EuroNatur - Blaues Herz Europas Euronatur - Rettet das Blaue Herz Europas de EuroNatur Mon, 22 Apr 2019 10:32:49 +0200 Mon, 22 Apr 2019 10:32:49 +0200 TYPO3 EXT:news news-2278 Tue, 26 Mar 2019 10:07:03 +0100 Nordmazedonien: Tabuzonen für Wasserkraftwerke müssen ausgewiesen werden https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/nordmazedonien-tabuzonen-fuer-wasserkraftwerke-muessen-ausgewiesen-werden/ ++ NGOs, Regierungsvertreter, Experten, Wasserkraft-Unternehmer und die lokale Bevölkerung diskutieren Probleme und Lösungen bei internationaler Konferenz über Naturschutz und Wasserkraft in Nordmazedonien ++ Skopje, Wien, Radolfzell. Bei einer Konferenz in Nordmazedonien wurde erstmals ein nationaler Ansatz präsentiert, mit dem Tabuzonen für Wasserkraftprojekte definiert werden. Dieser Ansatz basiert auf dem „Öko-Masterplan für Balkanflüsse“, einem von den NGOs Riverwatch und EuroNatur herausgegebenen Raumordnungsplan für die Fließgewässer zwischen Slowenien und Griechenland. Darin werden anhand des ökologischen Werts dieser Flüsse Ausschlussgebiete für die Neuerrichtung von Wasserkraftwerken definiert. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung zeigen, dass mehr als 80 Prozent der in Nordmazedonien untersuchten Flüsse solche Ausschlussgebiete darstellen. Darunter befinden sich Schutzgebiete wie der Mavrovo-Nationalpark.

„Die oberste und wichtigste Funktion eines Schutzgebietes ist die Bewahrung der Natur – Wasserkraftwerke mit ihren verheerenden Auswirkungen auf Natur und Biodiversität gehören nicht in einen Nationalpark“, betont Theresa Schiller, Projektleiterin bei der Stiftung EuroNatur, einer der Koordinatorinnen der Kampagne „Rettet das blaue Herz Europas“.
Der lokale Kampagnenpartner in Nordmazedonien fordert die dringende Ausweisung dieser Ausschlussgebiete: „Die neue Energieentwicklungsstrategie bis 2035 muss die internationalen Biodiversitätsziele berücksichtigen und identifizierte Ausschlussgebiete für künftige Wasserkraftpläne streichen“, sagt Aleksandra Bujaroska, Geschäftsführerin von Front 21/42.

Der Raumordnungsplan der NGOs wird auch vom nordmazedonischen Vize-Umweltminister Jani Makraduli unterstützt. Er erkennt die Notwendigkeit, Ausschlussgebiete für Wasserkraftprojekte auszuweisen, und unterstützt die Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Öko-Masterplans: „Wir sollten unsere Kräfte bündeln – wir [das Umweltministerium], die Experten, Wirtschaftsvertreter, die internationale Gemeinschaft, die Zivilgesellschaft – um diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen und zu lösen.“

Den Präsentationen folgten konstruktive Diskussionen zwischen den anwesenden Interessensgruppen, unter ihnen Vertreter aus dem Wasserkraftsektor. Die Konferenz hat bestätigt wie wichtig ein kontinuierlicher Austausch ist, um gemeinsame Lösungen zu finden. Die Ergebnisse der Konferenz werden auch den nationalen Stellen übermittelt, die für die Ausarbeitung und Verabschiedung der neuen Energieentwicklungsstrategie zuständig sind.

Hintergrundinformation:

Rückfragen:
Anja Arning, anja.arning@euronatur.org, +49 7732 927213
Aleksandra Bujaroska, Front 21/42, aleksandra.bujaroska(at)front.org.mk, +389 78 433 713

 

 

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news-2270 Wed, 13 Mar 2019 09:03:54 +0100 375.386 Menschen fordern starkes EU-Recht für sauberes Wasser https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/375386-menschen-fordern-starkes-eu-recht-fuer-sauberes-wasser/ In einem Bündnis haben zahlreiche europäische Umwelt- und Naturschutzverbände in den letzten Monaten für eine breite Beteiligung an einer öffentlichen EU-Konsultation zur Bewertung des geltenden EU-Wasserrechts geworben. Gemeinsam kommentieren die Umwelt- und Naturschutzorganisationen Anglerverband Niedersachen (AVN), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Anglerverband, Deutsche Umwelthilfe (DUH), EuroNatur, Forum Umwelt und Entwicklung (FUE), Grüne Liga, Landesbund für Vogelschutz (LBV), Naturschutzbund Deutschland (NABU), NaturFreunde Deutschlands, Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), WWF und ihr Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) das Ende und Ergebnis der Befragung:

Der Schutz unseres Wassers braucht starke EU-Vorgaben: Mit dieser Botschaft haben sich in den letzten Wochen 375.386 Bürgerinnen und Bürger EU-weit an die Europäische Kommission gewandt und den Erhalt der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der dort festgeschriebenen Ziele gefordert. Damit ist die Konsultation eine der erfolgreichsten Bürgerbeteiligungen in der Geschichte der Europäischen Union.

