Bojana-Buna-Delta und Skutari-See

Arche Noah an der Adria

© EuroNatur und Landsat
© EuroNatur und Landsat

Eingebettet zwischen Dinarischem Gebirge und Adria findet sich im südwestlichen Abschnitt des Grünen Bandes Balkan eine großartige Abfolge an Naturlandschaften. Im Grenzgebiet zwischen Montenegro und Albanien liegt mit dem Bojana-Buna-Delta, der dazugehörigen Saline Ulcinj und dem etwas weiter landeinwärts gelegenen Skutari-See das größte verbliebene Feuchtgebiet entlang der Adria-Zugroute.

Der Abfluss des Skutari-Sees (in Albanien „Buna“, in Montenegro „Bojana“) bildet auf seiner Fließstrecke zur Adria einen einzigartigen Naturkorridor aus Feuchtwiesen, Naturstränden, Strandseen, Lagunen und Auwäldern. Fast symmetrisch teilt der Grenzfluss einen dreißig Kilometer langen Sandstrand an der Adria in zwei Teile und formt ein riesiges Delta. Seine außergewöhnliche Artenvielfalt macht das Gebiet zu einer wahren Arche Noah an der Adria.

 

Zugvogel-Rastplatz von globaler Bedeutung

Kormorane, Zwergscharben, Löffler und verschiedene Reiherarten haben hier stabile Brutkolonien aufgebaut. Außerdem gehören der Skutari-See und alle Feuchtgebiete im Bojana-Buna-Delta zu den wichtigsten Rastplätzen für Zugvögel, die über die Adria nach Nordafrika fliegen und auch wieder zurück. Für 23 Wasservogelarten ist der Skutari See mit dem Bojana-Buna-Delta ein Rastplatz von internationaler Bedeutung.

Der Druck auf die Natur ist groß

Doch die politische Wende Anfang der 1990er Jahre brachte neue Gefahren für die Natur. Seit der Öffnung des Eisernen Vorhangs drohen die Naturschätze von Bojana-Buna-Delta und Skutari-See einer Phase unkontrollierter Entwicklung zum Opfer zu fallen. Vor allem illegale Bautätigkeit, ungeregelter Freizeitbetrieb, der Bau von Staudämmen und die Vogeljagd drohen die Idylle zu zerstören. Es bedarf des intensiven Einsatzes von lokalen und internationalen Naturschutzorganisationen, das Bojana-Buna-Delta und den Skutari See als Perlen am Grünen Band Europas und als wichtigen Rastplatz auf der Adria-Zugroute dauerhaft zu erhalten.

 

>>> Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz von Bojana-Buna-Delta und Skutari-See!

 

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