Jablanica-Shebenik

Perle am Grünen Band

© MES
Im Jablanica-Shebenik-Gebirge gibt es noch die seltenen Albanischen Lilien © MES

Nördlich des Ohrid-Sees im Grenzgebiet zwischen Albanien und Mazedonien liegen die Gebirgszüge Jablanica und Shebenik. Das sich in Nord-Süd-Richtung erstreckende Jablanica-Gebirge bildet die Grenze zwischen beiden Ländern, das Shebenik-Gebirge verläuft parallel auf albanischem Gebiet. Vor 1990 war das Gebirge Teil des militärisch abgeriegelten jugoslawisch-albanischen Sperrgebietes, heute ist es Teil des Grünen Bandes Balkan.

Bestechende Artenvielfalt
Das Jablanica-Shebenik Gebirge zählt zu den herausragenden Kostbarkeiten der Natur entlang des Grünen Bandes. Die wunderschöne Gebirgslandschaft mit ihren vergleichsweise gut erhaltenen Buchenwäldern und ausgedehnten alpinen Matten bietet neben endemischen Pflanzenarten wie dem Balkan-Veilchen, der Jablanica-Lichtnelke und der Albanischen Lilie auch Braunbär, Wolf und dem stark vom Aussterben bedrohten Balkanluchs eine Heimat.

Druck auf die letzten Ressourcen wächst
Doch diese Schatzkammern der Vielfalt sind bedroht. Nachdem - gerade in Albanien  ein Großteil der ursprünglichen Wälder dem Raubbau zum Opfer fiel, sind die letzten Waldbestände besonders begehrt. Ein weiteres Problem ist die weit verbreitete Beweidung mit Ziegen, die den Aufwuchs von Bäumen und Sträuchern verhindert.

Ziel: Grenzüberschreitender Nationalpark
EuroNatur arbeitet seit vielen Jahren daran, die großen zusammenhängenden Waldflächen des Jablanica-Shebenik-Gebirges langfristig zu erhalten. Gemeinsam mit lokalen Naturschutzorganisationen sowie der Unterstützung durch die nationalen Behörden Mazedoniens und Albaniens hat es sich EuroNatur zum Ziel gesetzt, hier zwischen Albanien und Mazedonien ein grenzüberschreitendes Großschutzgebiet einzurichten. Von den Schutzmaßnahmen profitieren neben dem Balkanluchs auch Wölfe, Bären und das gesamte Ökosystem, an dessen Spitze diese Raubtiere stehen.

Was machen EuroNatur und seine Partnerorganisationen?

  • Wissensgrundlagen schaffen: Sowohl auf albanischer als auch mazedonischer Seite wurden Daten zu Flora, Fauna und landschaftlichen Besonderheiten gesammelt. Diese flossen in die Berichte ein, die für die Ausweisung von Schutzgebieten notwendig sind.
  • Wirksame Schutzkonzepte entwickeln: Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir aufeinander abgestimmte Zonierungskonzepte für die nationalen Schutzgebiete entwickelt und bei den entsprechenden Ministerien eingereicht.
  • Langfristigen Schutz sichern: Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort betreiben wir Lobbyarbeit bei den lokalen Behörden, um eine leistungsfähige Verwaltung in den Schutzgebieten aufzubauen.
  • Akzeptanz schaffen: Mit Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns dafür ein, die Menschen in der Region für den Naturschutz zu gewinnen. Lesen Sie mehr zum EuroNatur-Projekt "Capacity building".
  • Perspektiven schaffen: Gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickeln wir Konzepte, wie sie ohne Übernutzung der natürlichen Ressourcen eine sichere Existenz im Einklang mit der Natur haben können. Ein Praxisbeispiel ist der grenzüberschreitende Wanderweg, den EuroNatur gemeinsam mit seinen Partnern vor Ort anlegt.  Lesen Sie mehr zum EuroNatur-Projekt "Capacity building".



