Saline Ulcinj

Salz und Schelladler

© Martin Schneider-Jacoby
© Martin Schneider-Jacoby

Das Salinenareal von Ulcinj in Montenegro, das zum Bojana-Buna-Delta gehört, ist mit 1.500 Hektar nicht nur eine der größten Salinen im Mittelmeerraum. Die für die Salzgewinnung umgestaltete  Lagune ist auch eines der wichtigsten Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel an der östlichen Adriaküste. Besonders die jährliche Flutung und das anschließende, langsame Trockenfallen der Verdunstungsbecken schafft wertvolle Feuchtlebensräume für eine Reihe von Wat- und Wasservögeln. 

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit EuroNatur. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

 

 

Vogelbeobachter kommen in der Saline Ulcinj voll auf ihre Kosten: In manchen Jahren rasten hier bis zu 200 Löffler und 100 Krauskopfpelikane  gleichzeitig. Greifvögel wie Fischadler, Wespenbussarde, Rötelfalken, Schwarzmilane, Rohrweihen, Schelladler und Wanderfalken sind regelmäßige Gäste. Auch für seltene Arten aus unserer Kulturlandschaft, wie etwa für Grauammer und Heidelerche, ist die Saline Ulcinj ein wichtiger Rastplatz.

Doch die Oase für Zugvögel ist in Gefahr: Der Druck der Tourismusindustrie wird immer größer, das Gebiet zu bebauen und für ihre Zwecke zu nutzen. Außerdem ist der weitere Betrieb der Saline aus wirtschaftlichen Gründen gefährdet. Ein besonders brennendes Problem ist auch in der Saline Ulcinj die Wilderei.

Was machen EuroNatur und ihre Partner?

  • Gegen die Vogeljagd an der östlichen Adria kämpfen: Lesen Sie mehr in der Rubrik Zugvögel.
  • Wertvolle Argumentationsgrundlagen schaffen: Bereits 2002 hat EuroNatur gemeinsam mit seinen Partnern erstmals den großen ökologischen Wert des Bojana-Buna-Deltas und der dazugehörigen Saline Ulcinj schwarz auf weiß belegt und damit die nötigen Argumente für den Schutz des Gebietes zusammengetragen.
  • Die Vogelbestände überwachen: Regelmäßige Zählungen lassen Veränderungen frühzeitig erkennen. 
  • Erfolgreiche Schutzkonzepte entwickeln: Wir haben einen Managementplan erstellt, wie sich die Saline Ulcinj erfolgreich schützen und ihr großes ökologisches Potenzial naturverträglich nutzen lässt.
  • Den Bruterfolg seltener Vogelarten unterstützen: Regelmäßig richten wir Bruthilfen für Arten wie Brandgans, Blauracke, Zwergseeschwalbe, Steinkauz und Wiedehopf ein.
  • Umweltbildung ermöglichen: Um den Erhalt der Saline als Vogelparadies zu erreichen, schaffen wir Möglichkeiten, die Vogelwelt hautnah zu erleben, ohne die Tiere zu stören.

Was wir bereits erreicht haben – Eine Auswahl wichtiger Erfolge:

  • Die Vogelzahlen in der Saline Ulcinj sind in den letzten Jahren angestiegen.
  • EuroNatur hat in Abstimmung mit dem Management ein Jagdverbot für die Saline Ulcinj durchgesetzt.
  • In Zusammenarbeit mit der Betreiberfirma „Solana Ulcinj“ und unseren Partnern vor Ort finden zu den Zeiten des Vogelzuges regelmäßige Kontrollen statt. Diese Maßnahme erhöht den Druck auf die Vogeljäger. 
  • In einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Saline wurde das erste Informationszentrum Montenegros errichtet.
  • Ein Beobachtungsturm ermöglicht es, die Vielfalt der Vogelwelt hautnah zu erleben ohne sie zu stören. Seit 2007 werden regelmäßig Gruppen durch das Salinengelände geführt.
  • Die Voraussetzungen sind geschaffen, dass die montenegrinische Regierung bei der Ramsar-Konvention einen Antrag auf Nominierung der Saline Ulcinj zum Ramsargebiet einreichen kann.
  • Zu besonderer Aufmerksamkeit verhalf EuroNatur der Saline Ulcinj mit der ersten Adriatic-Flyway-Konferenz im Jahr 2009. Diese wurde in enger Zusammenarbeit mit den Salinenbetreibern ausgerichtet. Im Rahmen einer Exkursion erfuhren Vertreter der für den Zugvogelschutz in Europa bedeutenden Institutionen den herausragenden Wert der Saline als Zugvogelrastplatz hautnah.
  • Im Juni 2012 entschied das montenegrinische Ministerium für Tourismus und nachhaltige Entwicklung, die gesamte Saline Ulcinj mit Ausnahme der Gebäude und des Kristallationsbeckens unter Naturschutz zu stellen. Dieser Schritt ist wesentlich dem jahrelangen Engagement von EuroNatur und seinen Partnern zu verdanken. Doch es handelt sich dabei nur um einen Teilerfolg: Wegen der Blockadehaltung der montenegrinischen Regierung  genießt das Gebiet bis heute immer noch keinerlei nationalen Schutzstatus!

Partner: Solana Ulcinj, Zentrum für Vogelschutz und Monitoring in Montenegro (CZIP)

Förderung: Mava-Stiftung, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), EuroNatur-Paten und -Spender


Vertreibung aus dem Vogelparadies - Salzgarten von Ulcinj droht Zerstörung, Spendenaufruf Mai 2018

Zum Download (1 MB)

Ergebnisse der 2. Konferenz zur Rettung der Saline Ulcinj (7.-8. April 2016, Podgorica)

Zum Download (231 KB)

Artikel "Saline Ulcinj: Skrupellose Geschäfte im Vogelparadies" im EuroNatur Magazin 2/2015, S. 19

Zum Download (5 MB)

"Gezielte Aktion zur Zerstörung", Interview mit EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer in der Zeitschrift natur, Ausgabe Juni 2015

Zum Download (5 MB)

Hintergrundbericht aktuelle Situation in der Saline Ulcinj im Januar 2015 (CZIP, EuroNatur)

Zum Download (585 KB)

Kurzfilm "Wetlands on Fire - Feuchtgebiete unter Beschuss"

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Kurzfilm "Saline Ulcinj - Ökotourismusziel"

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"Die Schandtaten der Regierung Montenegros" von Norbert Mappes-Niediek in der Badischen Zeitung

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Managementplan Saline Ulcinj

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