ELBARN

Rettungsnetz für Turopolje-Schwein & Co.

© Martin Schneider-Jacoby
Turopoljer-Schweine in den Save-Auen © Martin Schneider-Jacoby

Die traditionellen Nutztierrassen sind immer stärker vom Aussterben bedroht. Schon heute bilden weltweit nur sehr wenige Rassen den Großteil des Nutztierbestandes. Im Zuge von Kostenminimierung und Produktionsoptimierung hat man sich auf wenige Hochleistungs-Rassen konzentriert. Dadurch wird der Genpool erheblich dezimiert, und die Widerstandsfähigkeit sowie die Anpassungsfähigkeit der Nutztiere gegenüber Krankheiten und Änderungen der Lebensbedingungen nehmen ernsthaft ab. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, initiierte EuroNatur gemeinsam mit der Stiftung SAVE und drei weiteren Partnerorganisationen das ELBARN-Projekt.


Was ist ELBARN?
ELBARN (European Livestock Breeds Ark and Rescue Net) ist ein Europäisches Netzwerk von Arche- und Rettungsstationen für Nutztiere, bestehend aus Bauernhöfen, Freilichtmuseen und anderen Einrichtungen, die sich für die Erhaltung gefährdeter einheimischer Nutztierrassen einsetzen. Von vielen Rassen existieren inzwischen nur noch sehr wenige Tiere. Rettungsstationen nehmen Tiere auf, deren Halter ihren eigenen Hof aufgeben mussten und keinen eigenen Ersatz finden konnten. Bei den Arche-Zentren ist es möglich, einheimische Nutztierrassen zu besichtigen. Einige dieser Höfe bieten auch Führungen für Schulklassen und Übernachtungsplätze an oder betreiben einen Hofladen.
Ziel des ELBARN-Projektes ist es, Akteure für das Netzwerk zusammen zu führen und europaweit potentielle Arche- und Rettungsstationen aufzufinden. Die erste Phase des ELBARN-Projekts, die von 2007 bis 2010 lief, wurde von der Europäischen Union kofinanziert.



Welche Nutztierrassen profitieren von ELBARN?
Ungarische Steppenrinder, Podolac-Rinder an der Save, Turopolje-Schweine, Posavina-Pferde, die Roten Narew-Rinder oder auch die Schwäbisch-Hällischen Schweine sind nur einige der Rassen, deren langfristiges Überleben durch das ELBARN-Projekt gesichert werden soll. Ein weiteres Beispiel ist das Karakatchan-Schaf, für dessen Erhaltung sich EuroNatur in den Kotelbergen in Bulgarien stark macht.

Wichtige Erfolge – Was wir bereits erreichen konnten:

  • Europaweiter Datenaustausch: Um die Rettung seltener Nutztierrassen europaweit besser zu organisieren, wurde eine Internet-Datenbank angelegt, die alle dafür notwendigen Informationen der Arche- und Rettungsstationen (wie Tierart, -rasse, Bestandsgröße, etc.) dokumentiert und bündelt. Über die ELBARN-Website ist diese Datenbank, die europaweit diese Höfe vorstellt, öffentlich zugänglich.
  • Auffangstationen für seltene Rassen: Im Rahmen der ersten drei-Jahres-Phase des ELBARN-Projekts wurde ein europaweites Netz sogenannter Arche-Zentren und Rettungsstationen eingerichtet.
  • Regionale Aktionspläne: Im Rahmen des Projekts wurde der europäische Raum in vier Regionen unterteilt. Für jede dieser Regionen wurden die spezifischen Anforderungen für ein funktionierendes ELBARN-Netzwerk erarbeitet und in Aktionsplänen festgelegt.
  • ELBARN-Richtlinien: Ein Handbuch, das Archezentren und Rettungsstationen konkrete Hilfestellung gibt bei Themen wie Rettungsaktionen im Fall von Seuchen u.ä. , Erhaltungszucht oder Vermarktung von Produkten.
  • ELBARN-Buch: Ein umfassendes Buch, das erklärt, was Agrobiodiversität ist und warum sie gefährdet ist. Das Buch enthält zahlreiche Beispiele, Fallstudien, Fotos, Karten und Kontaktstellen.


Partner: Stiftung SAVE, Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH), Steunpunt Levend Erfgoed (SLE), Razze Autoctone a Rischio di Estinzione (RARE)

Förderung: Europäische Kommission

 

Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zur Erhaltung alter Nutztierrassen.

 

Link zur ELBARN-Webseite: www.elbarn.net


Link zum Faltblatt "ELBARN - European Livestock Breeds Ark and Rescue Net" (pdf-Datei, 340kb, deutsch)

Link zum Buch "ELBARN - European Livestock Breeds Ark and Rescue Net" (pdf-Datei, 4,9Mb, englisch)

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