Was wir bisher erreichen konnten – Eine Auswahl wichtiger Erfolge

  • Am 21. Mai 2008 wies die albanische Regierung offiziell 340 Quadratkilometer des Gebirgszuges als Shebenik-Jablanica-Nationalpark aus. Die Ausweisung des albanischen Shebenik-Jablanica-Nationalparks ist der wichtige erste Schritt auf einem langen Weg.
  • Auch aus Mazedonien gibt es positive Signale für die Einrichtung eines direkt an den albanischen Nationalpark angrenzenden Großschutzgebiets mit einer Fläche von mehr als 150 Quadratkilometer. Zusammen mit dem albanischen Teil würde somit ein Großschutzgebiet mit rund 500 Quadratkilometern am Grünen Band Balkan entstehen.
  • Die Umsetzung des grenzüberschreitenden Wanderwegenetzes im Jablanica-Shebenik-Gebirge im albanisch-mazedonischen Grenzgebiet macht große Fortschritte. Der albanische Teil des Streckennetzes wurde Ende Juli offiziell freigegeben.
  • Die Bevölkerung der albanisch-mazedonischen Grenzregion Jablanica-Shebenik steht den Schutzgebietsplanungen auf beiden Seiten der Grenze positiv gegenüber. Die meisten Menschen akzeptieren den Schutz ihrer Heimat und den damit einhergehenden Nutzungsverzicht.



Partner: PPNEA (Preservation and Protection of Natural Environment in Albania), MES (Macedonian Ecological Society), KORA (Raubtierökologie und Wildtiermanagement)

Förderer: MAVA-Stiftung, Bundesamt für Naturschutz, EuroNatur-Spender

Sie wollen helfen?

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Auf Entdeckungsreise in Europas Natur

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2019“ startet

Vergiftungen bedrohen Geierbestände auf dem Balkan

In den letzten zwanzig Jahren sind mindestens 465 Geier auf dem Balkan Opfer von Vergiftungen geworden. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine...

Berner Konvention fordert Albanien zum Schutz der Vjosa auf

++ Geplante Wasserkraftwerke Pocem und Kalivac an der Vjosa sind sofort zu stoppen. ++ Ständiger Ausschuss der Berner Konvention sieht einmaliges...

Öko-Masterplan zeigt Wert der Balkanflüsse

++ 80.000 Kilometer Fließgewässer auf dem Balkan wissenschaftlich bewertet ++ 76 Prozent davon als Tabuzonen für Wasserkraftwerke ausgewiesen ++...

#GivingTuesday: Mitmachen und Flussperlen schützen!

Der Countdown läuft: Am 27. November ist #GivingTuesday. An diesem Tag ruft die gleichnamige Initiative weltweit Menschen dazu auf, ein Zeichen gegen...

Gänsegeier in der Saline Ulcinj abgeschossen

Für einen kroatischen Gänsegeier wurde die Saline Ulcinj zu einem tödlichen Rastplatz. Vermutlich erschossen Wilderer den seltenen Greifvogel – leider...

Grünes Band in Thüringen ist Nationales Naturmonument

Der einmalige Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze soll dauerhaft und flächendeckend geschützt werden.

EU-Kommission muss Urwälder in Rumänien schützen

EuroNatur und Agent Green: Größte Naturschutzkrise der EU erfordert dringendes Einschreiten

Kein „Weiter so“ in der Gemeinsamen Agrarpolitik

Die Verhandlungen um die Neugestaltung der europäischen Agrarpolitik ab 2021 auf EU-Ebene sind in vollem Gang. EuroNatur und ihre Partner fordern...

Serbien will Abkommen zum Schutz der Zugvögel beitreten

Lange haben EuroNatur und ihre serbische Partnerorganisation Bird Protection and Study Society of Serbia darauf hingearbeitet, nun ist der erste...

Grenzübergreifendes Projekt zum Save-Schutz angelaufen

Das von EuroNatur initiierte SavaParks Netzwerk hat den Zuschlag zu einer EU-Förderung für ein neues Projekt an der Save bekommen. Anfang Oktober fand...

Petition zur Rettung von Europas letzten Urwäldern

Die vierte Folge der investigativen Dokuserie „Out of Control“ zeigt die dramatischen Zerstörungen im rumänischen Calimani-Nationalpark. Parallel zur...

Das Grüne Band Europa als Grüne Infrastruktur erhalten

Über 100 Vertreter aus 24 europäischen Ländern kommen auf der Wartburg zur 10. Paneuropäischen Grüne-Band-Konferenz zusammen. Die Welterbestätte ist...

EuroNatur-Preis 2018 an Schweizer Fluss-Schützer verliehen

++ EuroNatur-Preis 2018 geht an Roberto Epple ++ Am 9. Oktober ist europaweit die Online-Kampagne #ProtectWater gestartet ++

Grenzübergreifender Gipfelsturm

Im Rahmen der European Green Belt Days 2018 haben sich über 50 Menschen auf eine Bergwanderung begeben. Das Ziel war der Drei-Länder-Gipfel im...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung