Senne

Gepflegte Vielfalt

© Walter Venne
Ein Ort zum Durchatmen: die weite Sandlandschaft der Senne © Walter Venne

Am Fuße des Teutoburger Waldes erstreckt sich ein buntes Mosaik aus Laub- und Nadelwäldern, Mooren, Heidelandschaft, Sandtrockenrasen, Bächen, Stillgewässern, Wiesen und Weiden: die weite Sandlandschaft der Senne. Entstanden ist diese alte Kulturlandschaft im Wesentlichen durch Beweidung, die dort bereits seit der Jungsteinzeit (etwa ab 3.500 v.Chr.) betrieben wurde und die Landschaft nachhaltig veränderte: Wo vorher ausgedehnte Wälder vorherrschten, wurde das Landschaftsbild als Folge der historischen Heidebauernwirtschaft schon bald von ausgedehnten Heideflächen geprägt.


Bedrohtes Kleinod
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Flächen jedoch nach und nach wieder aufgeforstet und die offene Heidelandschaft wandelte sich allmählich wieder zu einer Waldlandschaft. Mit dem Rückgang der Heideflächen wurden auch ihre charakteristischen Pflanzen und Tiere immer seltener: So stehen heute zum Beispiel die Heide-Nelke, der Haar-Ginster, die Zauneidechse und viele Insektenarten wie das Kleine Nachtpfauenauge auf der Roten Liste.

 

Schützen durch Nützen
Nur auf wenigen Standorten blieben die ursprünglichen Heideflächen erhalten. In der Senne war die Einrichtung eines Truppenübungsplatzes vor über 100 Jahren ein Gewinn für den Erhalt der Heiden, da die militärische Nutzung dafür sorgte, dass die Flächen offen blieben. Außerhalb des Truppenübungsplatzes gibt es heute nur noch vergleichsweise kleine Heideflächen in Schutzgebieten. EuroNatur unterstützt seit vielen Jahren die Biologische Station Kreis Paderborn- Senne dabei, dieses wertvolle Kleinod mit seinem Artenreichtum zu pflegen und zu erhalten.

Wobei unterstützt EuroNatur die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne:

  • Projekt „Wildbahn Senner Pferde“: Die Senner Pferde, eine alte und sehr widerstandsfähige Rasse, leben von Mai bis Ende November auf Weideflächen im Naturschutzgebiet Moosheide, suchen sich dort ihr Futter selbst und halten durch die stetige Beweidung die Flächen frei.
  • Fachliche Betreuung der Naturschutzgebiete: Dazu gehören die Erhebung von Daten zur Flora und Fauna von Schutzgebieten, das Anlegen von Beobachtungsflächen, um Landschaftsveränderungen zu untersuchen, Führungen sowie Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Diese beinhaltet u.a. die Mitarbeit am Internetauftritt www.bs-paderborn-senne.de, über den sich Besucher über die Senne informieren können; die Erstellung von Naturerlebnisführern, Wanderkarten und weiterem Informationsmaterial sowie Vorträge über die Region.


Was wir bereits erreichen konnten - eine Auswahl unserer Erfolge:

  • Durch die vielfältigen Naturschutzmaßnahmen konnten in der Senne wertvolle Rückzugsräume für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten erhalten beziehungsweise geschaffen werden.
  • Die Senner Pferde sorgen seit fast zehn Jahren für die Offenhaltung extensiv genutzter, trockener Grünlandflächen. Im Zuge der Beweidung entstehen immer wieder Lücken in der Grasnarbe – wertvolle Kleinstlebensräume für Pionierpflanzen wie den Frühlings-Spörgel sowie für viele Boden bewohnende Insektenarten. Darüber hinaus trägt das Projekt dazu bei, das Überleben der seltenen Pferderasse dauerhaft zu sichern.
  • Wiedereinführung der Wanderschäferei: Im Süden der Stadt Bielefeld kann heute wieder eine Schafherde auf Wanderschaft gehen. Mit der Beweidung sorgen die wandernden Schafe dafür, die Heideflächen von Sträuchern frei zu halten.
  • In der Bevölkerung zeigt sich eine hohe Akzeptanz für die Naturschutzmaßnahmen in der Senne.

 


Partner: Biologische Station Kreis Paderborn – Senne

Förderung: Gelsenwasser AG, Stadtwerke Bielefeld GmbH, Stiftung Wetlands Foundation for Froggy & Friends, EuroNatur-Spender

 

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv:

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

EuGH-Urteil: Keine Aufweichung des Wolfsschutzes

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Genehmigungen zum Abschuss von Wölfen enge Grenzen gesetzt. Die Richter kamen in ihrem Urteil vom 10. Oktober...

EuroNatur-Preis 2019 an die „mutigen Frauen von Kruščica“ verliehen

++ Engagierte Flussschützerinnen aus Bosnien-Herzegowina ausgezeichnet ++ Staudamm-Boom bedroht die letzten Wildflüsse unseres Kontinents ++

Weiterer Sieg für Wildflüsse im Mavrovo-Nationalpark

++ Baugenehmigung für zwei Wasserkraftwerke in Nordmazedonien aufgehoben ++

Neue Zahlen: Mehr Wolfsrudel in Westpolen

++ Ergebnisse des Wolfsmonitorings zeigen mindestens 95 sesshafte Rudel ++ Auch Sudetengebirge ist wieder Wolfsrevier ++

Rumänien: Neue Analyse enthüllt riesigen bedrohten Natur- und Urwaldschatz

EuroNatur und Agent Green: Europa muss die Waldzerstörung in Rumänien stoppen

Neue Studie: Subventionen für Wasserkraft am Westbalkan verwüsten die Umwelt und fließen in die Taschen einiger weniger

Kleinwasserkraftwerke erhalten in den Staaten des Westbalkans unverhältnismäßig hohe öffentliche Subventionen. Die Folgen sind große Umweltzerstörung...

Brücke blockiert – Fluss gerettet – mit EuroNatur-Preis ausgezeichnet

++ EuroNatur-Preis 2019 geht an die „mutigen Frauen von Kruščica“ ++ Über 500 Tage Brücke besetzt, um Wasserkraftwerke zu verhindern ++...

EU-Beschwerde gegen rumänische Behörden wegen anhaltender Abholzungen

Die Naturschutzorganisationen EuroNatur, Agent Green und ClientEarth heben ihren Kampf gegen illegale Fällungen von Urwäldern in Rumänien auf die...

Saline Ulcinj ist RAMSAR-Gebiet

Die Freude ist groß: Nachdem die Saline Ulcinj in Montenegro Ende Juni endlich zum Naturpark erklärt wurde, genießt der Salzgarten an der Adria nun...

30 Jahre Öffnung Eiserner Vorhang: Vom Todesstreifen zur Linie des Lebens

++ Impuls für großes Vorhaben: Das Grüne Band Europa soll UNESCO-Welterbe werden ++ Paneuropäisches Frühstück an historischem Ort ++

Stromleitungen: Tödliche Gefahr für Zugvögel

++ Herbstlicher Vogelzug hat begonnen ++ Hochspannungsleitungen fordern weltweit Millionen Opfer unter Zugvögeln ++ Internationale Kampagne zum...

Open Air Kinoabend mit EuroNatur

Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur veranstaltet am Montag, 19. August 2019 im Hof der Geschäftsstelle in der Westendstraße 3 in...

Auszeichnung für die „mutigen Frauen von Kruščica“

++ EuroNatur-Preis 2019 geht an Flussschützerinnen aus Bosnien-Herzegowina ++ Energiekonzerne wollen die letzten Wildflüsse Europas ausbeuten, doch...

Spektakuläre Kletteraktion zum Schutz der Urwälder in den rumänischen Karpaten

Umweltorganisationen protestieren gegen drohende Zerstörung des UNESCO-Weltnaturerbes durch Straßenbau und Abholzungen in Rumänien

Fotosafari durch Europas Natur

Platzstreitigkeiten unter Tannenhähern, eine „diebische Elster“ und ein stolzer Seepferdchenpapa gehören zu den diesjährigen Siegerbildern des...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung