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            <title>EuroNatur - Pressemitteilungen</title>
            <link>https://www.euronatur.org</link>
            <description>Pressemitteilungen von der Stiftung EuroNatur</description>
            <language>de</language>
            
                <copyright>TYPO3 News</copyright>
            
            <pubDate>Wed, 22 Apr 2026 21:32:44 +0200</pubDate>
            <lastBuildDate>Wed, 22 Apr 2026 21:32:44 +0200</lastBuildDate>
            
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                        <guid isPermaLink="false">news-2645</guid>
                        <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 09:10:14 +0100</pubDate>
                        <title>Endlich eine Schutzgebietsverwaltung für die Saline Ulcinj</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/endlich-eine-schutzgebietsverwaltung-fuer-die-saline-ulcinj?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>++ Die Gemeinde Ulcinj und das Umweltministerium von Montenegro haben am 30. Januar einen Vertrag zur Gründung der Schutzgebietsverwaltung für die Saline Ulcinj unterschrieben ++ Dieser Schritt ist eine wichtige Grundlage für ein effektives Management des Schutzgebiets ++ Am 2. Februar ist Weltfeuchtgebietstag (World Wetlands Day) ++</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radolfzell, Ulcinj.</strong> Gute Nachrichten für die <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/vogelschutz-in-europa/unsere-zugvogelprojekte#c292">Saline Ulcinj in Montenegro</a>, einem der wichtigsten Rastgebiete für <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/vogelschutz-in-europa">Zugvögel </a>entlang der Adria-Zugroute. Endlich ist der Vertrag zur Gründung der Schutzgebietsverwaltung des 2019 als Naturpark ausgewiesenen Salzgartens unterzeichnet. Dadurch kann der Schutz, den die Saline Ulcinj seither formal genießt, auch in der Fläche durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.&nbsp;</p>
<p>EuroNatur und ihre montenegrinischen Partner CZIP und MSJA haben lange für die Unterschutzstellung der Saline gekämpft und seit 2019 konsequent den Aufbau einer Schutzgebietsverwaltung gefordert. „Wir sind froh, dass dieser überfällige Schritt vollzogen ist“, sagt <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/stefan-ferger">Dr. Stefan Ferger</a>, Programmleiter Zugvogelschutz bei der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur. „Die Schutzgebietsverwaltung muss die im Managementplan vorgesehenen Maßnahmen nun schnellstmöglich umsetzen. Dazu braucht sie eine kompetente Leitung, engagierte Mitarbeitende und die nötigen finanziellen Mittel. Wir erwarten, dass die montenegrinische Regierung und die Gemeinde Ulcinj rasch die nötigen Schritte für den tatsächlichen Aufbau der Schutzgebietsverwaltung in die Wege leiten“, so Ferger. EuroNatur und ihre Partner werden den Prozess, infolge dessen die Implementierung der Schutzgebietsverwaltung auch eine Bedingung für den angestrebten Beitritt Montenegros zur Europäischen Union ist, kritisch begleiten und den Schutz der Saline Ulcinj weiterhin nach Kräften unterstützen.</p>
<p>Auf die Bedeutung von intakten Feuchtgebieten wie Seen, Flusssystemen oder Salinen macht jedes Jahr der World Wetlands Day aufmerksam. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Feuchtgebiete und überliefertes Wissen: das kulturelle Erbe feiern“. „Das Motto des diesjährigen Weltfeuchtgebietstags passt hervorragend zur Saline Ulcinj“, sagt <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/gabriel-schwaderer">Gabriel Schwaderer</a>, Geschäftsführer von EuroNatur. „In der Saline Ulcinj greifen Naturschutz und kulturelles Erbe ineinander, weil die mehr als hundert Jahre währende Salzgewinnung eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft hervorgebracht hat, die zu einem der wertvollsten Rast- und Brutgebiete für Zugvögel entlang der Adria zählt. Auch deshalb streben wir die Wiederaufnahme eines nachhaltigen Salzabbaus in Ulcinj an, der Naturschutz und lokale Wertschöpfung verknüpft“, so Schwaderer.</p>
<p><br><strong>Hintergrundinformationen:</strong></p><ul><li>Weltfeuchtgebietstag 2026: Der <a href="https://www.worldwetlandsday.org/" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">World Wetlands Day</a> macht auf die Bedrohung von Feuchtgebieten weltweit aufmerksam und wird jedes Jahr am 2. Februar gefeiert.</li><li>Das Salinenareal von Ulcinj in Montenegro, das zum Bojana-Buna-Delta gehört, ist mit 1.500 Hektar eine der größten Salinen im Mittelmeerraum – und eines der wichtigsten Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel an der östlichen Adriaküste. EuroNatur engagiert sich mit ihren montenegrinischen Partnern CZIP (BirdLife Montenegro) sowie MSJA (Martin Schneider Jacoby Association) und internationalen Verbündeten seit vielen Jahren für den Schutz des Salzgartens an der Adria. Auch auf Druck unserer Kampagne „Save Salina“ hat die Regierung in Podgorica <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/unsere-erfolge#c4700">die Saline Ulcinj 2019 als Schutzgebiet ausgerufen</a>. Kurz darauf erfolgte die Ausweisung als Ramsar-Gebiet.&nbsp;</li></ul><p><strong>Rückfragen:</strong> <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, Mail: <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow(at)euronatur.org</a>, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 15</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Wed, 21 Jan 2026 11:35:00 +0100</pubDate>
                        <title>Europas letzte Wildflüsse in Gefahr: Fast 2.500 Kilometer an unberührten Balkanflüssen seit 2012 zerstört</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/europas-letzte-wildfluesse-in-gefahr-fast-2500-kilometer-an-unberuehrten-balkanfluessen-seit-2012-zerstoert?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>Die erste vergleichbare regionale Bewertung seit über einem Jahrzehnt dokumentiert die Verschlechterung des Zustands der letzten Wildflüsse Europas: Der Anteil unberührter Flussabschnitte ist seit 2012 von 30 Prozent auf 23 Prozent zurückgegangen – ein erschreckender Verlust von 2.450 Flusskilometern. Die Flüsse Albaniens wurden schneller zerstört als die anderer Balkanländer, vor allem durch Wasserkraftprojekte und Flussregulierungen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radolfzell/Wien, 21. Januar 2026</strong> – Eine umfassende <a href="https://balkanrivers.net/uploads/files/shares/Studies/2025_Balkan_HYMO_compressed.pdf" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">neue Bewertung der hydromorphologischen Bedingungen auf dem gesamten Balkan</a> hat eine dramatische, sich beschleunigende Verschlechterung der <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/flussschutz-in-europa/unsere-flussprojekte">für ihre Unberührtheit bekannten Wasserläufe der Region</a> aufgezeigt. Der Bericht Hydromorphological Status of Balkan Rivers 2025, verfasst von Dr. Ulrich Schwarz (Fluvius Wien) im Auftrag von EuroNatur und Riverwatch im Rahmen der Kampagne <i>Save the Blue Heart of Europe</i>, untersucht 83.824 Flusskilometer in elf Ländern. Er zeigt, dass der Anteil naturnaher Flüsse von 30 Prozent im Jahr 2012 um 2.450 Flusskilometer auf nur noch 23 Prozent im Jahr 2025 gesunken ist. Dagegen haben stark veränderte Flussabschnitte zugenommen.</p>
