Grünes Band Europa

Der eiserne Vorhang teilte einst Europa in Ost und West.
Nun erstreckt sich hier Europas größte Naturschutzinitiative.
© Gunther Willinger

Vom Eisernen Vorhang zur Linie des Lebens

Über 12.500 Kilometer erstreckt sich das „Grüne Band Europa“ als Korridor von Lebensräumen mit außergewöhnlicher Artenvielfalt. Das Grüne Band verläuft entlang des einstigen Eisernen Vorhangs vom hohen Norden Europas bis zum Schwarzen Meer, bzw. der Adria im Süden. Mittlerweile ist die faszinierende Idee, den früheren Todesstreifen in ein „Grünes Band Europa“ zu verwandeln, an vielen Abschnitten Wirklichkeit geworden. Für die Menschen bildete der Eiserne Vorhang zur Zeit des Kalten Kriegs eine unüberwindbare Barriere. Die Natur hingegen profitierte davon, dass der Grenzstreifen von intensiver menschlicher Nutzung weitgehend verschont blieb. Am „Grünen Band Europa“ reihen sich urige Wälder und Sümpfe, artenreiche Kulturlandschaften sowie wilde Gebirge und Flusstäler aneinander, wie sie in Europa sonst kaum noch zu finden sind. Für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten, etwa Bär und Balkanluchs, bietet das „Grüne Band Europa“ wertvolle Lebensräume. Zudem ist die Initiative ein bedeutendes Friedensprojekt, arbeiten Menschen aus ehemals verfeindeten Ländern dort eng zusammen.

Wir verbinden Menschen am Grünen Band Europa

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Vielfalt unter einem Hut

Das „Grüne Band Europa“ erstreckt sich über 24 Länder Europas; es arbeiten zahlreiche Akteure für den Schutz dieses Biotopverbundes. Aktuell ist es in vier Abschnitte aufgeteilt:

  • Fennoskandisches Grünes Band (der nördliche Teil mit Norwegen, Finnland und Russland)
  • Baltisches Grünes Band (das Gebiet entlang der Ostseeküste)
  • Zentraleuropäisches Grünes Band (von der Ostseeküste bis an die Drau)
     
  • Grünes Band Balkan (von der Drau bis an die Ägäis und das Schwarze Meer)

EuroNatur ist Regionalkoordinator des südlichsten Abschnitts.

Das leisten wir für das „Grüne Band Europa“

  • Grenzüberschreitende Schutzgebiete vorbereiten und entwickeln: Das „Grüne Band Europa“ bietet die Chance für Naturschutz über die Grenzen ehemals verfeindeter Staaten hinweg. Wir verbinden einmalige Naturschätze grenzüberschreitend miteinander und tragen dazu bei, in den lange Zeit unzugänglichen Grenzregionen Großschutzgebiete nach internationalen Kriterien zu entwickeln. Ein Beispiel: Der Shar-Nationalpark im Dreiländereck von Nordmazedonien, Albanien und dem Kosovo.
     
  • Kräfte bündeln und Verantwortung übernehmen: EuroNatur ist Regionalkoordinator des südlichsten Abschnitts des „Grünen Bandes Europa“. Damit bringen wir unser Fachwissen zum Naturschutz auf dem Balkan in die Initiative ein. Auf gesamteuropäischer Ebene haben wir gemeinsam mit dem BUND den Vorsitz des Vereins „European Green Belt Association“ (EGBA) inne. Dort kümmern wir uns darum, neue Wege zu finden, um die steigende Zahl der Akteure entlang des „Grünen Bandes Europa“ grenzüberschreitend zusammenzubringen. Außerdem stellen wir die ausreichende, langfristige Finanzierung der Initiative sicher.
     
  • Lokalen Naturschutz stärken: Wir wollen die Akzeptanz und die Unterstützung der Menschen am Grünen Band erreichen. Nur so können unsere Naturschutzprojekte bleibenden Erfolg haben. Gemeinsam mit unseren Partnern und den Menschen vor Ort erarbeiten wir Konzepte zur nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Region.

Wer das Grüne Band Europa schützt, investiert in eine lebenswerte Zukunft.

Gabriel Schwaderer, EuroNatur-Geschäftsführer und Vorsitzender der EGBA

Helfen Sie mit!

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Naturtourismus fördern, Menschen zusammenbringen, Bäume pflanzen: Der Schutz des „Grünen Bandes Europa“ ist vielseitig

Erfahren Sie mehr zu unseren Projekten am Grünen Band Europa

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European Green Belt - die Webseite der Initiative (engl.)

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