Mit 167.302 abgegebenen Stimmen war Deutschland Spitzenreiter in der EU-weiten Bürgerbeteiligung. Die Umweltverbände sehen darin einen klaren Handlungsauftrag für die Bundesregierung, auf EU- Ebene dafür einzutreten, dass das geltende Recht nicht verwässert wird und der Schutz unserer wichtigsten Ressource gewährleistet bleibt.
Die WRRL gilt als Herzstück der Gesetzgebung, um Flüsse, Seen und Küstengewässer einschließlich ihrer Tier- und Pflanzenvielfalt sowie das Grundwasser europaweit zu schützen. Derzeit sind nur 8,2 Prozent der Gewässer Deutschlands in einem guten Zustand (EU-weit 40 Prozent). Damit ist die Bundesrepublik weit davon entfernt, das vor 19 Jahren EU-weit beschlossene Ziel zu erreichen und bis spätestens 2027 alle Gewässer in einen guten Zustand zu bringen.

Die Verbände fordern Bundesregierung und Bundesländer auf, weit mehr Anstrengungen als bisher zu unternehmen, um die Umsetzung der WRRL in Deutschland zu verbessern. Politikbereiche wie Landwirtschaft, Verkehr oder Industrie müssen zur Einhaltung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet werden, um Gewässer beispielsweise vor zunehmenden Nitratbelastungen zu schützen. Die derzeitige Reformrunde der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) auf EU-Ebene muss dazu genauso beitragen wie die erneute Novellierung des Düngerechts in Deutschland.

Hintergrundinformation:
Voraussichtlich im Herbst 2019 wird die EU-Kommission eine Auswertung der Konsultation vorlegen. Eine Entscheidung über die Zukunft der Gesetzgebung wird im ersten Halbjahr 2020 erwartet. Die Umweltverbände werden den Prozess weiterhin eng begleiten, damit die visionären Rechtsvorschriften erhalten, von der EU-Kommission durchgesetzt und den Mitgliedstaaten vollständig umgesetzt werden.

Rückfragen:
Christian Stielow, Tel: 07732-927 215, christian.stielow(at)euronatur.org

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news-2268 Fri, 08 Mar 2019 15:53:26 +0100 Balkanflüsse im Europaparlament https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/balkanfluesse-im-europaparlament/ Vertreterinnen des Blue Heart-Teams präsentierten im Rahmen der Veranstaltung „Rettet die Balkanflüsse: Widerstand gegen Wasserkraftwerke auf dem Balkan und in Albanien“ den Ökomasterplan im Europaparlament in Brüssel. Der Ökomasterplan ist eine umfassende Studie, die erstmals das Wissen über Artenvielfalt und ökologische Unversehrtheit der Balkanflüsse darstellt und aufzeigt, welche Flussabschnitte für Wasserkraftwerke tabu sein müssen. EuroNatur-Projektleiterin Theresa Schiller und Cornelia Wieser von unserer Partnerorganisation Riverwatch haben den Ökomasterplan am 7. März 2019 interessierten EU-Parlamentariern vorgestellt. Sie betonten, dass eine vollständige Umstellung der Energiepolitik in der Region erforderlich ist - weg von der Wasserkraft hin zu echten grünen Energiequellen, wie etwa der Solarenergie.

Neben den beiden Vertreterinnen der Blue Heart-Kampagne kamen EU-Abgeordnete sowie Menschen aus der Region zu Wort und haben ihre Bedenken hinsichtlich des geplanten Ausbaus von Wasserkraft geäußert. Die Veranstaltung wurde von der Parlamentarischen Fraktion "European United Left / Nordic Green Left" (GUE / NGL) organisiert und kann über diesen Link angesehen werden (die Präsentation des Öko-Masterplans für Balkanflüsse startet ab 1:11:30).
 

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news-2264 Mon, 04 Mar 2019 09:44:19 +0100 Ein Meilenstein: Bankengipfel in Belgrad zum Schutz der Balkanflüsse https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/ein-meilenstein-bankengipfel-in-belgrad-zum-schutz-der-balkanfluesse/ ++ Mehr Transparenz bei Finanzierung von Wasserkraft notwendig ++ Treffen von Banken und Aktivisten ein Schritt zum Schutz der Balkanflüsse ++ Belgrad. Vertreter der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ haben zu einem Gipfeltreffen zwischen Banken und Naturschutzaktivisten nach Belgrad geladen. Bei den Gesprächen am runden Tisch wurde über die Rolle der Kreditinstitute bei der Zerstörung der Balkanflüsse durch Wasserkraftwerke diskutiert.
Der Bankengipfel wurde von der in London ansässigen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (engl: EBRD) und der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ initiiert, um das brisante Thema der Wasserkraftentwicklung auf dem Balkan zu erörtern. Vertreter einiger der größten europäischen Kreditgeber, darunter UniCredit, Erste Groupe und Societe Generale, nahmen am Gipfel teil.

