Luchse Projekte

Balkanluchs – Die Letzten seiner Art

Schutz eines seltenen Grenzgängers

Das derzeitige Verbreitungsgebiet des Balkanluchses (Lynx lynx balkanicus) deckt sich in weiten Teilen mit dem Verlauf des Grünen Bandes Balkan zwischen Albanien und Nordmazedonien sowie zwischen Albanien, Montenegro und dem Kosovo. Hier macht sich EuroNatur mit einem internationalen Team im Rahmen des „Balkan Lynx Recovery Programms“ für den Schutz der Luchse und ihrer Lebensräume stark. Wie viele Balkanluchse, einer Unterart des Eurasischen Luchses, es noch gibt, kann niemand genau sagen. Die scheuen Tiere lebt extrem heimlich. Doch wissenschaftlichen Schätzungen zufolge dürften es weit weniger als 50 Tiere sein. Damit ist der Balkanluchs eine der seltensten Katzen der Erde.

Balkan Lynx Recovery Programme

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Der Druck ist groß

ausgestopfte Balkanluchse im albanischen restaurant

Ausgestopfte Balkanluchse in einem albanischen Restaurant.

© PPNEA

Die Bedrohungen für den Balkanluchs sind vielfältig. Wegen Übernutzung der Wälder für die Brenn- und Bauholzgewinnung fehlen ihm ausreichend große und zusammenhängende Lebensräume. Aus demselben Grund herrscht auch ein Mangel an Beutetieren, der durch meist illegale Jagd auf die geschrumpften Wildbestände weiter verschärft wird. Doch auch der Luchs selbst fällt immer wieder Wilderern zum Opfer, die es auf seltene Trophäen abgesehen haben oder aber der Raubkatze die Schuld an gerissenen Haustieren geben. Dass der Balkanluchs kurz vor dem Aussterben steht und zu den geschützten Arten zählt, ist nur den wenigsten Menschen vor Ort bekannt.

Was EuroNatur und ihre Partner zum Schutz des Balkanluchses unternehmen und was wir gemeinsam erreichen konnten:

  • Fundierte Wissensgrundlagen schaffen: Verlässliche Informationen über Lebensräume, Verbreitung und Häufigkeit des Balkanluchses sowie seiner Beutetiere sind rar. Wir finanzieren die Anschaffung von Kamerafallen, die wertvolle Daten zu den heimlich lebenden Katzen liefern. Darüber hinaus konnten mehrere Luchse gefangen und besendert werden. Seitdem wissen wir mehr über das Territorialverhalten der bedrohten Tiere und können konkrete Angaben über schützenswerte Lebensräume machen.
     
  • Kinder begeistern: Über die im Jahr 2015 begonnene Bildungskampagne zur Gefährdung des Balkanluchses wurden in Nordmazedonien bis Ende 2018 mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Dafür sind unsere Partner in etliche Schulen gefahren und haben den Kindern anschaulich erklärt, wodurch die Luchse gefährdet sind. Die Bildungskampagne war ein großer Erfolg und wurde auf Albanien und den Kosovo ausgeweitet.
     
  • Schutzstatus erhöhen: Wir konnten erreichen, dass der Balkanluchs 2015 als eigene Unterart anerkannt und auf die Rote Liste der bedrohten Arten gesetzt wird. Dies ermöglicht effektivere Schutzprogramme. 

Partner: MES, PPNEA, ERA, Stiftung Kora
Förderung: Mava-Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Paten


Luchse in den Dinariden

Frisches Blut für bedrohte Luchse

Dass Schutzprojekte für den Luchs nicht an Ländergrenzen halt machen dürfen, zeigt sich am LIFE Luchs-Projekt deutlich. Die Dinaridenpopulation der Luchse erstreckt sich mit Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina auf drei Länder. Sie ist klein, genetisch verarmt und hat nur geringe Überlebenschancen. Das von der Europäischen Union finanzierte und von EuroNatur unterstützte Projekt LIFE Luchs soll helfen, den Genpool der Luchspopulation in den Dinariden durch Luchse aus den Karpaten aufzufrischen.

Dafür werden Luchse in Rumänien und der Slowakei, wo es noch viele der Katzen gibt, gefangen und nach Slowenien, bzw. Kroatien transportiert. Nach einer mehrtägigen Eingewöhnungszeit in einem Freiluftgehege werden die Luchse in ihre neue Heimat entlassen. Neben einer Auffrischung des Genpools soll die bislang isolierte Dinaridenpopulation mit anderen Luchsvorkommen in Verbindung treten – vor allem mit den Luchsen in den Alpen.

LIFE Luchs-Projekt

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Was EuroNatur und ihre Partner zum Schutz der Luchse in den Dinariden unternehmen und was wir gemeinsam erreichen konnten:

  • Luchse auswildern: Im Mai 2019 wurden die ersten beiden Luchse aus den Karpaten in den Dinariden ausgewildert. Seitdem folgen weitere Tiere (11 Luchse, Stand Juni 2021). Die Luchse haben sich wunderbar in ihrer neuen Heimat integriert. Sie haben nicht nur Reviere besetzt, sondern mit heimischen Luchsen sogar schon (mehrfach) Nachwuchs gezeugt.
     
  • Jäger mit ins Boot holen: Die Einbindung der lokalen Jäger in Slowenien und Kroatien in das Projekt gelingt ausgezeichnet. Mit ihrer Expertise und Ortskenntnis sind sie wichtige Verbündete beim Gelingen der Wiederansiedlung.

Partner: Universität Zagreb, Slowenischer Forstdienst, Slowenische Jagdgesellschaft, Slowenisches Institut für Naturschutz, Technische Universität Zvolen, Universität Ljubljana, Verein Progetto Lince Italia, Universität Karlovac, Biom, ACDB, italienisches Polizei-Sonderkommando für Forst-, Umwelt-, Landwirtschafts- und Verbraucherschutz
Förderung: EU LIFE, EuroNatur-Spenderinnen und -Paten

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