Braunbären in Slowenien

Jagdstopp im "Verbindungsland"

In einigen Ländern dürfen Braunbären noch ganz legal abgeschossen werden. Besonders kritisch ist die Situation in Slowenien. Da die slowenische Regierung im Jahr 2002 und in den Folgejahren behauptete, dass es im Land mehr als 1.000 Braunbären gäbe, akzeptierte die EU-Kommission nach dem Beitritt Sloweniens zur Europäischen Union eine große Zahl von Abschüssen. Einer Studie zufolge, die die Biotechnische Fakultät der Universität Ljubljana 2008 veröffentlichte, lebten in Slowenien zu dieser Zeit allerdings nur noch 400 bis maximal 475 Braunbären. EuroNatur geht sogar davon aus, dass es in Slowenien noch deutlich weniger Bären gibt.

Damit ist klar: Ohne Jagdstopp sind die Bären in Slowenien akut gefährdet. Aber nicht nur das. Es besteht die große Gefahr, dass die gesamte Dinariden-Population unter der hohen Abschussrate in Slowenien leidet. Bären, die aus dem Süden zuwandern, werden häufig in Slowenien erlegt. Damit droht die Dinariden-Population langsam auszubluten. Da Slowenien die natürliche Verbindung zwischen dem Dinarischen Gebirge und den Alpen darstellt, wird so auch das Überleben der wenigen verbliebenen Bären in den italienischen und österreichischen Alpen immer unwahrscheinlicher.


Was unternimmt EuroNatur zum Schutz der Bären in Slowenien:

  • Den Druck erhöhen: EuroNatur macht Druck auf die slowenische Regierung, einen Jagdstopp auf Braunbären auszusprechen und den Schutz der Braunbären unverzüglich zu einem zentralen Ziel ihrer Naturschutzpolitik zu machen.
  • Lebensräume für Bären: Wir treiben die Einrichtung von grenzübergreifenden Schutzgebieten zwischen Slowenien und Kroatien voran. Damit schaffen wir die Grundlage für eine mögliche Rückkehr der Bären in die Alpen. Denn nur wenn Bären in Kroatien und Slowenien eine Zukunft haben, besteht eine Chance, dass immer mehr "Grenzgänger" den Weg nach Norden in Richtung Italien und Österreich finden.

Faltblatt "Retter im Einsatz für die Bären auf dem Balkan"

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