Sakar

Wo der Kaiseradler seine Kreise zieht

Als sanft gewelltes Mosaik aus Wiesen, Feldern, Gehölzen und Brachen liegt das Hügelland von Sakar im tiefsten Süden Bulgariens. Hier, direkt an der türkischen Grenze entstand im Schutz des Eisernen Vorhangs über Jahrzehnte hinweg eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Auf kleinem Raum findet sich eine Artenvielfalt, wie sie in Europa Ihresgleichen sucht: Sowohl als Brutgebiet als auch als wertvolle Raststation auf dem Zugweg ist das Gebiet am Grünen Band Balkan ein wahres Paradies für Greifvögel.

Für Schreiadler, Schwarzmilan und Würgfalke ist der Tisch reich gedeckt, denn in der offenen, steppenartigen Landschaft tummeln sich Hamster, Eidechsen, Schlangen und Ziesel. Vor allem dieses üppige Nahrungsangebot macht das Hügelland von Sakar europaweit zu einem der letzten und wichtigsten Rückzugsräume für den Kaiseradler.

 

Die letzen Kaiser sind bedroht

Doch mit der ungestörten Ruhe ist es vorbei. Die politische Wende Anfang der 1990er Jahre brachte erhebliche Gefahren für die Natur mit sich. Intensiv bewirtschaftetes, eintöniges Ackerland droht die traditionell bewirtschafteten Kulturflächen des Sakar-Hügellandes mitsamt ihrer einzigartigen Vielfalt zu verdrängen.

Aber auch das andere Extrem ist ein Problem: die Aufgabe der Nutzung. Junge Menschen sehen in der Landwirtschaft, wie sie bisher betrieben wurde, keine Perspektive und wandern nach Sofia oder Plovdiv ab. Ohne Beweidung wachsen die offenen Flächen innerhalb weniger Jahre mit Dornsträuchern und anderem Gebüsch zu. Die Landschaft verändert sich so, dass Greifvögel wie der Kaiseradler ihre Nahrungsgrundlage verlieren. Denn auch ihre bevorzugten Beutetiere wie Ziesel und Hasen sind auf die extensiv beweideten, offenen Flächen angewiesen.

 

Was machen EuroNatur und seine Partner?

  • Flächen kaufen, um sie als Jagd- und Nahrungsgebiete für den Kaiseradler zu sichern.
  • Horstbäume pflanzen und dafür sorgen, dass sie erhalten bleiben.
  • Für die Bewachung der Kaiseradlerhorste sorgen, denn Eierdiebe sind immer noch eine große Bedrohung für die majestätischen Greifvögel.
  • Kaiseradler mit Sendern versehen und so mehr über die Lebensweise der seltenen Tiere in Erfahrung bringen – die Grundlage für umfassende Schutzmaßnahmen.
  • Den Fortbestand der Wildtierrettungsstation in Stara Zagora als Zentrum für Umweltbildung und als Auffangstation für verletzte Wildtiere sichern.
  • Modellprojekte schaffen, die junge Bauern von den Vorteilen einer naturverträglichen Landbewirtschaftung überzeugen und ihnen Zukunftsperspektiven geben. Ziel ist es, die extensive Weidewirtschaft im Sakar-Hügelland zu erhalten und etablieren. Durch die extensive Beweidung z.B. mit Schafen können wir die Kaiseradler-Lebensräume langfristig offen halten und schützen.
  • Uns dafür einsetzen, dass das Sakar-Hügelland zu einem weiteren Schutzgebiet am Grünen Band Europa wird.

 

Was wir bereits erreicht haben – Eine Auswahl wichtiger Erfolge:

  • Dank der intensiven Schutzmaßnahmen konnte der Bestand der seltenen Kaiseradler bis heute stabil gehalten werden.
  • Durch die konsequente Beobachtung und die Besenderung der Kaiseradler haben wir wertvolles Datenmaterial gewonnen und maßgeblich dazu beigetragen, dass Teile des Sakar-Hügellandes heute als Teil des länderübergreifenden Schutzgebietssytems der Europäischen Union (Natura 2000) ausgewiesen sind.


Partner: Green Balkans, Fund for Wild Flora and Fauna (FWFF)

Förderung: Eeconet Action Fund, Lufthansa Umweltförderung, EuroNatur-Spender und -Paten

 

Lesen Sie mehr über die Projekte von EuroNatur am Grünen Band Balkan

 

 

 

Faltblatt „Bulgariens Herr der Stürme“

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