Bei der Diskussion ging es unter anderem darum, wie die Finanzinstitute die Öffentlichkeit frühzeitig über die voraussichtlichen ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Darlehen für Wasserkraftprojekte informieren können, um die Zerstörung der in großen Teilen noch unberührten Balkanflüsse zu vermeiden. Zahlreiche Investitionen in der Region haben bereits dazu geführt, dass Flüsse ausgetrocknet und bedrohte Arten verschwunden sind sowie Lebensräume unwiederbringlich zerstört wurden. Darüber hinaus sind durch den Bau der Kraftwerke viele Gemeinden mit dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen konfrontiert worden – all dies begleitet von mangelnder Transparenz bei den Bauprojekten.

Die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ fordert die Banken auf, die Finanzierung von Projekten, die sich in Schutzgebieten und an anderen wertvollen Flussabschnitten befinden, unverzüglich einzustellen. Darüber hinaus soll es strengere Bedingungen für Kreditvergaben geben und die finanziellen Mittel für mehr Energieeffizienz sowie den Ausbau anderer erneuerbarer Energiequellen sollen aufgestockt werden. Deren Potential in der Region ist bisher weitestgehend ungenutzt. Der Gipfel in Belgrad ist eine Reaktion auf den großen öffentlichen Druck des vergangenen Jahres. Vertreter der Kampagne haben im Juni 2018 der EBRD mehr als 120.000 Unterschriften überreicht. In dieser größten öffentlichen Petition aller Zeiten zu Energiefragen wurde gefordert, die Mittel für Wasserkraftprojekte, die in Schutzgebieten Südosteuropas geplant sind, zu stoppen. Als einer der größten Geldgeber von Wasserkraftprojekten auf dem Balkan hat die EBRD 61 Staudämme finanziert. In der gesamten Region sind bis zu 3.000 Wasserkraftwerke geplant.

Igor Vejnovic, Koordinator des Bereichs Wasserkraft für CEE Bankwatch Network, sagt: „Transparenz ist ein Eckpfeiler für Demokratie sowie für umweltbewusste und sozial verantwortliche Investitionen. Ohne sie gehen Banken rechtliche sowie Reputationsrisiken ein. Das heutige Treffen ist also ein Zeichen dafür, dass Finanzinstitute bereit sind, zuzuhören. Allerdings bleibt die Frage offen, ob sie nun handeln werden, um Flüsse und betroffene Bevölkerung des Balkans zu schützen."
Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur, sagt: „Die Zerstörung der Balkanflüsse durch Wasserkraft wäre nicht nur ökologisch verheerend, sondern auch energiepolitisch unsinnig. Eine Transformation der gesamten Energiepolitik ist dringend erforderlich: Reduzierung des Energieverbrauchs, Steigerung der Energieeffizienz, Reduzierung großer Energieverluste und Investitionen in Solar- und Windkraft anstelle von Wasserkraft."
Ulrich Eichelmann von Riverwatch sagt: „Zwei Jahre lang haben wir den ökologischen Wert der Balkanflüsse im Detail untersucht. Das Ergebnis ist ein Raumplan, der Tabuzonen für neue Wasserkraftwerke definiert – der Öko-Masterplan für die Balkanflüsse. Unsere Untersuchungen belegen, dass das Flussnetzwerk in Europa unvergleichlich ist: 76 Prozent der Flüsse sind von solch hohem Wert, dass sie Tabuzonen für Wasserkraft sein müssen. Die Banken müssen in diesen Gebieten die Finanzierung von Wasserkraftwerken stoppen.“

 

Hintergrundinformationen:

  • Kampagne zur Rettung der Balkanflüsse: Ungefähr 3.000 neue Wasserkraftwerke sind derzeit zwischen Slowenien und Albanien in Planung oder im Bau. Um dieser Welle der Zerstörung entgegenzutreten, haben die Naturschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch zusammen mit lokalen Partnern in den Balkanländern die Kampagne „Save the Blue Heart of Europe“ ins Leben gerufen.