<p>Die <a href="https://balkanrivers.net/uploads/files/shares/Studies/2025_Balkan_HYMO_compressed.pdf" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">vollständige Studie</a> steht zum Download zur Verfügung. <a href="https://www.balkanrivers.net/en/the-state-of-balkanrivers-2025" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">Die Story Map </a>enthält die Ergebnisse und die neuen Daten finden Sie in unserer <a href="https://balkanrivers.net/en/map" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">interaktiven Karte</a>.</p>
<p class="text-justify"><br><strong>Balkan insgesamt: Abwärtstrend</strong></p>
<p class="text-justify">Die Studie offenbart ein besorgniserregendes regionales Muster:</p><ul><li><p class="text-justify">Der Zustand der Flüsse auf dem Balkan verschlechtert sich seit 2012 kontinuierlich.</p></li><li><p class="text-justify">Größere Flüsse sind am stärksten betroffen, insbesondere durch Staudämme, Kanalisierung und Eingriffe in den Sedimenttransport (Kies und Sand)</p></li><li><p class="text-justify">Seit 2012 haben aufgestaute Flussabschnitte um 18 Prozent zugenommen (von 2.224 auf 2.626 Flusskilometer).</p></li><li><p class="text-justify">Kleinere Quellgewässer sind in der Regel besser erhalten, doch auch sie stehen zunehmend unter Druck.</p></li><li><p class="text-justify">Der Ausbau der Wasserkraft bleibt der Hauptgrund für die Verschlechterung, gefolgt von Wasserentnahmen, Kies- und Sandabbau und Infrastrukturprojekten.&nbsp;</p></li><li><p class="text-justify">Durch Naturschutzmaßnahmen konnten rund 900 Flusskilometer geschützt werden, vor allem durch das Verhindern von Wasserkraftprojekten.</p></li></ul><p class="text-justify">Von den größeren der untersuchten Flüsse sind nur noch 23 Prozent naturnah, 43 Prozent zeigen leichte Veränderungen. Moderat bis stark veränderte Flüsse machen 27 Prozent aus und vor allem durch Stauungen stark veränderte Abschnitte betreffen sieben Prozent. Die größten Veränderungen wurden in den Einzugsgebieten von Drina, Neretva, Vardar/Axios, Devoll und Drin festgestellt. Auch wenn dieser Rückgang alarmierend ist, bleibt der Anteil der nahezu natürlichen und leicht veränderten Flüsse deutlich höher als im übrigen Europa, was die einzigartige Stellung des Balkans als letztes großes Kerngebiet mit unberührten Flüssen auf dem Kontinent verdeutlicht.</p>
<p class="text-justify">„Die langfristigen Trends, die in dieser Studie dokumentiert sind, zeigen einen klaren Rückgang naturnaher Flussabschnitte auf dem Balkan, vor allem durch Stauungen und großflächige Flussveränderungen. Während die Region weiterhin einen vergleichsweisen hohen Anteil intakter Flüsse aufweist, weisen diese Trends auf eine wachsende Diskrepanz zwischen aktuellen Entwicklungspraktiken und den im Rahmen einer EU-Mitgliedschaft geforderten Umweltstandards sowie Prinzipien einer nachhaltigen Flussnutzung hin,“ erklärt Dr. Ulrich Schwarz, von Fluvius Wien, Autor der Studie.</p>
<p class="text-justify"><br><strong>Albanien: Größter Verlust an natürlichen Flussabschnitten auf dem Balkan</strong></p>
<p class="text-justify">Die Studie kommt zu dem Schluss, dass kein anderes Balkanland in den letzten zehn Jahren so viele naturnahe oder leicht veränderte Flussabschnitte verloren hat wie Albanien. Der Ausbau von Wasserkraft, unkontrollierte Flussregulierungen, Wasserentnahme und weitreichende Veränderungen von Auenlandschaften haben Albaniens Flusslandschaften in nie dagewesenem Tempo umgestaltet.</p>
<p class="text-justify">„Während Albanien die Vjosa und einige ihrer Zuflüsse erfolgreich geschützt hat, wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr Flussabschnitte zerstört als in jedem anderen Balkanland. Diese Zerstörungswelle muss gestoppt werden. Die Ergebnisse sollten die albanische Regierung endlich dazu bewegen, Flüsse im ganzen Land zu schützen und nicht nur in einem Einzugsgebiet. Dies ist auch im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen ein wichtiger Punkt,“&nbsp;fordert Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von <a href="https://riverwatch.eu/de" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">Riverwatch</a>.</p>
<p class="text-justify"><br><strong>Erfolge im Naturschutz geben Hoffnung</strong></p>
<p class="text-justify">Der Bericht hebt hervor, dass rund 900 Kilometer Flüsse durch Naturschutzmaßnahmen geschützt wurden – unter anderem durch den Stopp von Wasserkraftprojekten, neue Schutzgebiete und ein Verbot kleiner Wasserkraftwerke. <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/unsere-erfolge#c4122">Die Ausweisung des Vjosa-Wildflussnationalparks</a> bleibt der wichtigste Erfolg für den Naturschutz in der Region.</p>
<p class="text-justify"><strong>Aufruf zu systematischem Schutz</strong></p>
<p class="text-justify">Auf Grundlage der Ergebnisse fordern wir sofortiges und koordiniertes Handeln:</p><ul><li><p class="text-justify"><strong>Stärkung nationaler und EU-weiter Schutzmaßnahmen:</strong> Verbleibende intakte Flüsse müssen durch nationale und internationale Gesetze erhalten, Schutzgebiete erweitert und konsequent umgesetzt werden.</p></li><li><p class="text-justify"><strong>Stopp von zerstörerischen Wasserkraftprojekten:</strong> Besonders in Albanien sowie in Bosnien-Herzegowina, wo die Flussverschlechterung am schnellsten voranschreitet.</p></li><li><p class="text-justify"><strong>Einführung eines systematischen Monitorings:&nbsp;</strong>Als Voraussetzung für den EU-Beitritt müssen alle Balkanländer vereinheitlichte hydromorphologische Bewertungen durchführen.</p></li><li><p class="text-justify"><strong>Renaturierung geschädigter Flüsse:</strong> Dazu gehören die Entfernung von Barrieren, die Wiederverbindung von Auenlandschaften, eine Reduzierung von Kies- und Sandentnahme aus dem Flussbett und naturbasierte Renaturierungsmaßnahmen.</p></li><li><p class="text-justify"><strong>Priorisierung von Natur- und Klimafolgenresilienz:</strong> Weg von infrastrukturlastigen Flussregulierungen hin zu einem ökosystembasierten Hochwasser- und Dürremanagement.</p></li></ul><p class="text-justify">„Während die Flüsse der Region weiterhin ihren natürlichen Charakter verlieren, schließt sich das Fenster für wirksamen Schutz schnell,“ sagt <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/annette-spangenberg">Annette Spangenberg</a>, Programmleiterin Fließgewässer bei EuroNatur. „Der Balkan beherbergt noch einige der letzten Wildflüsse Europas, aber ihr Schutz erfordert jetzt politischen Mut, wissenschaftlich fundierte Entscheidungen und einen klaren Kurswechsel weg von zerstörerischen Praktiken. Die Daten zeigen, was verloren geht und verloren gehen wird, wenn wir nicht handeln,“ führt Spangenberg weiter aus.</p>
<p class="text-justify"><br><strong>Hintergrundinformationen:</strong><br>• Die von EuroNatur und Riverwatch koordinierte Kampagne <a href="https://www.balkanrivers.net/de" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer"><i>Save the Blue Heart of Europe</i></a> hat zum Ziel, Flüsse von hohem ökologischem Wert auf dem Balkan zu schützen. Diese sind durch über 3.000 Wasserkraftprojekte bedroht. Die Kampagne wird gemeinsam mit Partnerorganisationen in den Balkanländern umgesetzt und u.a. von der <a href="https://m-h-s.org/" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">Manfred-Hermsen-Stiftung</a> unterstützt.<br>• Zitierung des Berichtes: Schwarz, U., 2025. The State of Balkan Rivers 2025: Hydromorphological Assessment and 13-Year Trends. EuroNatur &amp; Riverwatch, Radolfzell/Vienna, 64 pp.</p>
<p><strong>Pressekontakt:</strong><br>• <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, EuroNatur, <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow(at)euronatur.org</a>, +49 (0)7732 927215<br>• Ulrich Eichelmann, Riverwatch, <a href="mailto:ulrich.eichelmann@riverwatch.eu" class="mail">ulrich.eichelmann(at)riverwatch.eu</a>, +43 676 6621512&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 08:45:05 +0100</pubDate>
                        <title>Zählen für den Naturschutz – 60. Internationale Wasservogelzählung</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/zaehlen-fuer-den-naturschutz-60-internationale-wasservogelzaehlung?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>++ Zehntausende Freiwillige nehmen an der 60. Internationalen Wasservogelzählung teil ++ Seit der ersten Zählung 1967 wurden 1,9 Milliarden Wasservögel erfasst ++ Die Ergebnisse trugen zum internationalen Schutz für Feuchtgebiete bei ++ Auch EuroNatur und ihre Partnerorganisationen im europäischen Ausland sind an der Zählung beteiligt ++</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radolfzell. </strong>Zehntausende Aktive schwärmen dieser Tage in Feuchtgebiete auf der ganzen Welt aus, um die 60. Internationale Wasservogelzählung (International Waterbird Census, IWC) durchzuführen. Dieses außergewöhnliche Citizen-Science-Projekt spielte während der letzten sechs Jahrzehnte eine sehr große Rolle im globalen Naturschutz.</p>
<p>Mit Ferngläsern und Fernrohren (Spektiven) begeben sich Teams aus Wissenschaftlerinnen und Freiwilligen in die Feuchtgebiete ihrer Region – von eisgesäumten europäischen Flüssen über warme Karibikküsten und asiatische Wattgebiete bis zu Mündungen tropischer Flüsse in Afrika. Sie treten damit in die Fußstapfen all der Zählerinnen und Zähler seit 1967, um den <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/vogelschutz-in-europa/unsere-zugvogelprojekte">Zustand der Wasservogelpopulationen und ihrer Lebensräume</a> zu kontrollieren.</p>
<p>Damit sind sie Teil des größten, am längsten bestehenden und wirksamsten Projekts zum Monitoring von Biodiversität, das heute 57.000 Wasserlebensräume in 189 Ländern und Territorien umfasst. Die Zählung hat Naturschutzmaßnahmen in aller Welt vorangetrieben – zur Ausweisung neuer Schutzgebiete, zur Erhaltung der Wasservogelpopulationen und zur Gestaltung internationaler Naturschutzstrategien zugunsten von Menschen, Natur und Klima.</p>
<p>„Seit 60 Jahren zeigt die Internationale Wasservogelzählung, wie viel es bewirken kann, wenn Menschen gemeinsam für die Natur tätig werden. Sie hat sich zu einem Leuchtturm des Wissens und der Zusammenarbeit entwickelt, und zu einer Basis des Naturschutzes für Wasservögel und Feuchtgebiete auf der ganzen Welt“, sagt Coenraad Krijger, Geschäftsführer von <a href="https://www.wetlands.org/iwc60/" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">Wetlands International</a>, einer der Koordinatoren des IWC. „Dieses bemerkenswerte Jubiläum ist den zehntausenden Freiwilligen, Wissenschaftlern und Partnern gewidmet, deren Engagement den globalen Naturschutz stärker, vernetzter und effektiver gemacht hat.“</p>
<p>Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur und ihre europäischen Partnerorganisationen sind ebenfalls an der Zählung beteiligt.&nbsp;“Auch entlang des Adriazugwegs werden bei der Mittwinterzählung im Januar wieder die Spektive geschultert – dabei werden die Freiwilligen und Hauptamtlichen unserer Partnerorganisationen nicht nur akribisch die Wasservögel zählen, sondern auch etwaige illegale Aktivitäten von Wilderern dokumentieren“, sagt <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/stefan-ferger">Dr. Stefan Ferger</a>, Programmleiter Zugvogelschutz bei EuroNatur.</p>
<p>Tatsächlich sind viele Wasservogelpopulationen rückläufig. So gibt es etwa bei Watvögeln besonders besorgniserregende Abwärtstrends, worin sich der Druck auf Feuchtgebiete entlang ihrer Zugrouten widerspiegelt. „Die Stärke des IWC liegt in seiner Kontinuität. Durch die jährliche Wiederholung wird eine langfristige Datenbank aufgebaut, die es uns ermöglicht, die tatsächlichen Populationstrends der Wasservögel zu verstehen und wirksame Lösungen für Probleme wie Wilderei oder Lebensraumverlust zu finden“, sagt <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/justine-vansynghel">Dr. Justine Vansynghel</a>, Projektleiterin Zugvogelschutz bei EuroNatur.</p>
<p><br><strong>Hintergrundinformationen:</strong></p><ul><li>Die Internationale Wasservogelzählung wurde entwickelt, um die Größe und Entwicklung der Wasservogelpopulationen abzuschätzen, wichtige Wasservogellebensräume zu identifizieren und zu überwachen sowie den Schutz und das Management von Feuchtgebieten zu unterstützen. Sie hat zu bemerkenswerten Erfolgen im Naturschutz beigetragen, darunter:<br>- die Ausweisung von 956 Ramsar-Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung mit einer Fläche von 1,5 Millionen km² (Größe der Mongolei);<br>- die Identifizierung von 2.701 Important Bird Areas mit einer Fläche von 1,75 Millionen km² (Größe Libyens);<br>- die Identifizierung von 2.721 Schutzgebieten nach den EU-Naturschutzrichtlinien mit einer Fläche von 418.000 km² (größer als Deutschland).<br>&nbsp;</li><li>EuroNatur engagiert sich seit Gründung der Stiftung für den <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/vogelschutz-in-europa">Zugvogelschutz in Europa</a>. Unter anderem schützen wir gemeinsam mit unseren Partnern wichtige Lebensräume entlang der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=arJenBAVr10" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">Adria-Zugroute</a>, wo jeden Winter Hunderttausende Vögel rasten und überwintern.<br>&nbsp;</li><li><a href="https://iwc.wetlands.org/postcards" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">Unter diesem Link</a> (engl.) finden Sie Fotos und persönliche Geschichten von Vogelzählern aus aller Welt.<br>&nbsp;</li><li><a href="https://www.youtube.com/shorts/vxk6AcZv_5s" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">In diesem kurzen Video</a> ist EuroNatur-Projektleiterin Dr. Justine Vansynghel zu sehen, wie sie sich im Feld für die Zählung vorbereitet. (engl.)&nbsp;</li></ul><p><strong>Pressekontakt:</strong><br><a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow@euronatur.org</a>, Tel.: 07732/927215<br>Richard Lee, Head of Communications, Wetlands International; <a href="mailto:Richard.Lee@wetlands.org" class="mail">Richard.Lee@wetlands.org</a>, Tel.: +31 654287956<br><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 09 Dec 2025 08:35:45 +0100</pubDate>
                        <title>Stößchen auf die Artenvielfalt</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/stoesschen-auf-die-artenvielfalt?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>++ Internationaler EuroNatur-Fotowettbewerb startet ++ Schnapszahl bei den „Naturschätzen Europas“: Bereits zum 33. Mal werden die besten Naturfotografien Europas gesucht ++</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radolfzell.&nbsp;</strong>Auf ein Neues beim internationalen Naturfotowettbewerb „Naturschätze Europas“: Bereits zum 33. Mal laden die Naturschutzstiftung EuroNatur und ihre Wettbewerbspartner Hobby- und Profifotografen dazu ein, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt Europas sowie die schönsten Landschaften des Kontinents in eindrucksvollen Bildern einzufangen.</p>
<p>Eine Fachjury aus Vertreterinnen von EuroNatur, der Zeitschrift „natur", der GELSENWASSER AG sowie des Fotofachgeschäfts LichtBlick in Konstanz kürt die ausdrucksstärksten Motive von Europas Natur. Die besten Aufnahmen zieren den großformatigen <a href="https://www.euronatur-shop.com/produkt/euronatur-naturschaetze-europas-2020/" target="_blank" rel="noreferrer">EuroNatur-Wandkalender</a> und werden mit Geldpreisen prämiert. Die Gewinnerfotos werden zudem im <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-magazin">EuroNatur-Magazin</a> und in der Zeitschrift „natur" sowie auf den Internetseiten der Veranstalter veröffentlicht.&nbsp;</p>
<p>Einsendeschluss ist der <strong>31. März 2026</strong>.&nbsp;</p>
<p><strong>Rückfragen: </strong><a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/kerstin-sauer">Kerstin Sauer</a>, E-Mail: <a href="mailto:kerstin.sauer@euronatur.org" class="mail">kerstin.sauer@euronatur.org</a>, Tel.: +49 (0)7732 - 92 72 45</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 25 Nov 2025 13:48:29 +0100</pubDate>
                        <title>Rekordjahr für Seggenrohrsänger in Litauen</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/rekordjahr-fuer-seggenrohrsaenger-in-litauen?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>Lichtblick für Europas seltensten Singvogel: In diesem Jahr wurde in Litauen eine Rekordzahl von Seggenrohrsängern – eine der bedrohtesten Vogelarten Europas – registriert. Bei der Zählung im zurückliegenden Sommer konnten Vogelschützerinnen und Ornithologen 376 singende Männchen zählen. Gänzlich ungetrübt ist dieses Ergebnis allerdings nicht.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>In Litauen wurde bei dem <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/vogelschutz-in-europa/unsere-zugvogelprojekte#c5474">vom Aussterben bedrohten Seggenrohrsänger</a> die erfolgreichste Brutsaison seit mehr als zwanzig Jahren verzeichnet. 376 singende Männchen – so wird diese eher unauffällige und promiskuitiv lebende Vogelart üblicherweise erfasst – wurden in den Seggensümpfen des baltischen Landes gezählt. Im Vergleich zum Schnitt der 2010er-Jahre ist das eine Verdreifachung der Bestände.&nbsp;</p>
<p>EuroNatur engagiert sich seit rund einem Jahr im internationalen LIFE-Projekt zum Schutz des Seggenrohrsängers. „Die gute Nachricht dieses Sommers aus Litauen freut uns sehr“, sagt <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/justine-vansynghel">Dr. Justine Vansynghel</a>, Zugvogel-Projektleiterin bei EuroNatur. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Wiederherstellungsmaßnahmen und die Pflege der Wiesen und Sümpfe durch unsere Partner bezahlt machen, vor allem im Memeldelta.“</p>
<p>Ein weiterer möglicher, weniger erfreulicher Grund für den diesjährigen Rekord an Seggenrohrsängerbruten in Litauen sind die schlechten Bedingungen in anderen europäischen Brutgebieten. „In den Mooren des polnischen Nationalparks Biebrza war es dieses Jahr sehr trocken, auf einer Fläche von 500 Hektar wüteten Frühjahrsbrände. Ähnlich sah es in der Ukraine aus“, stellt Žymantas Morkvėnas von der litauischen EuroNatur-Partnerorganisation <a href="https://bef.lt/?lang=en" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">BEF </a>dar. „Es ist wahrscheinlich, dass aufgrund der schlechten Brutbedingungen in der Ukraine und vor allem in Polen ein Teil der Vögel nach Litauen abgewandert ist und günstigere Lebensräume im Memeldelta und an der Küste gewählt hat. Dieses Verhalten ist für die Art nicht untypisch und zeigt, wie wichtig die Vernetzung von Feuchtgebieten ist“, sagt Morkvėnas.</p>
<p><br><strong>Hintergrundinformationen:</strong></p><ul><li>Der Seggenrohrsänger ist einer der seltensten Vögel Europas. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts ist seine Population um 95 Prozent zurückgegangen. Derzeit gibt es weltweit nur noch etwa 8.000 singende Männchen, und der Rückgang der Art hält an – vor allem aufgrund der Verschlechterung der Lebensräume, zum Beispiel durch Trockenlegung von Feuchtgebieten.<br>&nbsp;</li><li>Seit 2014 brütet der Seggenrohrsänger nur noch in vier europäischen Ländern: Belarus, Ukraine, Polen und Litauen. Der Singvogel ist eine sogenannte Schirmart: Wo sie lebt, herrschen gute Bedingungen für Dutzende andere Tier- und Pflanzenarten. Gemeinsam mit sieben Partnern aus fünf Ländern hat die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur das auf neun Jahre angelegte Projekt <a href="https://aquaticwarbler.eu/de/" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer"><i>LIFE4AquaticWarbler</i></a> zum Schutz des Seggenrohrsängers gestartet. Ziel des anteilig von der EU geförderten Projekts ist es, den insgesamt rückläufigen Trend der Teilpopulationen zu stoppen sowie den Wiederaufbau der Rohrsängerpopulationen in Deutschland und Ungarn zu initiieren. Das Projekt ist am 1. Oktober 2024 gestartet und auf neun Jahre angelegt.<br>&nbsp;</li><li>Die Population der Seggenrohrsänger wird anhand der singenden Männchen bestimmt. Methodisch wird dies zweimal im Jahr durchgeführt, jeweils wenn die Vögel brüten, also Anfang Juni und Anfang Juli. Nach der zweiten Zählung werden die Ergebnisse zusammengefasst.</li></ul><p><strong>Rückfragen:</strong> <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow(at)euronatur.org</a>, Tel.: 07732/927215</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Wed, 05 Nov 2025 14:47:39 +0100</pubDate>
                        <title>Natur auf dem Balkan in Gefahr: Umweltvorschriften werden beim EU-Beitritt vernachlässigt </title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/natur-auf-dem-balkan-in-gefahr-umweltvorschriften-werden-beim-eu-beitritt-vernachlaessigt?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>++ EU-Beitrittskandidaten des westlichen Balkans verfehlen weiterhin die EU-Vorgaben zum Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt ++ Erweiterungspaket der Europäischen Kommission stellt gravierende Mängel fest, insbesondere bei Schutzgebieten, Artenschutz und Umweltverträglichkeitsprüfungen ++</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Brüssel, Radolfzell</strong>. Die Europäische Union ist seit 20 Jahren ein verheißenes Land für den Westbalkan und die EU-Kommission drängt darauf, ihr Versprechen auf eine Mitgliedschaft einzulösen, insbesondere gegenüber Albanien und Montenegro. Diese neuen Entwicklungen sind zu begrüßen, aber es sind konkrete Maßnahmen seitens der Westbalkanstaaten erforderlich, um die Lücken in Bezug auf EU-Recht zu schließen. Die Spitzenkandidaten der EU-Kommission liegen nämlich erheblich zurück: Albanien und Montenegro sind Beispiele für die Kluft zwischen der Rhetorik der EU und der Realität.&nbsp;</p>
<p>Beispielsweise werden im Erweiterungspaket die jüngsten Änderungen des Gesetzes über Schutzgebiete in <strong>Albanien</strong> und der <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/showpolitik-testfluege-auf-der-baustelle-des-flughafens-vlora">rasche Bau des Flughafens Vlora</a> im Landschaftsschutzgebiet Vjosa-Narta ausdrücklich als Rückschläge genannt. Der EU-Bericht kommt zu dem Schluss, dass dies zu einer Verschlechterung des Naturschutzes in Albanien geführt hat und dringt auf die vollständige Angleichung und Durchsetzung der Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien. Der Bericht betont die Notwendigkeit einer vollständigen Umsetzung der Vorschriften für Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) und strategische Umweltprüfungen (SUP). Damit soll sichergestellt werden, dass alle Infrastrukturinvestitionen den naturschutzrechtlichen Verpflichtungen der EU und internationalen Verpflichtungen entsprechen und eine sinnvolle Beteiligung der Öffentlichkeit wiederhergestellt wird. Der Bericht der Kommission versäumt es jedoch, diese Erkenntnisse mit den Verpflichtungen im Rahmen der Benchmarks für Kapitel 27 als Teil des <a href="https://www.euronatur.org/en/about-euronatur/press/press-releases/despite-nature-conservation-concerns-eu-opens-negotiations-with-albania" target="_blank">gemeinsamen Standpunkts der EU zu Cluster 4: Grüne Agenda und nachhaltige Konnektivität</a> in Verbindung zu setzen. &nbsp;</p>
<p>„Ausstehend“: ein wichtiges Stichwort für <strong>Montenegro</strong> in dem Bericht. Einige maßgebliche Gesetze und deren tatsächliche Umsetzung stehen noch aus. Dies betrifft insbesondere das Naturschutzgesetz und die nationale Strategie für biologische Vielfalt. Aufgrund von Unstimmigkeiten hinsichtlich der Zuständigkeiten zwischen den zentralen und lokalen Behörden gibt es für die <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/vogelschutz-in-europa/unsere-zugvogelprojekte#c292">Saline Ulcinj</a>, eines der wichtigsten Gebiete für biologische Vielfalt in der Region, nach wie vor keinen Managementplan.&nbsp;</p>
<p>Montenegro präsentiert sich als „ökologischer Staat“ und hat Fortschritte bei der Kartierung seiner biologischen Vielfalt erzielt, doch beim Schutz der Natur vor Ort weist das Land erhebliche Defizite auf. Derzeit sind weniger als 14 Prozent der Landfläche Montenegros und weniger als 2 Prozent seiner Meeresgewässer Schutzgebiete, was weit unter dem Kunming-Montreal-Ziel von 30 Prozent liegt. Ein zentrales Problem ist das Nichtumsetzen wissenschaftlicher Bewertungen in gesetzliche Schutzmaßnahmen. Obwohl über 70 Prozent des Territoriums Montenegros für das ökologische Netzwerk Natura 2000 ausgewiesen wurden, hat die Regierung diese Gebiete nicht offiziell entsprechend den Anforderungen des Emerald Network (Bern-Konvention) ausgewiesen. Aktuell geschieht eher das Gegenteil, denn der neue nationale Raumordnungsplan ignoriert die potentiellen neuen Emeraldgebiete weitgehend. Dadurch bleiben viele ökologisch wichtige Gebiete ohne wirksamen Schutz und sind zunehmendem Entwicklungsdruck ausgesetzt.&nbsp;</p>
<p><strong>Gravierende Mängel in den westlichen Balkanstaaten&nbsp;</strong></p>
<p>In der gesamten Region ist die Lage ähnlich: In <strong>Bosnien-Herzegowina</strong> gibt es nach wie vor kein Natura 2000-Netzwerk und kein System zur Überwachung der biologischen Vielfalt. Im <strong>Kosovo</strong> sind die Verwaltungskapazitäten im Umweltbereich immer noch „äußerst gering“ und die Schutzgebiete werden nicht angemessen verwaltet. Die Kommission fordert den Kosovo ausdrücklich auf, „geeignete Maßnahmen zur tatsächlichen Verhinderung der Verschmutzung von Schutzgebieten und zur Verwaltung von Schutzgebieten“ zu ergreifen.&nbsp;</p>
<p><strong>Serbiens</strong> umweltrechtlicher Rahmen entspricht auf dem Papier relativ gut dem der EU, beispielsweise wurden Ende 2024 aktualisierte Gesetze zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und zur strategischen Umweltprüfung (SUP) verabschiedet. Die Umsetzung hinkt jedoch hinterher. Die Kommission betont, dass diese Gesetze nun schnell und konsequent auf alle Projekte angewendet werden müssen. In der Praxis hat Serbien manchmal UVP-Verfahren komplett umgangen, indem es vorläufige Genehmigungen erteilt oder alte Studien verwendet hat, um Projekte zu beschleunigen. Dabei wurden gründliche Überprüfungen und öffentliche Beteiligung umgangen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit an umweltpolitischen Entscheidungen ist nach wie vor unzureichend. Im Jahr 2025 waren keine Verbesserungen in Bezug auf Transparenz oder Konsultationen zu verzeichnen. Aus der Zivilgesellschaft wird berichtet, dass die Behörden Informationen über die Umweltauswirkungen laufender Projekte oft nicht proaktiv offenlegen.</p>
<p>Die EU-Kommission weist darauf hin, dass in <strong>Nordmazedonien</strong> das nationale Informationssystem für Biodiversität noch immer nicht funktionsfähig ist und die Ermittlung potenzieller Natura-2000-Gebiete mit institutionellen Schwierigkeiten verbunden ist. Der Prozess der Ausweisung von Schutzgebieten von hoher Bedeutung wie dem Ohridsee, Studenchisko Blato, dem Matka-Canyon und der <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/mavrovo-nationalpark-endlich-sichern">erneuten Ausweisung des Mavrovo-Nationalparks</a> ist noch nicht abgeschlossen und könnte zu einer weiteren Verschlechterung der Biodiversität und der ökologischen Bedeutung dieser Gebiete führen.&nbsp;</p>
<p>Insgesamt ist die Einhaltung der Umweltvorschriften eine Schwachstelle: Allen Balkan-Kandidaten wurde mitgeteilt, dass der Fortschritt bei den Beitrittsverhandlungen von nachweisbaren Ergebnissen im Naturschutz und bei der Bekämpfung von Umweltkriminalität abhängt.</p>
<p><a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/gabriel-schwaderer">Gabriel Schwaderer</a>, Geschäftsführer von EuroNatur, erklärt: „Regierungen und EU-Institutionen müssen diese Ergebnisse als Warnsignale betrachten und nicht als reine Formalitäten. In Albanien sollten die Gesetzgeber die schädlichen Änderungen des Gesetzes über Schutzgebiete aus dem Jahr 2024 aufheben und die Ausnahmeregelungen für Bewässerung, Ferienanlagen und Infrastruktur streichen, denn diese untergraben den Wert und die Integrität der Schutzgebiete. Großprojekte wie der Flughafen Vlora müssen ausgesetzt und mit einer ordnungsgemäßen UVP/SUP und einer echten öffentlichen Überprüfung neu bewertet werden.“</p>
<p><a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/viktor-berishaj">Viktor Berishaj</a>, Senior Policy Officer bei EuroNatur, fasst zusammen: „Alle Länder des westlichen Balkans müssen die Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien vollständig umsetzen, ihre Emerald-/Natura-Netzwerke vervollständigen und die Durchsetzung der Naturschutzgesetze verstärken. Der Zugang zu Informationen und Gerichten gemäß der Aarhus-Konvention muss gewährleistet sein, damit die Bürger Entscheidungen überwachen und illegale Projekte anfechten können. Vor allem sollte die Europäische Union Kapitel 27 als nicht verhandelbares Beitrittskriterium aufrechterhalten: Ein Land, das seine <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen">Flüsse, Wälder und Wildtiere</a> nicht schützt, kann nicht glaubhaft behaupten, dass es bereit ist, der EU beizutreten.“</p>
<p><br><strong>Hintergrundinformation:</strong> Der westliche Balkan ist eine Region, die aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien besteht. Diese Länder streben ebenso wie die Ukraine, Georgien und Moldawien eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union an. Aus diesem Grund werden sie auch als Erweiterungsländer bezeichnet.</p>
<p><strong>Rückfragen:</strong> <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, Tel: 07732-927215; E-Mail: <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow(at)euronatur.org</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Thu, 16 Oct 2025 10:38:04 +0200</pubDate>
                        <title>EuroNatur-Preis 2025: Auszeichnung für Integrität in schwierigen Zeiten</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/euronatur-preis-2025-auszeichnung-fuer-integritaet-in-schwierigen-zeiten?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>++ Der albanische Naturschützer Ardian Koçi hat den EuroNatur-Preis 2025 erhalten ++ Großes Engagement als Leiter des Nationalparks Divjaka-Karavasta – bis er aus dem Amt gedrängt wurde ++ Naturschutz in Albanien hat derzeit einen schweren Stand ++</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radolfzell, Insel Mainau. </strong>Der albanische Naturschützer Ardian Koçi hat am heutigen Donnerstag, 16. Oktober 2025 den <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-preis">EuroNatur-Preis</a> entgegengenommen. Er erhielt den Preis für „seinen großen persönlichen Einsatz für den Schutz des Nationalparks Divjaka-Karavasta und für seine Integrität, für die er berufliche sowie private Nachteile in Kauf genommen hat“, so EuroNatur-Geschäftsführer <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/gabriel-schwaderer">Gabriel Schwaderer</a>.</p>
<p>Ardian Koçi, von Haus aus Veterinärmediziner, folgte 2013 einem Ruf der neuen albanischen Regierung als Direktor des Nationalparks Divjaka-Karavasta und gab dafür seinen gut dotierten Job in Italien auf. „Ich war immer davon überzeugt, dass Naturschutz nicht nur eine berufliche Verpflichtung, sondern vor allem eine moralische Verantwortung ist“, sagte Ardian Koçi im <a href="https://www.euronatur.orgfileadmin/docs/EuroNatur-Preis/EuroNatur_Award_2025_Ardian_Koci_deu.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">Rahmen der Preisverleihung</a>.&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.euronatur.orgfileadmin/docs/EuroNatur-Preis/Laudatio_Ardian_Koci_16102025_FINAL_FINAL.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">In seiner Laudatio</a> stellte Gabriel Schwaderer die Integrität des diesjährigen Preisträgers heraus: „Ardian Koçi hat seine Arbeit als Treuhänder für die Natur ernst genommen und hat sich für deren Schutz selbstlos eingesetzt. Seine kompromisslose, klare Haltung eckte an, sowohl auf lokaler als auch nationaler Ebene.“</p>
<p>Zahlreichen Jägern und Wilderern war Koçis konsequente Umsetzung des Jagdbanns in Albanien ein Dorn im Auge; dass er sich mutig den <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/natur-im-schlussverkauf">Bauplänen großflächiger Tourismusinfrastruktur</a> innerhalb des Nationalparks Divjaka-Karavasta entgegenstellte, sorgte auch bei der Regierung in Tirana für Unmut. Schließlich wurde Ardian Koçi 2023 geradezu in die Kündigung gedrängt. Er selbst formuliert es so: „Ich hatte mehr Angst davor, meine Leidenschaft für den Job, als den Job selbst zu verlieren.“</p>
<p>Ardian Koçi möchte den EuroNatur-Preis stellvertretend für alle engagierten Naturschützerinnen und -schützer Albaniens verstanden wissen: „Diese Auszeichnung gehört nicht nur mir. Sie ist all jenen gewidmet, die sich – manchmal unter großen persönlichen Opfern – für die Wälder, Feuchtgebiete und Wildtiere einsetzen, die Teil unseres Naturerbes sind.“&nbsp;</p>
<p><br><strong>Hintergrundinformationen:</strong></p><ul><li>Der <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-preis"><strong>EuroNatur-Preis</strong></a> ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Ausgezeichnet wurden bislang u.a. der Autor Jonathan Franzen, die „mutigen Frauen von Kruščica“ und die Gemeinde Mals in Südtirol. Der EuroNatur-Preis 2025 wurde am Donnerstag, 16. Oktober 2025 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau verliehen.<br>&nbsp;</li><li>Der <strong>Divjaka-Karavasta-Nationalpark</strong> gilt als eines der artenreichsten Schutzgebiete Albaniens. Unter anderem brütet im Gebiet die einzige Kolonie der bedrohten Krauskopfpelikane in Albanien. Dass sich derzeit noch so viel Leben in der Karavasta-Lagune tummelt, ist vor allem einem Mann zu verdanken: Ardian Koçi. Er hat sich in seiner Zeit als Nationalparkdirektor vorbildlich für den Schutz des Gebiets eingesetzt und es zu einem der am besten gemanagten Schutzgebiete des Landes gemacht. Investmentpläne, die auch vor Schutzgebieten nicht Halt machen, bedrohen den Nationalpark heute – ebenso wie etliche andere Naturschätze Albaniens.&nbsp;</li></ul><p><br><strong>Rückfragen:</strong> <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, Mail: <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow(at)euronatur.org</a>, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 15<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Thu, 25 Sep 2025 10:32:42 +0200</pubDate>
                        <title>Schutz des Balkanluchses als europäische Aufgabe</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/schutz-des-balkanluchses-als-europaeische-aufgabe?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>++ Veranstaltung im EU-Parlament in Brüssel lenkt Aufmerksamkeit auf den Balkanluchs ++ Weniger als 50 Exemplare der seltenen Katzenart streifen durch die Wälder des Westbalkans ++ Schutz des Balkanluchses als Gradmesser für Artenschutz in den Beitrittsstaaten ++</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Brüssel, Radolfzell.</strong> Der <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/baer-wolf-luchs/luchse-in-europa/luchse-projekte">Balkanluchs </a>ist eine Unterart des <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/baer-wolf-luchs/luchse-in-europa/steckbrief-luchs-lynx-lynx">Eurasischen Luchses</a> – und vom Aussterben bedroht. Seine letzten Rückzugsgebiete liegen in Nordmazedonien, Albanien und dem Kosovo, allesamt Länder, die sich in einem Beitrittsprozess zur Europäischen Union befinden.&nbsp;</p>
<p>Am 24. September fand im Europäischen Parlament unter Federführung von EuroNatur und auf Einladung der beiden EU-Parlamentarier Sebastian Everding und Thomas Waitz eine Veranstaltung statt, bei der unterschiedliche Akteure von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zusammenkamen und darüber debattierten, wie der Balkanluchs vor dem Aussterben bewahrt werden kann. Im Rahmen der Veranstaltung wurde betont, dass Umweltverpflichtungen im EU-Erweiterungsprozess nicht in den Hintergrund geraten dürfen – vielmehr steht der Schutz des Balkanluchses exemplarisch für echte Fortschritte im Naturschutz in dieser Region.</p>
<p>„Das Europaparlament hat eine sehr klare Verantwortung, als eine Art Wachhund zu fungieren und sicherzustellen, dass die biologische Vielfalt während des Erweiterungsprozesses nicht außer Acht gelassen wird“, sagte Sebastian Everding von der Linken-Fraktion (GUE/NGL) im Europaparlament. „Die Instrumente hierfür sind bereits vorhanden. Unsere Aufgabe als Parlament ist es, dafür zu sorgen, dass diese Rahmenwerke nicht nur Worte auf dem Papier bleiben, sondern in der Praxis umgesetzt werden.“</p>
<p>Bei der Veranstaltung wurde die Bedeutung von großflächigen Schutzgebieten wie dem Mavrovo-Nationalpark in Nordmazedonien hervorgehoben. „Schutzgebiete stellen nicht den einzigen, aber einen äußerst wichtigen Eckpfeiler jeder wirksamen Strategie zum Schutz des Balkanluchses dar“, betonte EuroNatur-Geschäftsführer <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/gabriel-schwaderer">Gabriel Schwaderer</a>. Seit einigen Monaten werden immer wieder Verstöße wie unkontrollierter Holzeinschlag aus dem Mavrovo-Nationalpark gemeldet.&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/viktor-berishaj">Viktor Berishaj</a>, Senior Policy Officer bei EuroNatur und Moderator der Veranstaltung sagte: „Das Schlüsselwort, das heute von allen wiederholt wurde, ist die effektive Zusammenarbeit zwischen den Interessengruppen und den Ländern. Die Luchse bewegen sich über die Grenzen der Staaten hinaus, daher müssen wir uns sehr stark auf das konzentrieren, was uns die Natur zu sagen versucht, und innerhalb der Westbalkanstaaten eng zusammenarbeiten.“</p>
<p>„Das Überleben des Balkanluchses wird ein Maßstab dafür sein, ob die EU-Erweiterung um die Westbalkanstaaten die Versprechen Europas erfüllt. Es ist ein Test für die Glaubwürdigkeit von uns allen“, sagte der EU-Abgeordnete Thomas Waitz von den Grünen zum Abschluss der Veranstaltung. „Nutzen wir dieses Symbol nicht nur als Erinnerung daran, was wir verlieren könnten, sondern als Inspiration dafür, was wir noch schützen können, wenn wir gemeinsam handeln.“</p>
<p><br><strong>Hintergrundinformationen:</strong></p><ul><li><a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/baer-wolf-luchs/luchse-in-europa/luchse-projekte"><strong>Der Balkanluchs</strong></a> (<i>Lynx lynx balcanicus</i>) ist mit weniger als 50 Exemplaren eine der seltensten Katzen Europas. Diese vom Aussterben bedrohte Unterart des Eurasischen Luchses kommt im Südwesten des Balkans vor und ist durch den Verlust ihres Lebensraums, Wilderei und der geringen Populationsgröße vom Aussterben bedroht. EuroNatur engagiert sich im Rahmen des internationalen <a href="https://www.balkanlynx.com/en" target="_blank" class="externalLink" rel="noreferrer">Balkan Lynx Recovery Progamme</a> seit zwanzig Jahren für den Schutz der Luchse. Die weiteren Partner im Projekt sind PPNEA (Albanien), MES (Nordmazedonien), ERA (Kosovo) sowie KORA (Schweiz).<br>&nbsp;</li><li>Unter dem Westbalkan versteht man die Staaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Sie befinden sich in einem Beitrittsprozess zur Europäischen Union. Der Balkanluchs kommt derzeit in Nordmazedonien, Albanien und dem Kosovo vor.&nbsp;</li></ul><p><br><strong>Rückfragen:</strong><br><a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow(at)euronatur.org</a>, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 15</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 23 Sep 2025 08:56:10 +0200</pubDate>
                        <title>Rückgrat zeigen: EuroNatur-Preis geht an albanischen Naturschützer</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/rueckgrat-zeigen-euronatur-preis-geht-an-albanischen-naturschuetzer?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>++ EuroNatur-Preis 2025 für Ardian Koçi aus Albanien ++ Ehemaliger Leiter des Nationalparks Divjaka-Karavasta aus dem Amt gedrängt ++ EuroNatur-Preis als Auszeichnung für Integrität in schwierigen Zeiten ++</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radolfzell. </strong>Der albanische Naturschützer Ardian Koçi erhält am 16. Oktober 2025 den <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-preis">EuroNatur-Preis</a>. Er hat sich in seiner Zeit als Direktor des Nationalparks Divjaka-Karavasta vorbildlich für den Schutz des Gebiets eingesetzt – und sich damit einflussreiche Feinde im Land gemacht.</p>
<p>Die <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/natur-im-schlussverkauf">massiven Ausbaupläne für den Tourismus in Albanien</a> gefährden die Naturschätze des Landes in zunehmendem Maße. Diese Pläne machen auch vor Schutzgebieten nicht Halt – zumal eine Gesetzesänderung vom Februar 2024 nun eine Umgehung oder zumindest eine deutliche Beschleunigung von Genehmigungsverfahren im Bausektor ermöglichen soll. Ardian Koçi hat sich mutig den schon weit vorher datierenden Bauplänen großflächiger Tourismusinfrastruktur innerhalb der Nationalparkgrenzen entgegenstellt. Schließlich wurde Koçi geradezu in die Kündigung gedrängt.</p>
<p>„Ardian Koçi hat sich in seiner Funktion als Nationalparkdirektor vorbildhaft für die Schutzziele des Nationalparks Divjaka-Karavasta eingesetzt und für seine Integrität berufliche sowie private Nachteile in Kauf genommen“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/gabriel-schwaderer">Gabriel Schwaderer</a>. „Dieses außerordentliche Engagement wollen wir mit dem EuroNatur-Preis würdigen.“</p>
<p><br><strong>Hintergrundinformationen: &nbsp;</strong></p><ul><li>Der <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-preis"><strong>EuroNatur-Preis</strong></a> ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Ausgezeichnet wurden bislang u.a. der Autor <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-preis/euronatur-preis-2015">Jonathan Franzen</a>, <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-preis/euronatur-preis-2019">die „mutigen Frauen von Kruščica“</a> und die <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/informationen-und-kontakt/unsere-publikationen/euronatur-preis/euronatur-preis-2020">Gemeinde Mals in Südtirol</a>. Der diesjährige EuroNatur-Preis wird am Donnerstag, 16. Oktober 2025 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau an Ardian Koçi verliehen.<br>&nbsp;</li><li>Der <strong>Divjaka-Karavasta-Nationalpark</strong> gilt als eines der artenreichsten Schutzgebiete Albaniens. Unter anderem brütet im Gebiet die einzige Kolonie der bedrohten Krauskopfpelikane in Albanien. Dass sich derzeit noch so viel Leben in der Karavasta-Lagune tummelt, ist vor allem einem Mann zu verdanken: Ardian Koci. Er hat sich in seiner Zeit als Nationalparkdirektor vorbildlich für den Schutz des Gebiets eingesetzt und es zu einem der am besten gemanagten Schutzgebiete des Landes gemacht.</li></ul><p><br><strong>Rückfragen: </strong><a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/christian-stielow">Christian Stielow</a>, <a href="mailto:christian.stielow@euronatur.org" class="mail">christian.stielow(at)euronatur.org</a>, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 15</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Wed, 17 Sep 2025 15:32:53 +0200</pubDate>
                        <title>Trotz Bedenken hinsichtlich des Naturschutzes: EU nimmt Verhandlungen mit Albanien auf</title>
                        <link>https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/trotz-bedenken-hinsichtlich-des-naturschutzes-eu-nimmt-verhandlungen-mit-albanien-auf?utm_source=RSS&amp;utm_medium=enorg</link>
                        <description>Nächste Schritte im EU-Beitrittsprozess: Albanien muss zeigen, dass es die Vorgaben der EU ernsthaft umsetzen will.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Brüssel, Radolfzell, Tirana.</strong> Am 16. September 2025 hat die EU offiziell Beitrittsverhandlungen mit Albanien über das Cluster 4 aufgenommen, darunter auch das Kapitel 27 zu Umwelt und Klimawandel. Obwohl das als ein Meilenstein auf Albaniens Weg zur EU-Mitgliedschaft gefeiert wird, stellt sich die Frage, ob dieser Schritt angesichts Albaniens jüngster Rückschritte beim Naturschutz zum richtigen Zeitpunkt kommt und glaubwürdig ist.</p>
<p>Ein besonders eklatanter Fall ist der Bau des internationalen Flughafens Vlora im Naturschutzgebiet Vjosa-Narta. Dieses Projekt wurde ohne gültige Baugenehmigung, ohne glaubwürdige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und ohne strategische Umweltprüfung (SUP) begonnen. Es wurde fortgeführt, nachdem die Regierung die Grenzen des Naturschutzgebiets geändert hatte, um das Flughafengelände aus dem Gebiet “herauszuzonen“. Gleichzeitig änderte Albanien das Gesetz über Schutzgebiete, schwächte damit die Schutzmaßnahmen und öffnete die Tür für groß angelegte Infrastruktur- und Tourismusprojekte innerhalb eigentlich gesetzlich geschützter Gebiete.</p>
<p>All diese Maßnahmen sind keine isolierten Fehltritte. Es handelt sich um <a href="https://www.euronatur.org/unsere-themen/aktuell/natur-im-schlussverkauf">ein besorgniserregendes Muster</a>, das genau zu einem Zeitpunkt auftritt, an dem Albanien seine Gesetze an die EU-Naturschutzvorschriften anpassen soll. Internationale Institutionen haben bereits Stellung dazu genommen. So forderte die Berner Konvention die Einstellung der Flughafenarbeiten und auch das Europäische Parlament warnte vor derartigen Gesetzesänderungen. Dennoch werden die Bauarbeiten fortgesetzt und die geänderten Gesetze bleiben in Kraft.</p>
<p>„Die Aufnahme von Verhandlungen im Rahmen des Umweltkapitels könnte einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, nämlich dass Albanien den Naturschutz aushöhlen und dennoch in den Beitrittsverhandlungen weiter vorankommen kann“, sagt <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/gabriel-schwaderer">Gabriel Schwaderer</a>, Geschäftsführer von EuroNatur. „Die EU muss beweisen, dass Kapitel 27 nicht nur eine Formalität ist, sondern ein echter Test für die Bereitschaft, die Vorgaben der EU umzusetzen.“</p>
<p><strong>Lösungen und nächste Schritte</strong></p>
<p>Sowohl die EU als auch Albanien tragen die Verantwortung dafür, dass die Verhandlungen nicht zu einer Greenwashing-Maßnahme werden. Die im „Gemeinsamen Standpunkt“ der EU festgelegten Maßstäbe dürfen nicht verhandelbar sein. Albanien muss konkrete Maßnahmen ergreifen:</p><ul><li>Die schädlichen Bestimmungen des Gesetzes 21/2024 über Schutzgebiete müssen aufgehoben werden und die Ausnahmeregelungen für „strategische Investitionen”, welche die Erschließung ökologisch sensibler Gebiete ermöglichen, müssen gestrichen werden. Der vollständige Schutz von Vjosa-Narta und anderen entsprechenden Gebieten muss wiederhergestellt werden.<br>&nbsp;</li><li>Die Arbeiten am internationalen Flughafen Vlora sind auszusetzen und zu überprüfen. Bevor weitere Schritte unternommen werden, muss das Projekt einer glaubwürdigen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und strategischen Umweltprüfung (SUP) unterzogen werden. Eine umfassende öffentliche Kontrolle ist sicherzustellen.<br>&nbsp;</li><li>Die Aarhus-Konvention muss vollständig umgesetzt werden, damit Bürger und Nichtregierungsorganisationen Zugang zu Informationen erhalten, an Entscheidungen mitwirken und rechtswidrige Projekte vor Gericht anfechten können.<br>&nbsp;</li><li>Richtlinienspezifische Umsetzungspläne (DSIPs) mit klaren Zeitplänen, Budgets und Umsetzungsmaßnahmen für Luft-, Wasser-, Abfall-, Natur- und Klimagesetze müssen verabschiedet werden.</li></ul><p>Für die EU bedeutet das eine strenge Überwachung und politische Entschlossenheit. Kapitel 27 darf nicht abgeschlossen werden, bevor Albanien diese Bedingungen nachweislich erfüllt hat. Für Albanien bedeutet das, durch Taten und nicht durch leere Versprechungen zu zeigen, dass es bereit ist, die Umweltstandards der EU zu erfüllen.</p>
<p>„Die Vorgaben sind klar, und nun muss Albanien zeigen, dass es diese erfüllen kann und wird. Der Schutz von Vjosa und Narta ist nicht nur eine nationale Pflicht, sondern auch ein Beweis dafür, ob das Land wirklich bereit für Europa ist. Wenn jedoch Projekte wie der Flughafen Vlora unter mangelhaften Einschätzungen, illegalen Praktiken und unter Verletzung von Schutzgebieten vorangetrieben werden und die EU ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt, steht die Glaubwürdigkeit sowohl der albanischen Zusagen als auch der EU-Standards auf dem Spiel“, ergänzt Aleksandër Trajçe, Direktor der Organisation „Protection and Preservation of Natural Environment in Albania“ (PPNEA).&nbsp;</p>
<p>„Die Eröffnung der Verhandlungen muss eine echte Wende in der Umweltpolitik Albaniens einläuten und nicht das Begräbnis der letzten wilden Landschaften unter Beton. Die EU verfügt über die nötigen Instrumente und Standards, muss diese aber konsequent anwenden. Geopolitische Erwägungen dürfen keine Straffreiheit für Umweltverstöße rechtfertigen. Das albanische Volk und das gemeinsame Naturerbe Europas sind es wert“, so <a href="https://www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/team/viktor-berishaj">Viktor Berishaj</a>, Senior Policy Officer bei EuroNatur.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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