass sie die Ausweisung des Jablanica-Nationalparks in Mazedonien weiter vorantreiben wollen.


Partner: Macedonian Ecological Society (MES)

Förderung: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesamtes für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), MAVA-Stiftung, Lufthansa Umweltförderung, EuroNatur-Spender und -Paten

 

 

Artikel „Naturschutz mit Blick über den Tellerrand“ im EuroNatur-Magazin 4-2009 (pdf-Datei, 3,7 Mb)

Zum Download (4 MB)

Sie wollen helfen?

Spende

Europas Naturschätze sind bedroht. EuroNatur handelt. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende! Damit leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewahrung von Europas Natur.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Der „Fall Vjosa“ geht in die nächste Runde

Nachdem das albanische Verwaltungsgericht Anfang Mai den Bau des Wasserkraftwerks „Pocem“ vorerst verbot, haben vergangenen Freitag die albanische...

Deutsche Welle nimmt Balkanluchse ins Visier

Der Balkanluchs gehört zu den seltensten Katzen der Erde. Um sein Aussterben zu verhindern, arbeiten Naturschützer unter anderem aus dem Kosovo und...

Ein Netzwerk für Meister Adebar

Vom 16.-20. Mai 2017 tagt im griechischen Poros die 14. Konferenz der Europäischen Storchendörfer ++ Auch Störche werden bei ihrem Zug über das...

Bewahren Sie mit uns das Blaue Herz Europas!

Kürzlich haben wir einen wichtigen Etappensieg errungen: Der albanische Verwaltungsgerichtshof hat den geplanten Bau des Wasserkraftwerks „Pocem“ an...

Motivsuche am Grünen Band Balkan

Neun Fotowettbewerbe – ein Ziel: Das schönste Bild des Grünen Bandes Balkan! Im Rahmen einer internationalen Fotowettbewerbsaktion laden neun...

Breites Votum für eine nachhaltige Landwirtschaft

In den vergangenen Wochen konnten Europas Bürger über die zukünftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU abstimmen. Weit über...

Illegale Tötung von Bären in Spanien nimmt wieder zu

Der Druck auf Spaniens Petze im Westteil des Kantabrischen Gebirges wächst weiter. Kürzlich wurden erneut zwei tote Bären in der Provinz Asturien...

Neuer Rekord beim Fotowettbewerb „Naturschätze Europas“

So viele Einsendungen gab es noch nie: 1.130 Hobby- und Profifotografen aus 41 Ländern haben rund 4.000 Bilder von Europas Natur eingeschickt.

Natur- und Familienerlebnis Mettnau

Am Samstag, den 20. Mai 2017 wird zum ersten Mal der Umwelt- und Klimaschutztag in Radolfzell am Bodensee begangen. Der Stand von EuroNatur im...

Bedrohte Botschafterin

Am 10. Mai ist Weltzugvogeltag ++ Eine der Botschafter-Arten in diesem Jahr ist die gefährdete Knäkente

Pelikane im Brutfieber

Bei den Krauskopfpelikanen am Skutari-See ist die Brutsaison im vollen Gange. Dicht an dicht sitzen die großen Vögel auf ihren Nestern – so viele wie...

Staudammprojekt vorläufig gestoppt

++ Albanisches Gericht stoppt Staudammprojekt an der Vjosa ++ Erfolg für Naturschutz und für Anwohner ++

Der aktuelle EuroNatur-Newsletter ist da

30 Jahre EuroNatur, das sind 30 Jahre couragierte Naturschutzarbeit unter dem Motto „Menschen und Natur verbinden“. Lesen Sie in unserem aktuellen...

Wissenschaftler für die Vjosa

++ Forscherteam aus Österreich, Albanien, Deutschland und Slowenien untersucht Europas letzten Wildfluss ++ Pressekonferenz auf Flussinsel ++

Tod im Libanon

Für die Zugvögel erweist sich der östliche Mittelmeerraum, trotz aller Erfolge gegen die Vogeljagd, einmal mehr als äußerst gefährliches Terrain. Eine...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung