Unsere Flussprojekte

Rettung der Balkanflüsse

Auf dem Balkan sind viele Flüsse noch nicht zerstört. Hier schlägt das "Blaue Herz Europas“. Mehr als 80 Prozent der Flüsse Südosteuropas sind in einem guten oder sogar sehr guten ökologischen Zustand. Zum Vergleich: In Deutschland gelten nur noch zehn Prozent der Flüsse als naturnah, 60 Prozent sind dagegen stark reguliert.

Zahlreiche seltene Arten leben in den Flüssen des Balkans, bislang noch weitestgehend ungestört. Doch dem "Blauen Herz“ droht Gefahr: Nahezu alle Balkanflüsse sollen für die Wasserkraftnutzung ausgebaut werden. Und das ohne Rücksicht auf den ökologischen Wert der Flüsse. Selbst in hochrangigen Schutzgebieten sind Staudämme geplant.

Was EuroNatur und ihre Partner für den Schutz der Balkanflüsse unternehmen und was wir gemeinsam erreichen konnten:
  • Die Vjosa als Nationalpark ausweisen: Wir streiten dafür, Europas letzten großen Wildfluss, die albanische Vjosa, unter strengen Schutz zu stellen. Ein Vjosa-Nationalpark würde rund 300 Kilometer Fließgewässer schützen und den Menschen eine wirtschaftliche Perspektive bieten – im Gegensatz zu den geplanten gewaltigen Staudämmen, die die Felder der Bauern überfluteten.

Vjosa Nationalpark Now

Durch Anklicken des Vorschaubildes wird ein Video von einer externen Quelle eingebunden. Dadurch wird Ihre IP-Adresse an den externen Server übertragen. Weitere Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
  • Dem Wasserkraftboom etwas entgegensetzen: Wir sind nicht einfach nur gegen Wasserkraftwerke, sondern zeigen auch Alternativen auf, sodass sich die Balkanstaaten auch ohne den Ausbau der Wasserkraft wirtschaftlich entwickeln können. Wir helfen, Kutë an der Vjosa zum ersten energieautarken Dorf Albaniens zu machen und haben das Solarpotential der Dachflächen in Tirana analysiert – hier steckt viel Potential für Solarenergie.
     
  • Menschen für die Flüsse mobilisieren: Wir fördern die Zivilbevölkerung in ihrer Arbeit für die Flüsse und stellen internationale Unterstützung sicher. Wir haben friedliche Protestwochen auf dem Balkan initiiert, in zahlreichen Staaten des Westbalkans ein nationales Kampagnenteam aufgebaut und den lokalen Widerstand gestärkt sowie international anerkannte Wissenschaftler für unseren Kampf gewonnen.

Wissenschaftlerwoche in Albanien (29. Mai bis 6. Juni)

Durch Anklicken des Vorschaubildes wird ein Video von einer externen Quelle eingebunden. Dadurch wird Ihre IP-Adresse an den externen Server übertragen. Weitere Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Details zur Kampagne "Rettet das Blaue Herz Europas" finden Sie auf unserer Kampagnenwebseite balkanrivers.net


Staudammboom im Mittelmeerraum

Die letzten frei fließenden Flüsse und ihre Ökosysteme in der Mittelmeerregion, von der Balkan-Halbinsel bis zur Iberischen Halbinsel, werden von großen und kleinen Wasserkraftprojekten bedroht. Wasserkraft wird oft als „grüne und saubere“ Energiequelle dargestellt. Aber Dämme zerstören Flüsse. Sie hindern ziehende Fischarten auf ihrem Weg in die Laichgebiete und hemmen den Transport von Sedimenten im Fluss. Dies kann zur Erosion ganzer Küstenabschnitte führen.

Frei fließende Flüsse sind daher für die Menschen, für Tiere und Pflanzen, und für die nachhaltige Entwicklung unverzichtbar. EuroNatur ist Teil der Anti Hydropower Platform. Die zivilgesellschaftliche Bewegung hat es sich zum Ziel gemacht, Flüsse von Portugal bis in die Türkei vor den Folgen von Dammbauten und Wasserkraftwerken zu schützen.

Graffiti auf verfallenem Staudamm

Im gesamten Mittelmeerraum wächst der Widerstand gegen die Verbauung der Flüsse: Sloboda Rijekama - Freiheit für die Flüsse!

© Dinno Kasalo/CZZS
Was EuroNatur und ihre Partner zur Rettung der Flusslandschaften des Mittelmeerraums unternehmen und was wir gemeinsam erreichen konnten:
  • Rechtliche Schritte ergreifen: Mit einem schlagkräftigen Team aus nationalen und internationalen Rechtsexpertinnen gehen unsere Partner gegen ausgewählte Wasserkraftprojekte vor. Unsere Strategie ist erfolgreich: Zahlreiche Wasserkraftwerke an besonders sensiblen Flussabschnitten wurden nicht gebaut, bzw. es wurde ein Baustopp verhängt.
     
  • Fakten schaffen: Wir geben Studien in Auftrag, um das Wissen über die Bedrohungen durch Wasserkraft im Mittelmeerraum zu erweitern. So haben wir eine sehr gute Wissens- und Datengrundlage erarbeitet und damit stichhaltige Argumente in der Hand, weshalb der massive Ausbau von Wasserkraft schädlich für die Flussnatur ist.
     
  • Lobbyarbeit leisten: Auf unterschiedlichen politischen Ebenen streiten wir gegen die weitere Subventionierung von Wasserkraft. Auch dank unserer Überzeugungsarbeit sind mehrere Staaten (Portugal, Montenegro, Bosnien-Herzegowina) aus der Finanzierung von Staudämmen ausgestiegen.

Partner: Riverwatch, Front 21/42, CZZS, EcoAlbania, Tour du Valat, MedINA, Pindos Perivallontiki, IUCN ECARO, Wetlands International European Association, WWF Adria, GEOTA
Förderung: MAVA-Stiftung, Manfred-Hermsen-Stiftung, Fondation Genevoise de Bienfaisance, Fondation pour la Sauvegarde de la Nature, Patagonia, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender


Weitere Flussprojekte von EuroNatur

  • Europas Wasserrahmenrichtlinie bewahren: Im Jahr 2019 waren mehr als 375.000 Menschen dem Aufruf zahlreicher Natur- und Umweltschutzverbände, darunter EuroNatur, gefolgt und hatten von der Europäischen Kommission die Beibehaltung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gefordert. Mit Erfolg: Die WRRL zum Schutz der Flüsse wird nicht angetastet!
     
  • „Europas Amazonas“ schützen: Zwischen Österreich und Serbien erstreckt sich ein weitverzweigtes, weitestgehend naturbelassenes Flusssystem: Die Donau-Drau-Mur-Region. Seit 1990 setzt sich EuroNatur mit zahlreichen Partnern für dessen Unterschutzstellung ein. Im Sommer 2021 war es dann endlich so weit. Das letzte Teilstück in Österreich wurde als Biosphärenreservat durch die UNESCO anerkannt.
Die Save im Herbst

Herbststimmung an der Save

© Davorka Kitonic
  • Die Save retten: Seit ihrer Gründung ist EuroNatur an der Save aktiv. Wir haben den größten Nebenfluss der Donau vor zahlreichen Verbauungsmaßnahmen bewahrt, so dass sie ihren Charakter als Fluss und nicht als bloße Wasserstraße weitestgehend erhalten konnte. Entlang der Save verbinden wir unsere Partner aus vier Staaten miteinander (Sava-Parks Netzwerk) und verbessern das Management invasiver Arten (Sava TIES) im Einzugsgebiet des großen Stroms.

Partner: Public Institution Ljubljansko barje Nature Park (SL); Lonjsko Polje Nature Park Public Institution (HR);  Public Institution Green Ring (HR); Public Company National Park “Una” LLC Bihać (BA); Center for Environment (BA); Institute for Nature Conservation of Vojvodina Province (RS); Nature Conservation Movement Sremska Mitrovica (RS); Public Enterprise “Vojvodinašume" (RS)

Helfen Sie mit!

Schließen auch Sie sich dem großen Kreis derer an, die sich für Europas Wildflüsse engagieren. Wir sind dankbar für jede Spende oder aktiven Beitrag! Damit unterstützen Sie eine unabhängige und vernetzte Zivilgesellschaft in Europa, die sich kraftvoll für den Schutz unserer Fließgewässer einsetzt. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen! 

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Damit leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag zur Bewahrung von Europas Flüssen.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Berner Konvention hat Verbrechen an der Natur im Blick

Staudämme, Kraftwerke, Flughäfen: Zahlreiche Beschwerden von Naturschutzorganisationen gegen zerstörerische Projekte auf dem Balkan

Auszeichnung für slowenische Flussschützerin

Die Biologin Andreja Slameršek wurde am 11. November mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021 ausgezeichnet. Damit wird ihr unermüdlicher Kampf…

Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Forderung: EIB muss Umwelt- und Sozialstandards verbessern

EuroNatur und Bankwatch fordern strengere Regeln bei Wasserkraftfinanzierung der Europäischen Investitionsbank.

Zwei Studien zur Renaturierung der Save und ihrer Flussauen veröffentlicht

Zwei brandneue Studien zur Revitalisierung der Save und ihrer Auen wurden veröffentlicht und vom 19. bis 22. September im Rahmen des Projekts Sava…

Goldman-Naturschutzpreis für die „mutigen Frauen von Kruščica“

++ Flussschützerinnen aus Bosnien-Herzegowina erhalten Goldman Environmental Prize ++ Zum zweiten Mal in den letzten drei Jahren wurde damit eine…

Wissenschaftswoche an den Zuflüssen der Vjosa

++ 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Österreich, Albanien, Italien und Deutschland untersuchen eine Woche lang die beiden größten…

Geplanter Kalivaç-Staudamm endgültig vom Tisch

Großartige Neuigkeiten für die albanische Vjosa: Der Kalivaç-Staudamm, der viele Jahre wie ein Damoklesschwert über dem letzten großen Wildfluss…

EU-Gelder für Naturzerstörung?

Seit Jahren kämpfen EuroNatur und ihre Partnerorganisationen gegen das umstrittene Wasserkraftwerk Mokrice an der Save. Über das Hintertürchen der…

Albanisches Vogelparadies durch Flughafenbau gefährdet

++ In der Narta-Lagune an der Adria soll ein Flughafen gebaut werden ++ Rastgebiet von internationaler Relevanz für Hunderttausende Wasservögel ++ Am…

Webinar zu Rechtsinstrumenten im Flussschutz

Um die Entwicklung der Wasserkraft in Europa rasch voranzutreiben, werden verpflichtende Rechtsverfahren und Vorgaben zur…

Schon ein Damm kann den Fluss zerstören

Eine jüngst erschienene Studie stellt den hohen Wert des Vjosa-Flusssystems in Albanien als eines der wenigen verbliebenen Referenzgebiete für…

Naturschützer fordern politische Unterstützung aus der EU für Vjosa-Nationalpark in Albanien

++ Der neue Slogan „Vjosa National Park Now“ ist ein Appell, Europas letzten großen Wildfluss zu schützen ++

Albanien vor der Wahl: Nationalpark oder Zerstörung der Vjosa

Die Zukunft von Europas größtem unberührten Fluss steht auf dem Spiel