Europäische Wildtiernetzwerke

Bahn frei für Europas Wildtiere

© Hans Glader
© Hans Glader

Europaweit nimmt die Verkehrsdichte mehr und mehr zu. Entsprechend groß ist der Bedarf an neuen und breiteren Transportwegen. Angesichts des rasanten Ausbaus des Verkehrs- und Transportwegenetzes vor allem in Zentral- und Südosteuropa wird das Thema Landschaftszerschneidung dort immer brisanter. Betroffen sind vor allem weit wandernde Arten wie Wölfe, Bären, Luchse und deren Beutetiere, für die Straßen und Bahntrassen häufig unüberwindbare Hindernisse darstellen. So werden Populationen zerschnitten und in so kleine Teile aufgeteilt, dass sie langfristig nicht mehr überlebensfähig sind.

Sicherheitsnetz für Wolf & Co. weben
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat EuroNatur gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt im Jahr 2008 das Projekt „Transeuropäische Wildtiernetzwerke“ (TEWN) ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, die Zerschneidung der zusammenhängenden Landschaften auf der Balkanhalbinsel einzudämmen, um sie als Lebensraum für große Beutegreifer wie Wolf, Bär, Luchs und ihre Beutetiere zu erhalten.

Wertvolles Wissen ausschöpfen
Langfristig lässt sich dieses Ziel nur erreichen, wenn es gelingt, die Verkehrsplanung im Sinn von Wolf & Co zu beeinflussen. Die Chancen stehen gut: Denn EuroNatur hat in langjähriger Zusammenarbeit mit Projektpartnern in Polen und Kroatien bereits wertvolle Konzepte entwickelt und angewandt, mit denen sich der verheerende Einfluss von Verkehrswegen auf Großsäuger in Grenzen halten oder gar vermeiden lässt. Im Rahmen des TEWN-Projekts wurden diese wertvollen Erkenntnisse nach Bulgarien und Rumänien übertragen, um die Position des Naturschutzes in beiden Ländern zu verbessern.


Was wir bereits erreichen konnten – Eine Auswahl wichtiger Erfolge:

  • Wissen vernetzt: Im Rahmen von Konferenzen und Seminaren konnten Vertreter aus allen relevanten Bereichen wie Naturschutzorganisationen, Ministerien, Universitäten oder Planungsbüros Wissen und Erfahrungen austauschen. So gelang es Schritt für Schritt, ein internationales Netzwerk aus Experten zum Thema Landschaftszerschneidung aufzubauen.
  • Zusammenarbeit gefördert: Nach einer von EuroNatur organisierten Konferenz im November 2009 in Sofia/Bulgarien signalisierten die daran teilnehmenden Vertreter des Straßenbaus ihre Bereitschaft, künftig intensiv mit Vertretern des Naturschutzes zusammenzuarbeiten.
  • Rahmen für Dialog geschaffen: Auf einer von EuroNatur organisierten Konferenz im November 2009 in Bukarest/ Rumänien gelang es zum ersten Mal, Verkehrsplaner und Naturschützer an einen Tisch zu bringen. Hier besteht noch mehr Diskussionsbedarf als in Bulgarien. Um den Dialog zwischen den Parteien zu fördern, organisierte EuroNatur im Sommer 2010 eine Exkursion nach Kroatien mit Vertretern des Naturschutzes und des Straßenbaus. Auf der Reise lernten die Teilnehmer vor Ort verschiedene Maßnahmen kennen, mit denen sich Verkehrsplanung und Naturschutz erfolgreich vereinbaren lassen. Die Exkursion leistete darüber hinaus einen Beitrag für eine bessere Verständigung der beiden Parteien.
  • Klare Handlungsvorschläge: Für die Projektländer Bulgarien und Rumänien wurden nationale Fallstudien erstellt. Sie geben Hinweise für die Entscheidungsträger, wie der Schutz der Großsäuger bei der Planung von Verkehrswegen berücksichtigt werden kann.
  • Praxisbezogenes Nachschlagewerk: Das über Jahre gesammelte Wissen aus Projekten in Polen, Kroatien und der Slowakei wurde in einem Handbuch für Europa, dem TEWN Manual, zusammengefasst. Das Handbuch ist keine abgehobene Abhandlung, sondern hilft, wirksame Maßnahmen gegen die Zerschneidung zu finden, umzusetzen und deren Erfolg zuverlässig zu überprüfen.


Projektpartner:„Transeuropean Wildlife Networks“ und Autoren des Handbuches: EuroNatur (D), Zoologische Gesellschaft Frankfurt (D), Institut für Landespflege der Albert-Ludwigs-Universität (D), Association for Bird and Nature Protection “Milvus” (RO), Association for Nature “Wolf” (PL), Balkani Wildlife Society (BG), Biology Department, Veterinary Faculty, University of Zagreb (HR), Carpathian Wildlife Society (SK), Mammal Research Institute, Polish Academy of Science (PL)

Förderung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, EuroNatur-Paten und -Spender

 

 

Faltblatt „Bahn frei für Europas Wildtiere“

Zum Download (408 KB)

Sie wollen helfen?

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Grenzübergreifendes Projekt zum Save-Schutz angelaufen

Das von EuroNatur initiierte SavaParks Netzwerk hat den Zuschlag zu einer EU-Förderung für ein neues Projekt an der Save bekommen. Anfang Oktober fand...

Petition zur Rettung von Europas letzten Urwäldern

Die vierte Folge der investigativen Dokuserie „Out of Control“ zeigt die dramatischen Zerstörungen im rumänischen Calimani-Nationalpark. Parallel zur...

Das Grüne Band Europa als Grüne Infrastruktur erhalten

Über 100 Vertreter aus 24 europäischen Ländern kommen auf der Wartburg zur 10. Paneuropäischen Grüne-Band-Konferenz zusammen. Die Welterbestätte ist...

EuroNatur-Preis 2018 an Schweizer Fluss-Schützer verliehen

++ EuroNatur-Preis 2018 geht an Roberto Epple ++ Am 9. Oktober ist europaweit die Online-Kampagne #ProtectWater gestartet ++

Grenzübergreifender Gipfelsturm

Im Rahmen der European Green Belt Days 2018 haben sich über 50 Menschen auf eine Bergwanderung begeben. Das Ziel war der Drei-Länder-Gipfel im...

25 Jahre Fotowettbewerb „Naturschätze Europas“

++ EuroNatur präsentiert Höhepunkte des Fotowettbewerbs „Naturschätze Europas“ in großformatigem Kalender ++ Fotoausstellung im Nationalpark...

Ein Vierteljahrhundert deutsch-polnische Zusammenarbeit

Seit 25 Jahren ist EuroNatur in der polnischen Narew-Region aktiv und trägt zusammen mit großen Teilen der lokalen Bevölkerung dazu bei, die...

Erster europäischer Fluss-Gipfel in Sarajevo

++ 250 Personen beim ersten Gipfel zur Rettung der europäischen Flüsse ++ Teilnehmer fordern EU und Regierungen auf, nicht mehr in Wasserkraft zu...

Musik für lebendige Flüsse und gegen Dämme

Hunderte beim Konzert für Balkanflüsse in Sarajevo. Populäre Musiker singen gegen den Wasserkraft-Tsunami auf dem Balkan an.

Vorbildlicher Naturschutz am Grünen Band Europa

„Grün und lebendig“ heißt der Slogan der Gemeinde Peja im westlichen Kosovo. Und dabei handelt es sich nicht um heiße Luft. Kürzlich wurde Peja als...

Einsatz für Europas Flüsse wird geehrt

++ EuroNatur-Preis 2018 geht an Roberto Epple ++ Der Schweizer Naturschützer hat die Bedrohung naturnaher Flüsse durch Wasserkraftprojekte bereits...

Skandalöse Abholzungen in Rumänien enthüllt

Die dritte Folge der investigativen Dokuserie „Out of Control“ zeigt, dass die Waldvernichtung im rumänischen Cheile Nerei-Beusnita-Nationalpark...

Erneuter Sieg für die „tapferen Frauen von Kruščica“

++ Frauen blockieren seit über einem Jahr eine Brücke in Bosnien-Herzegowina, um ihren Fluss zu schützen ++ Erneuter Versuch des Investors, die...

Illegale Bauarbeiten im Valbona-Nationalpark gehen weiter

Juristische Farce in Albanien: Unterschiedliche Gerichte heben gegenseitig ihre Entscheidungen im Fall des geplanten Kraftwerks Dragobia auf....

Slowenischer Teilabschnitt der Mur wird UNESCO-Biosphärenreservat

Erfreuliche Neuigkeit für Mitteleuropas größte Flusslandschaft: Die UNESCO hat 29.000 Hektar Auenlandschaft der slowenischen Mur als...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung