Tilos

Vogelparadies in der Ägäis

© Alfred Limbrunner
Eleonorenfalken lassen sich auf Tilos beobachten. © Alfred Limbrunner

„Ein Stern, den das Meer bevorzugte, eine Insel in der Ägäis mit 19 Stränden, 12 Bergen, sieben byzantinischen Kastellen, einem Kloster und 200 Kirchen. Eine Höhle voller Naturschätze. Ein Paradies, das zu unvergesslichen Ferien einlädt“, so wirbt der Klappentext der Tiloskarte, die EuroNatur gemeinsam mit der Tilos Park Association (TPA) herausgebracht hat.

 

Geheimtipp für Naturliebhaber

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Die griechische Insel Tilos besticht vor allem durch ihre landschaftliche Vielfalt und die große Anzahl seltener Tier- und Pflanzenarten. Zwischen den Inseln Rhodos und Kos liegt sie in der südöstlichen Ägäis, etwa 20 Kilometer vor der türkischen Küste und blieb bisher vom Massentourismus verschont. Niedergelassen haben sich stattdessen neben dem Habichtsadler auch seltene Vögel wie Eleonorenfalke, Korallenmöwe und Blauracke. Über die Meeresfauna von Tilos gibt es bislang keine speziellen Studien. Es gibt jedoch Berichte von Inselbewohnern, denen zufolge vor Tilos mehrere Delfinarten und sogar einige der vom Aussterben bedrohten Mittelmeer-Mönchsrobben leben.

 

Klares „Nein“ zur Vogeljagd

Tilos beweist, wie sinnvoll es für den Vogelschutz sein kann, die Jagd ganz zu verbieten. Seit 1993 herrscht auf dem Eiland ein Jagdbann, den die Bewohner selbst durchgesetzt und trotz des massiven Drucks der Jagdlobby von außen über die Jahre beibehalten haben. Früher kamen regelmäßig ganze Fähren voll mit Jägern auf die Insel, die fast unkontrolliert die natürlichen Reichtümer dezimierten. Seither verwandelt sich die Insel mehr und mehr in das zurück, was sie einst war: ein Paradies für Zugvögel. Darunter auch seltene Brutvogelarten aus Deutschland, wie Pirol, Neuntöter, Sumpfrohrsänger und Klappergrasmücke. Mit der Verleihung des EuroNatur-Preises 2009 ehrte EuroNatur die Gemeinde Tilos als Vorbild im Zugvogelschutz.

 

Ziegen zerstören die Artenvielfalt

Eine große Bedrohung für die Flora und Fauna auf der Insel Tilos ist die Beweidung durch Ziegen. Sie fressen ganze Biotope kahl. Die anschließende Bodenerosion zerstört wertvolle Lebensräume für Pflanzen, Vögel und andere Tiere. Zwar gab es bereits Ansätze, das Problem zu lösen, doch der Ziegenbestand auf Tilos ist immer noch zu hoch.

EuroNatur unterstützt die Tilos Park Association (TPA) dabei...

  • die Ausweisung der gesamten Insel Tilos samt der zugehörigen 16 unbewohnten Inselchen und einschließlich des Meeresbereiches innerhalb 100 Meter Entfernung zur Küstenlinie als Naturpark voranzutreiben. Damit würde das bislang nur befristet gültige Jagdverbot auf der Insel in einen dauerhaften Jagdbann umgewandelt.
  • Aufklärungsarbeit zu leisten und Besucher sowie eine breite Öffentlichkeit für die Naturschätze der Insel zu sensibilisieren (dazu gehören u.a. Infotafeln, naturkundliche Wanderwegeführer, Wanderkarten etc.): Ziel ist es, die naturverträgliche Entwicklung von Tilos durch einen sanften Naturtourismus weiter zu fördern. Wenn der Erhalt der Natur den Inselbewohnern wirtschaftliche Perspektiven gibt, setzten sie sich auch auf lange Sicht für den Naturschutz ein.
  • Umweltbildungsmaterial für Schüler zu entwickeln, um schon die Kinder für die Naturschätze der Insel Tilos zu sensibilisieren.


Eine Auswahl wichtiger Erfolge:

  • Dank des unermüdlichen Einsatzes der TPA, deren Arbeit EuroNatur unterstützt, haben sich die Vogelbestände in den letzten Jahren sehr erfreulich entwickelt.
  • Mit der Verleihung des EuroNatur-Preises 2009 an die Gemeinde Tilos hat EuroNatur der TPA den Rücken für eine erfolgreiche Naturschutzarbeit weiter gestärkt.
  • Der Jagdbann hat auf Tilos die Grundlage für einen sozialverantwortlichen und naturverträglichen Tourismus geschaffen, der ganzjährig eine wichtige Einkommensquelle für die Inselbewohner bedeutet.
  • Tilos zeigt eindrücklich, dass Naturtourismus und Vogelbeobachtung überzeugende Alternativen zur Vogeljagd bieten. Der Insel eilt inzwischen der Ruf als Zugvogel- und Naturparadies voraus und beschert ihr steigende Besucherzahlen. Eine Entwicklung, auf die EuroNatur gemeinsam mit seinen Partnern auch in anderen Projektgebieten hinwirkt, vor allem auf dem Balkan.
  • Die Aufklärungsarbeit ist vielseitig: Gemeinsam mit der TPA hat EuroNatur eine Tiloskarte herausgebracht, die nicht nur umfassende Informationen zu den wichtigsten Orten der Insel und ihren Besonderheiten liefert, sondern auch eine Auswahl empfehlenswerter Wanderwege durch das Vogelparadies beschreibt. Die Tiloskarte ist im Informationszentrum der TPA erhältlich. Mit dem Erlös können weitere Naturschutzmaßnahmen gefördert werden. Informationstafeln machen Besucher bereits bei ihrer Ankunft im Hafen von Livadia auf die Naturschätze und den Schutzbedarf der Insel aufmerksam. 


Partner: Tilos Park Association (TPA)

Förderer: EuroNatur-Spender und -Paten

 

Mehr über die EuroNatur-Projekte zum Zugvogelschutz in Europa

Mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Mittelmeer-Mönchsrobbe

Reisereportage "Beim Johannisbrotbaum rechts"

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