EuroNatur-Projekte alte Nutztierrassen

Klicken Sie auf die Überschriften, um mehr über die Arbeit von EuroNatur zum Erhalt alter Nutztierrassen in Europa zu erfahren:

 

Rettung des Karakatchan-Schafes in Bulgarien

Save-Auen: Schweine decken Löfflern den Tisch

Narew: Rote Kühe und würziger Käse

 

 


Rettung des Karakatchan-Schafes in Bulgarien

© Gunther Willinger
Karakatchan-Schafs in den bulgarischen Kotel-Bergen © Gunther Willinger

Welches Potenzial die naturnahe Bewirtschaftung der Kotel-Berge für Menschen und Natur bietet, das zeigt die bulgarische Naturschutzorganisation FFWF mit dem Projekt zur Erhaltung des Karakatchan-Schafs in den bulgarischen Kotel-Bergen.
 
Nahe dem Städtchen Kotel unterhält der EuroNatur-Partner einen Biohof, zu dem unter anderem eine Herde aus fast 400 Karakatchan-Schafen gehört. Diese alte Nutztierrasse ist heute beinahe ausgestorben. Obgleich die widerstandsfähigen Tiere perfekt an ein Leben in den Kotel-Bergen angepasst sind, werden sie kaum noch gehalten. Die wenigen verbliebenen Tiere aufzuspüren und eine Karakatchan-Herde zusammen zu bekommen, kostete Emilian Stojanov und seine Kollegen mühsame Recherchen.
Jetzt halten die Karakatchan-Schafe die Weideflächen des Hofes ganzjährig offen und tragen erfolgreich dazu bei, diese als Lebensräume für Saker-Falke und Co. zu erhalten. Gleichzeitig liefern sie Wolle, Milch und Fleisch. Um die extensive Weidewirtschaft als naturverträgliche Einkommensquelle in den Kotel-Bergen zu erhalten, werden auf dem Biohof heute unter anderem junge Schäfer ausgebildet.
Ziel des Projektes ist es auch, in der Region möglichst viele Nachahmer zu finden.

Flankiert wird das Projekt von der agrarpolitischen Lobbyarbeit von EuroNatur, die sich für Diversifizierung (auch von Rassen), Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit in der europäischen Landwirtschaft einsetzt.


Mehr über das EuroNatur-Projekt in den bulgarischen Kotel-Bergen


Mehr über die agrarpolitische Lobbyarbeit von EuroNatur



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Save-Auen: Schweine decken Löfflern den Tisch

© Martin Schneider-Jacboy
Wollschweine wühlen den Boden der überschwemmten Hutweiden in den Save-Auen auf. © Martin Schneider-Jacboy

1998 gelang es, eine Pufferzone um die Löfflerkolonie im Krapje Dol zu schaffen, in der intensives Ackerland wieder zurück in eine große Hutweide verwandelt wurde. Alte Haustierrassen wie Posaviner Pferde, Podolac-Rinder und Turopoljer Schweine weiden heute auf den überschwemmten Hutweiden - besonders wichtig für die Löffler sind die Schweine, da sie den Boden aufwühlen und so vegetationsfreies Flachwasser in den Suhlen schaffen.

Wenn dann das Hochwasser abfließt, sammelt sich hier die Nahrung wie in einer Schüssel, die nur noch ausgelöffelt werden muss. Nicht nur die Löffler sammeln sich an diesen Stellen sondern auch Störche, Reiher und Watvögel. Sogar Seeadler holen sich regelmäßig die größeren Fische aus den Restpfützen.


Zum Artikel "Alte Nutztierrassen in Gefahr" im Magazin "mahlzeit", August 2008 (pdf-Datei, 1,5 Mb)


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Rote Kühe und würziger Käse

© Lutz Ribbe
Mit dem Stocherkahn treiben die Bauern ihre Roten Kühe zum Weidegang auf die Flussinseln iin der Narew © Lutz Ribbe

Mit ihren wasserresistenten Hufen sind die Roten Kühe perfekt an die morastigen Feuchtwiesen an der Narew angepasst. EuroNatur hat bereits mehrere Landwirte beim Aufbau ihrer Herden aus Roten Kühen unterstützt. In Waniewo, einem kleinen Ort im Westen des Narew-Nationalparks, konnte mittlerweile sogar ein Bauer gefunden werden, der seine Roten Kühe jeden Morgen mit einem Stocherkahn zum Weiden auf die Schilfinseln im Fluss treibt. Abends holt er sie zum Melken wieder zurück ans Ufer.

Das Erfolgsrezept ist auch hier, dass sich die Naturschutzarbeit für die Bauern in barer Münze auszahlt: Zu Käse verarbeitet, findet die hochwertige Milch der Roten Kühe reißenden Absatz, auf den regionalen Märkten bis hin nach Warschau.

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