 

Rückfragen:

Anja Arning
, EuroNatur
anja.arning(at)euronatur.org
+49 (0)7732 - 927213

Igor Vejnovic, CEE Bankwatch Network
igor.vejnovic(at)bankwatch.org
+420 777 995 515

Ulrich Eichelmann, Riverwatch
ulrich.eichelmann(at)riverwatch.eu
+43 676 6621512



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news-2257 Tue, 26 Feb 2019 09:57:23 +0100 Albanien verstößt gegen Europäische Energiegemeinschaft https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/albanien-verstoesst-gegen-europaeische-energiegemeinschaft/ ++ NGOs reichen Beschwerde gegen Albanien ein ++ Wasserkraftprojekte an der Vjosa verstoßen eindeutig gegen die Regeln der Europäischen Energiegemeinschaft ++ Tirana, Radolfzell, Wien. Das Sekretariat der Europäischen Energiegemeinschaft in Wien erhielt heute eine Beschwerde gegen die albanische Regierung. Darin erläutern EcoAlbania, Riverwatch und EuroNatur – drei Organisationen, die eine Kampagne zum Schutz des Flusses Vjosa in Albanien führen – wie die Bewilligungsverfahren für die Wasserkraftprojekte Kalivaç und Poçem den Bestimmungen der Energiegemeinschaft widersprechen.

Damit erhält die Energiegemeinschaft erstmals eine Beschwerde gegen Wasserkraftvorhaben in Albanien. Die Beschwerde bezieht sich in erster Linie auf die Nichteinhaltung der EU-Richtlinie zur Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) bei den Wasserkraftprojekten Kalivaç und Poçem. Die UVP-Richtlinie ist ein integraler Bestandteil des Rechtsrahmens der Energiegemeinschaft. Überdies haben es sowohl das Unternehmen als auch die Behörden versäumt, eine ordnungsgemäße Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen. Die Beschwerde betont daher, dass offenkundig gegen die Regeln der Energiegemeinschaft verstoßen wurde.

„Dies ist ein weiterer Schritt in unserem langen Kampf gegen die Wasserkraftprojekte an der Vjosa. Wir sind überzeugt, dass die Regierung nicht nur gegen albanisches Recht verstößt, sondern auch ihre Verpflichtungen im Rahmen der Energiegemeinschaft verletzt. Die Wasserkraftprojekte Kalivaç und Poçem sind nicht einmal wirtschaftlich sinnvoll, weil die sozialen und die Umweltkosten nicht ausreichend berücksichtigt werden“, sagt Olsi Nika von EcoAlbania.

„Wir gehen davon aus, dass die Energiegemeinschaft im nächsten halben Jahr ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Albanien einleiten wird. In diesem Fall müssen die Staudammprojekte auf Eis gelegt werden“, sagt Ulrich Eichelmann von Riverwatch.

Die albanischen Flüsse gehören zum „Blauen Herz Europas“ und verkörpern das unverfälschte Naturerbe des Kontinents. Die Vjosa ist die Krone dieser Flüsse. Sie ist der letzte noch frei fließende große Fluss in Europa außerhalb Russlands. „Die Vjosa und ihre Nebenflüsse sind unerreicht in Europa. Es gibt kein vergleichbares Flussnetzwerk mehr auf unserem Kontinent. Diese Flusslandschaft muss daher geschützt werden und darf nicht durch Wasserkraftwerke zerstört werden“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

 

Hintergrundinformationen:

  • Albanien gehört der Energiegemeinschaft seit 2006 an. Diese internationale Organisation soll den Energie-Binnenmarkt der EU auf Südosteuropa und die Schwarzmeerregion ausweiten. Mitglieder sind die EU, vertreten durch die Europäische Kommission, sowie südosteuropäische Staaten. Als Vertragsstaat ist Albanien verpflichtet, die Regeln der Energiegemeinschaft einzuhalten, wozu auch die UVP-Richtlinie der EU (Richtlinie 2011/92/EU) zählt.
  • Die Kampagne „Rettet das blaue Herz Europas“ will die wertvollsten Flüsse der Balkan-Halbinsel vor einem Tsunami aus ca. 2.800 Staudammprojekten schützen. Die Kampagne wird von den NGOs Riverwatch und EuroNatur koordiniert und zusammen mit lokalen Partnerorganisationen wie EcoAlbania durchgeführt.

 

Rückfragen:

  • Riverwatch: Ulrich Eichelmann, E-Mail: ulrich.eichelmann@riverwatch.eu, phone: +43 676 6621512
  • EcoAlbania: Besjana Guri, E-Mail : b.guri@ecoalbania.org , phone: +355 69 29 54 214



 

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news-2236 Mon, 03 Dec 2018 14:57:01 +0100 Berner Konvention fordert Albanien zum Schutz der Vjosa auf https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/berner-konvention-fordert-albanien-zum-schutz-der-vjosa-auf/ ++ Geplante Wasserkraftwerke Pocem und Kalivac an der Vjosa sind sofort zu stoppen. ++ Ständiger Ausschuss der Berner Konvention sieht einmaliges Ökosystem unmittelbar gefährdet. ++ Erfolg für Naturschutzorganisationen im Kampf um einen der letzten frei fließenden Flüsse Europas ++ Straßburg, Radolfzell, Wien. Die Berner Konvention hat ein Verfahren gegen Albanien eröffnet und die albanische Regierung aufgefordert, die aktuellen Wasserkraftprojekte am Fluss Vjosa auszusetzen. Stattdessen sollen die notwendigen strategischen Umweltprüfungen und weitere Studien durchgeführt werden, um die Umweltauswirkungen der geplanten Wasserkraftwerke bewerten zu können. Die Vjosa ist einer der letzten noch unverbauten Wildflüsse Europas. Im Rahmen der Kampagne „Save the Blue Heart of Europe“ kämpfen die Naturschutzorganisationen EuroNatur (Deutschland) und Riverwatch (Österreich) gemeinsam mit ihrem lokalen Partner EcoAlbania für ihren Schutz.

Die Berner Konvention ist eines der wichtigsten Naturschutzabkommen in Europa. Große Freude über die Entscheidung herrschte also bei EcoAlbania, die die Beschwerde eingereicht hatten. „Die Vjosa ist ein einzigartiges Flusssystem von gesamteuropäischem Wert. Jetzt müssen wir und die Vertreter der Berner Konvention genau verfolgen, welche Maßnahmen die albanische Regierung ergreift, um die zwölf Empfehlungen des Ständigen Ausschusses umzusetzen“, betont Geschäftsführer Olsi Nika.

„Durch die offizielle Eröffnung des Verfahrens wird der Handlungsdruck auf die albanische Regierung erhöht. Wir werden diese wegweisende Entscheidung nutzen, um uns weiter für den Schutz der gesamten Vjosa vor der Zerstörung durch Wasserkraftprojekte einzusetzen“, sagt Theresa Schiller, Projektleiterin bei EuroNatur.

Die Berner Konvention zollt mit dieser Entscheidung auch den Anstrengungen der Naturschutzorganisationen Respekt, Daten über das Ökosystem Vjosa zusammenzustellen, um ihren außerordentlichen Wert zu belegen. „Ein freifließender Fluss von dieser Größe, vermutlich der letzte in Europa, mit einem solch einzigartigen Ökosystem und reich an Biodiversität, sollte besser geschützt sein“, so die Begründung des Sekretariats der Berner Konvention. „Wir hoffen auf schnelle Umsetzung der Empfehlungen, die von den albanischen Vertretern positiv aufgenommen wurden, und werden dies genau überwachen.“

Hintergrundinformationen:
Etwa 2.800 neue Staudämme sind derzeit auf dem Balkan in Planung. Um dieser Welle der Zerstörung entgegenzutreten, haben EuroNatur und Riverwatch zusammen mit lokalen Partnern in den jeweiligen Balkanländern die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ ins Leben gerufen. Die neueste Veröffentlichung ist der Öko-Masterplan. Dafür wurden 80.000 Flusskilometer zwischen Slowenien und Griechenland untersucht, um Tabuzonen für Wasserkraftprojekte zu identifizieren.

Pressekontakt:

Anja Arning, E-Mail: anja.arning(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 - 92 72 13
Ulrich Eichelmann, E-Mail: ulrich.eichelmann(at)riverwatch.eu, Tel.: +43 676 6621512

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news-2234 Tue, 27 Nov 2018 10:16:16 +0100 Öko-Masterplan zeigt Wert der Balkanflüsse https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/oeko-masterplan-zeigt-wert-der-balkanfluesse/ ++ 80.000 Kilometer Fließgewässer auf dem Balkan wissenschaftlich bewertet ++ 76 Prozent davon als Tabuzonen für Wasserkraftwerke ausgewiesen ++ Energiewende ist notwendig und möglich ++ Wien, Radolfzell. Drei Viertel der Balkanflüsse sind ökologisch so wertvoll, dass sie nicht durch Wasserkraftwerke verbaut werden dürfen. Das belegt der Öko-Masterplan, den die NGOs Riverwatch und EuroNatur heute im Rahmen der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ präsentierten. Beim Öko-Masterplan handelt es sich um eine Art Raumordnungsplan für die Fließgewässer zwischen Slowenien und Griechenland, der Tabuzonen für neue Wasserkraftwerke aufzeigt. Insgesamt wurde dafür ein Fließgewässernetz von mehr als 80.000 Kilometer Länge wissenschaftlich bewertet. Das Resultat: Etwa 61.000 Flusskilometer davon (76 Prozent) sind ökologisch hochwertig und damit als Tabuzonen für Wasserkraftwerke ausgewiesen (folgen Sie dem Link zur visuellen Storymap). „Wir fordern Investoren sowie die Entscheidungsträger in den Balkanländern und der EU auf, zukünftig keine Wasserkraftwerke mehr in diesen Tabuzonen zu finanzieren oder zu genehmigen. Der Schutz der Balkanflüsse ist eine europäische Aufgabe und der Öko-Masterplan ein Werkzeug für alle Verantwortlichen, diesen Schatz zu erhalten“, so Riverwatch und EuroNatur.

