Flussschutz in Europa

Die Balkanflüsse sind eine Schatzkammer der Artenvielfalt.
113 gefährdete Fischarten leben hier.
© Andreas Hartl

Unberührte Flüsse

Die meisten Flüsse in Europa sind in den zurückliegenden 200 Jahren begradigt oder aufgestaut worden. Rund ums Mittelmeer, und dort vor allem auf dem Balkan, gibt es jedoch noch eine Vielzahl natürlicher Flusslandschaften. Hier leben seltene Tier- und Pflanzenarten; nicht wenige finden sich nur noch in einigen kurzen Flussabschnitten.

Doch die letzten unberührten Wildflüsse unseres Kontinents sollen für die Wasserkraftnutzung aufgestaut oder für die Schifffahrt ausgebaut werden. Als Teil eines internationalen Partnernetzwerks setzen wir uns im gesamten Mittelmeerraum, mit Schwerpunkt in Südosteuropa, für den Erhalt der Wildflüsse ein und bieten der Wasserkraftlobby die Stirn.  

Wir schützen Europas letzte Wildflüsse

Durch Anklicken des Vorschaubildes wird ein Video von einer externen Quelle eingebunden. Dadurch wird Ihre IP-Adresse an den externen Server übertragen. Weitere Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Das leisten wir für Europas Flüsse

  • Staudammprojekte stoppen: Mit Hilfe von Klagen ist es uns gelungen, große Staudammprojekte zu verhindern, so etwa das Kraftwerk Pocem an der albanischen Vjosa. Im Rahmen der Initiative „Anwälte für Flüsse“ unterstützen seit 2019 Rechtsexpertinnen und Juristen die Lokalbevölkerung dabei, gegen Wasserkraftprojekte gerichtlich vorzugehen. Auch bei internationalen Gremien und anderen Institutionen wie der Europäischen Energiegemeinschaft reichen wir Beschwerden ein. Zudem arbeiten wir an der Reformierung der Rechtsprechung und von Umweltvorschriften aktiv mit.
     
  • Lokalen Widerstand unterstützen: Viele Menschen in Südosteuropa nehmen die Zerstörung ihrer Flüsse nicht länger tatenlos hin. In zahlreichen Regionen leisten die Anwohnerinnen und Anwohner Widerstand gegen die Kraftwerksbetreiber. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir sie bei ihren Protesten, vernetzen die Betroffenen miteinander und tragen ihr Anliegen in die Presse. 2019 haben wir die „mutigen Frauen von Kruščica“ mit dem EuroNatur-Preis gewürdigt.
     
  • Geldflüsse versiegen lassen: Kein Geld, keine Staudämme. Wir überzeugen Kreditgeber davon, nicht länger in den teuren Bau von Wasserkraftwerken zu investieren. Viele europäische Banken sind dank unserer Bemühungen bereits von der Finanzierung von Staudämmen abgesprungen und haben ihre Investitionsrichtlinien im Sinne der Flüsse überarbeitet. So auch 2019 die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.

Der Wert eines Flusses lässt sich nicht in Megawatt messen.

Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer Riverwatch

Helfen Sie mit!

Schließen auch Sie sich dem großen Kreis derer an, die sich für Europas Wildflüsse engagieren. Wir sind dankbar für jede Spende oder aktiven Beitrag! Damit unterstützen Sie eine unabhängige und vernetzte Zivilgesellschaft in Europa, die sich kraftvoll für den Schutz unserer Fließgewässer einsetzt. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen! 

Brücken besetzen, Fischbestände analysieren, invasive Arten managen: Flussschutz in Europa ist vielseitig

Erfahren Sie mehr zu unseren Flussprojekten

Hier klicken

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Damit leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewahrung von Europas Flüssen.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Vorläufiger Bericht der Neretva-Wissenschaftswoche

Die ersten Ergebnisse der Wissenschaftswoche an der Neretva liegen vor und wurden in einem Bericht zusammengefasst. Er liefert erste Eindrücke,…

Hohes Risiko bei Investionen in Wasserkraft auf dem Balkan

Große Wasserkraft-Neubauprojekte in Südosteuropa (1) sind mit massiven Investitionsrisiken behaftet und haben niedrige Realisierungsraten. Das zeigt…

Einzigartige Flusslandschaft am Südrand Mitteleuropas

Mit dem neuen EuroNatur-WWF-Reiseführer „Mur, Drau und Donau – Leben durch Flussdynamik“ lernen Natururlauber den Südosten Mitteleuropas von seiner…

Die Erforschung der Unbekannten: Wissenschaftswoche am Oberlauf der Neretva

Rund 50 internationale Wissenschaftlerinnen und Flussschützer haben eine Woche lang die obere Neretva untersucht. Die Daten sollen dabei helfen,…

Aufmerksamkeit für RED4Nature-Kampagne

Mit gleich zwei öffentlichkeitswirksamen Aktionen haben Künstlerinnen und EuroNatur-Mitarbeiterinnen am 22. und 23. Juni in Brüssel für Aufmerksamkeit…

Albanische Regierung unterzeichnet Erklärung zur Errichtung eines Vjosa-Wildflussnationalparks

++ Albanien markiert wichtigen Schritt für den Schutz der Vjosa ++ Regierung signiert Absichtserklärung für Europas ersten Wildfluss-Nationalpark ++

Weltwassertag 2022: Grundwasser: „die Leber“ unserer Flüsse

In diesem Jahr steht der Weltwassertag unter dem Motto „das Unsichtbare sichtbar machen“ und legt besonderes Augenmerk auf die Bedeutung des…

Wasserkraft als Klimaretter? Ein längst überholter Mythos

Flusstäler sind fruchtbare Lebensräume für Mensch und Tier. Ihre Zerstörung – um vermeintlich klimafreundliche Wasserkraftenergie zu erzeugen – hat…

Flughafenbau in Albanien droht bedeutendes Feuchtgebiet zu zerstören

++ Albanische Regierung plant Flughafenbau in der Narta-Lagune ++ Mögliche Korrektur der Schutzgebietsgrenze Vjosa-Narta ++ Am 2. Februar ist…

Deutsche KfW-Bank zieht sich aus Staudammprojekt in Bosnien-Herzegowina zurück

Die deutsche Entwicklungsbank KfW hat heute bestätigt, dass sie ihre Pläne zur Finanzierung des umstrittenen Janjići-Wasserkraftwerks am Fluss Bosna…

Albanische Gemeinde Kutë wird Solardorf

Nach einer Spendenaktion werden auf den Dächern öffentlicher Gebäude im Dorf Kutë an der Vjosa Solarpaneele installiert. Sie dienen der…

Berner Konvention hat Verbrechen an der Natur im Blick

Staudämme, Kraftwerke, Flughäfen: Zahlreiche Beschwerden von Naturschutzorganisationen gegen zerstörerische Projekte auf dem Balkan

Auszeichnung für slowenische Flussschützerin

Die Biologin Andreja Slameršek wurde am 11. November mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021 ausgezeichnet. Damit wird ihr unermüdlicher Kampf…

Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Forderung: EIB muss Umwelt- und Sozialstandards verbessern

EuroNatur und Bankwatch fordern strengere Regeln bei Wasserkraftfinanzierung der Europäischen Investitionsbank.