Kotel-Berge

Heimat für Sakerfalke, Ziesel & Co.

© Gunther Willinger
© Gunther Willinger

Die Kotel-Berge liegen im östlichen Teil des Balkan-Gebirges, das sich in West-Ost-Richtung durch Bulgarien zieht. Die mosaikartige Landschaft aus Wäldern, Wiesen und Weiden ist Heimat für seltene Pflanzen- und Tierarten wie Kaiseradler, Sakerfalke und Ziesel sowie zahlreiche Orchideenarten. Auch Wölfe, Schmutzgeier und Steinadler finden hier noch einen idealen Lebensraum.


Am seidenen Faden
Doch die Gefahr ist groß, dass die vielfältige Kulturlandschaft der Kotel-Berge schon bald der Vergangenheit angehört. Seit der politischen Wende zieht es vor allem junge Menschen in die großen Städte. Hinzu kommt, dass die Weiden mitsamt ihrer Artenvielfalt  infolge der nationalen und europäischen Subventionspolitik mehr und mehr in Ackerland umgebrochen werden. Darüber hinaus drohen Straßen, Windparks und unkontrollierter Holzeinschlag die abwechslungsreiche Landschaft aus Eichen- und Buchenwäldern, Feuchtwiesen und Bachläufen zu zerstören.

Mit überzeugenden Modellprojekten zeigen EuroNatur und seine Partnerorganisationen vor Ort, welches Potenzial die naturnahe Bewirtschaftung der Kotel-Berge für Menschen und Natur bietet. Ziel ist es, möglichst viele Nachahmer zu finden.

Was machen EuroNatur und seine Partner in den Kotel-Bergen

  • Land pachten oder kaufen, um die Flächen durch Mahd oder extensive Beweidung für Arten wie Kaiseradler und Saker-Falke offen zu halten. Strategisch besonders wichtig sind die Ländereien in der Umgebung des Naturschutzgebietes Ardachlaka.
  • Genaue Kartierung der Pflanzen- und Tierarten auf den Flächen durchführen, die an das Schutzgebiet Ardachlaka angrenzen. Ziel ist es, damit die Grundlagen für die Ausweitung des bestehenden Schutzgebietes zu schaffen.
  • Die traditionelle Wanderweidewirtschaft (Transhumanz) mit alten Nutztierrassen in Bulgarien mit Hilfe vorbildlicher Modellprojekte wiederbeleben. Diese leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, sondern bietet den Menschen vor Ort auch eine naturverträgliche Einkommensquelle.
  • Den lokalen Ökolandbau fördern.


Was wir bereits erreichen konnten – eine Auswahl wichtiger Erfolge

  • Zahlreiche Flächen konnten bereits gekauft und gepachtet werden. Das Land wird nun extensiv beweidet oder durch Mahd offen gehalten.
  • Nahe dem Städtchen Kotel unterhält der EuroNatur-Partner FWFF einen Biohof, zu dem unter anderem eine Herde mit 400 Karakatchan-Schafen gehört. Jetzt halten die Karatkatchan-Schafe die Weideflächen des Hofes offen und tragen erfolgreich dazu bei, diese als Lebensräume für Saker-Falke und Co zu erhalten.
  • Auf dem Biohof werden heute unter anderem auch junge Schäfer ausgebildet – ein erster wichtiger Schritt, um die Wanderweidewirtschaft wieder als festen Bestandteil der lokalen Landwirtschaft zu etablieren.
  • 2009 konnte der FWFF durch eine private Spende eine ehemalige Rinderfarm in den Kotelbergen kaufen, um dort einen Weidebetrieb mit der alten Nutztierrasse Bulgarisches Graurind einzurichten.
  • Mit finanzieller Unterstützung von EuroNatur hat der FWFF darüber hinaus zwei weitere Schaffarmen gekauft und in Stand gesetzt, um auch hier Biohöfe zu etablieren.


Partner: Fund for Wild Flora and Fauna (FWFF)

Förderung: Eeconet Action Fund, EuroNatur-Spender und –Paten

 

 

Faltblatt „Kotel-Berge – Heimat für den Saker-Falken im Herzen Bulgariens“

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