Weil Wasserkraftwerke grundsätzlich erheblichen Schaden an der Natur anrichten, ist der entscheidende Aspekt bei der Planung die Klärung des Standorts. Deshalb lautet die wichtigste Frage bei der Projektierung: „Wo darf nicht gebaut werden?“ Der Öko-Masterplan beantwortet diese Frage und schafft damit eine wesentliche Planungsgrundlage für Investoren und Entscheidungsträger.  

Dieser Plan vereinigt erstmals das Wissen über Artenvielfalt (Fische, Muscheln, Köcherfliegen), Intaktheit der Fließgewässer mit ihren Auen sowie die Lage von Schutzgebieten und gibt diese Informationen in Karten und Tabellen wieder. Er ist ein geeignetes Instrument, die verheerenden Wasserkraftplanungen einzudämmen, die Artenvielfalt und die Schönheit der Flusslandschaften zu erhalten, soziale Konflikte zu vermeiden und für Investoren die Planungssicherheit zu erhöhen.

Derzeit sind zwischen Slowenien und Griechenland rund 3.000 Wasserkraftwerke in Planung oder im Bau. Mehr als 1.000 davon in hochrangigen Schutzgebieten wie Nationalparks oder Natura 2000-Gebieten. Auch der einmaligen Artenvielfalt in diesen Flüssen droht der Kollaps, sollten diese Projekte realisiert werden. Hunderte Arten könnten aussterben, darunter laut Wissenschaftlern elf Fischarten. Auch die ohnehin schon bedrohten Bestände des Huchens könnten um etwa 70 Prozent schrumpfen und die Art damit an den Rand des Aussterbens gebracht werden.

Aus sozialer Sicht besteht ebenfalls dringender Handlungsbedarf: Immer mehr Anrainer und Initiativen wehren sich gegen die Flut an Wasserkraftprojekten. Etwa in Serbien, wo erst kürzlich 3.000 Menschen gegen den geplanten Bau von 60 Wasserkraftwerken im Naturpark Stara Planina auf die Straße gingen und den Baubeginn stoppten. Oder in Bosnien-Herzegowina, wo seit mehr als einem Jahr die „tapferen Frauen von Kruščica“ eine Kraftwerksbaustelle blockieren - Tag und Nacht.

„Dieser Öko-Masterplan ist die wichtigste Grundlage für alle weiteren Planungen an den Balkanflüssen. Diese Tabuzonen für Wasserkraftwerke sind gleichzeitig die „Go-areas“ für seltene Tiere und Pflanzen, für einmalige Landschaften, für Anrainer und alle Naturliebhaber“, sagt Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von Riverwatch.

Energiealternativen
Laut Öko-Masterplan liegen 89 Prozent der geplanten Wasserkraftwerke in Tabuzonen. Eine eigens in Auftrag gegebene Energiestudie ergab, dass der Ausfall dieser Kraftwerksprojekte durch den Ausbau vor allem von Solar- und Windanlagen ersetzt werden könne. Doch derzeit konzentrieren sich die Balkanstaaten fast ausschließlich auf die Wasserkraft, in Photovoltaik wird hingegen kaum investiert - trotz 300 Sonnentagen pro Jahr, wie etwa in Albanien. „Der Öko-Masterplan hat erneut belegt, dass die Balkanflüsse zu wertvoll sind, um sie zu verlieren. Sie sind das Blaue Herz Europas. Dessen Zerstörung durch Wasserkraft wäre nicht nur ökologisch und sozial verheerend, sondern auch energiepolitischer Unsinn“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. Ein Wandel in der Energiepolitik auf dem Balkan ist dringend erforderlich: Dies beinhaltet die Reduzierung der großen Energieverluste, den Stopp der Wasserkraft sowie Investitionen in Solar und Wind, so die Einschätzung von EuroNatur und Riverwatch.

Hintergrundinformationen:
• Die Daten des Öko-Masterplans wurden in DIESER STORYMAP visuell aufgearbeitet
• Öko-Masterplan für Balkanflüsse zum DOWNLOAD
• Kampagne zur Rettung der Balkanflüsse: Ungefähr 3.000 neue Wasserkraftwerke sind derzeit zwischen Slowenien und Albanien in Planung oder im Bau. Um dieser Welle der Zerstörung entgegenzutreten, haben die Naturschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch zusammen mit lokalen Partnern in den Balkanländern die Kampagne „Rettet das Plaue Herz Europas“ ins Leben gerufen.

Rückfragen:
Anja Arning, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, EuroNatur
anja.arning(at)euronatur.org; +49 7732 927213

Ulrich Eichelmann, Kampagnenkoordinator, Riverwatch
ulrich.eichelmann(at)riverwatch.eu  +43 676 6621512

 

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news-2232 Wed, 21 Nov 2018 12:07:01 +0100 #GivingTuesday: Mitmachen und Flussperlen schützen! https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/givingtuesday-mitmachen-und-flussperlen-schuetzen/ Der Countdown läuft: Am 27. November ist #GivingTuesday. An diesem Tag ruft die gleichnamige Initiative weltweit Menschen dazu auf, ein Zeichen gegen den vorweihnachtlichen Konsumrausch zu setzen und sich sozial zu engagieren. Auch EuroNatur ist mit dabei und präsentiert den Film "Blue Heart". Die Wildflüsse des Balkans stehen dieses Jahr im Fokus unserer Aktion. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen kämpfen wir dafür, die letzten großen Wildflüsse unseres Kontinents zu bewahren. Unterstützen Sie unseren Einsatz für die Flusslandschaften auf dem Balkan anlässlich des #GivingTuesday 2018 mit Ihrer Spende!

Im Rahmen des #GivingTuesday präsentiert EuroNatur den 40-minütigen Dokumentarfilm „Blue Heart“. Der Film, der seit seiner Premiere im April 2018 Menschen von Kanada bis Singapur bewegt hat, erzählt mit fantastischen Aufnahmen und bewegenden Geschichten von den faszinierenden Flusslandschaften des Balkans, ihren Bewohnern und deren Kampf gegen die Wasserkraftlobby.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 27. November um 19.30 Uhr in der Geschäftsstelle von EuroNatur (Westendstr.3, 78315 Radolfzell) statt und ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter info(at)euronatur.org oder 07732-92720.

Hier erfahren Sie mehr zur Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas

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news-2221 Fri, 19 Oct 2018 12:32:46 +0200 Grenzübergreifendes Projekt zum Save-Schutz angelaufen https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/grenzuebergreifendes-projekt-zum-save-schutz-angelaufen/ Das von EuroNatur initiierte SavaParks Netzwerk hat den Zuschlag zu einer EU-Förderung für ein neues Projekt an der Save bekommen. Anfang Oktober fand im serbischen Novi Sad die Auftaktveranstaltung hierzu statt. Bei dem INTERREG-Projekt geht es um die Erforschung invasiver Arten und deren Eindämmung in der naturnahen Flusslandschaft. Die Save ist der größte Nebenfluss der Donau und passiert auf ihrem Weg zahlreiche Staaten des ehemaligen Jugoslawiens. In weiten Abschnitten ist der Fluss noch unverbaut und kann eine natürliche Dynamik entwickeln. Das Lonjsko Polje in Kroatien ist nur ein Bespiel für die herausragende Bedeutung des Flusses, für dessen Schutz sich EuroNatur seit ihrer Gründung einsetzt. Hier und anderswo an der Save leben zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, doch sie sind gefährdet; nicht nur durch Kraftwerksbauten oder Kiesentnahme, sondern auch durch die Verbreitung invasiver Arten.

Darunter versteht man Tiere und Pflanzen, die in einem Ökosystem nicht heimisch sind, sich oftmals unkontrolliert ausbreiten und alteingesessene Arten negativ beeinträchtigen können. Invasive Spezies, die bereits häufig an der Save vorkommen, sind zum Beispiel der Götterbaum oder der Japanische Staudenknöterich. Welchen Einfluss sie auf ihre Umwelt ausüben und wie sie wieder eingedämmt werden können, soll das Sava TIES Projekt zur „Erhaltung von Flussgebietshabitaten der Save durch transnationales Management invasiver Arten“ erforschen. Für dieses Paradebeispiel eines grenzübergreifenden Naturschutzprojekts bietet das SavaParks Netzwerk den idealen Rahmen.


Project co-funded by European Union funds (ERDF, IPA)

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news-2214 Tue, 09 Oct 2018 14:31:25 +0200 EuroNatur-Preis 2018 an Schweizer Fluss-Schützer verliehen https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/rettet-das-blaue-herz-europas/aktuell/news/euronatur-preis-2018-an-schweizer-fluss-schuetzer-verliehen/ ++ EuroNatur-Preis 2018 geht an Roberto Epple ++ Am 9. Oktober ist europaweit die Online-Kampagne #ProtectWater gestartet ++ Radolfzell, Insel Mainau. Heute erhielt Roberto Epple, Präsident des European Rivers Network (ERN), auf der Bodenseeinsel Mainau den EuroNatur-Preis 2018. Damit wurde er für sein hohes persönliches Engagement zum Schutz der europäischen Flüsse ausgezeichnet. „Die Leidenschaft, mit der sich Roberto Epple für Mitteleuropas Flusslandschaften einsetzt, hat Vorbildcharakter für unsere Naturschutzarbeit und macht uns Mut, auch bei starken Gegnern nicht aufzugeben. Mit seiner unbeirrten Liebe zu den Flüssen ist er uns ein inspirierendes Beispiel“, begründet EuroNatur-Präsidentin Christel Schroeder die Wahl des diesjährigen Preisträgers.

Ohne den couragierten Einsatz Epples sähen viele Flusslandschaften Mitteleuropas heute anders aus. Doch der Präsident des ERN verhinderte nicht nur Flussbegradigungen und den Bau von Staudämmen; mit kreativen Aktionen gelingt es dem Schweizer Flussschützer immer wieder, Menschen für den Schutz der Flüsse zu sensibilisieren und zu mobilisieren. „Mir war es stets ein großes Anliegen, die Flüsse nicht nur vor ihrer weiteren Zerstörung zu bewahren, sondern auch die Bürger Europas für die blauen Lebensadern zu begeistern. Ich möchte das uralte Zusammenspiel von Mensch und Fluss wieder mit neuem Leben füllen“, so der diesjährige EuroNatur-Preisträger.

Dabei droht Europas Flüssen neues Ungemach: Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), eines der engagiertesten Vorhaben zum Umweltschutz in Europa, könnte aufgeweicht werden. Um das zu verhindern, haben über 80 Naturschutzorganisationen, darunter auch EuroNatur, am 9. Oktober die Online-Kampagne #ProtectWater initiiert. Federführend bei der Kampagne ist unter anderem das ERN. Zusätzlich sind alle EU-Bürger dazu aufgerufen, bis 4. März 2019 im Rahmen einer öffentlichen Konsultation ihre Stimme für naturnahe Gewässer zu erheben und so der Aufweichung der WRRL entgegenzuwirken.

 

Hintergrundinformationen:

  • EuroNatur-Preis: Roberto Epple steht mit der Verleihung des EuroNatur-Preises in einer langen Reihe namhafter Persönlichkeiten. Frühere Preisträger sind u.a. Jonathan Franzen, Dr. Luc Hoffmann, Prinz Charles, Michail Gorbatschow, Nelson Mandela, Dr. Mario F. Broggi, Prof. Dr. Klaus Töpfer und Gudrun Steinacker. Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Der EuroNatur-Preis 2018 wurde am Mittwoch, den 10. Oktober 2018 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau an den Schweizer Flussschützer verliehen.
  • Roberto Epple: Der 1945 in St. Gallen geborene Hydrobiologe hat für den naturnahen Erhalt unter anderem von Donau, Elbe, Loire, Ebro und Rhein gekämpft. Erste Erfahrungen im Bereich Kommunikation und Umwelt sammelte Epple bei internationalen Chemie- und Textilunternehmen. Der Impuls für sein Engagement war der leidenschaftliche Einsatz vieler Menschen für die Donau-Auwälder nahe Hainburg in den 1980ern. Seit 1993 ist Epple Präsident des European Rivers Network (ERN), einem Netzwerk europäischer Umwelt- und Naturschutzorganisationen, das sich für den Schutz der europäischen Fließgewässer einsetzt. Epple hat außerdem den Europäischen Flussbadetag Big Jump initiiert, an dem Menschen in ganz Europa gleichzeitig baden gehen und so ihr Recht auf saubere, unverbaute Flüsse einfordern.
  • Initiative #ProtectWater: Die Europäische Union hat mit der seit Dezember 2000 gültigen Wasserrahmenrichtlinie in allen Mitgliedsstaaten der EU einheitlich geltende Umweltziele für den Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer aufgestellt. Laut der WRRL sollen alle europäischen Gewässer spätestens bis zum Jahr 2027 in einem „guten Zustand“, das heißt vor allem in einem ökologisch wertvollen, sein. Da dieses Ziel jedoch kaum zu erreichen sein wird, drohen die Mitgliedsstaaten, die Richtlinie aufzuweichen. Dagegen kämpft ein breites Bündnis von europäischen Naturschutzorganisationen. Hier erfahren Sie mehr zur Initiative
  • Kampagne zum Schutz der Balkanflüsse: Etwa 2.800 neue Staudämme sind derzeit zwischen Slowenien und Albanien in Planung. Um dieser Welle der Zerstörung entgegenzutreten, haben EuroNatur und Riverwatch zusammen mit lokalen Partnern in den jeweiligen Balkanländern die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ ins Leben gerufen.


Weitere Informationen und Bildmaterial in Druckqualität finden Sie im Downloadbereich unter: www.euronatur.org/ueber-euronatur/presse/euronatur-preis-2018/

Am Mittwoch, den 10. Oktober ab ca. 20 Uhr sind dort auch aktuelle Fotos von der Preisverleihung verfügbar.


Rückfragen:
Anja Arning, E-Mail: anja.arning(at)euronatur.org, Tel.:  +49 (0)7732 - 92 72 13

 

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