Braunbären in Spanien

Kampf gegen die Wilderei

© Fritz Schimandl
© Fritz Schimandl

Spaniens Bären sind ein hervorragender Beweis dafür, wie wichtig es ist, auch in scheinbar hoffnungslosen Situationen alles daranzusetzen, die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen. Neben der Zerschneidung ihrer Lebensräume hatte vor allem die Wilderei die seltenen Großraubtiere im Kantabrischen Gebirge an den Rand des Aussterbens gebracht. Seit Mitte der 1990er Jahre kämpfen EuroNatur und sein spanischer Projektpartner Fapas dafür, dieses Gebiet im Norden Spaniens als Lebensraum für die Braunbären zu sichern. Dank dieser beharrlichen Arbeit geht es mit den Braunbären im Kantabrischen Gebirge langsam, aber stetig aufwärts. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Bestand fast verdoppelt.

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit EuroNatur. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

 

Stabile Bestände im Westen, Nachholbedarf im Osten
Zumindest im westlichen Teil des Gebirges haben sich die pelzigen Großsäuger wieder vermehrt. Mittlerweile ziehen Bärinnen sogar in Gebieten ihre Jungen auf, in denen es Jahrzehnte lang keinen Bärennachwuchs gab. Weniger erfreulich sieht es im Osten des Kantabrischen Gebirges aus. Hier gibt es, isoliert von der westlichen Population, ein zweites Bärenvorkommen. Allerdings ist es Besorgnis erregend klein: Wahrscheinlich sind es nicht mehr als 20 bis 25 Bären. Entsprechend groß ist die Herausforderung, die Lebensbedingungen für die seltenen Großraubtiere so zu verbessern, dass sie sich nicht nur im Westen, sondern auch im Osten des Kantabrischen Gebirges wieder ausbreiten können.

Was unternimmt EuroNatur zum Schutz der Bären in Spanien:

  • Wilderer ins Visier nehmen: EuroNatur unterstützt Fapas dabei, die Strategien, die sich im Westen des Gebirges im Kampf gegen die Wilderei bewährt haben, in den Ostteil des Kantabrischen Gebirges zu übertragen. Besonders wirksam ist die starke Präsenz von Rangern in den Brennpunktgebieten der Wilderei.
  • Bäume für die Bären pflanzen: Früchte stehen ganz oben auf dem Speiseplan der Bären. In Zusammenarbeit mit EuroNatur pflanzt Fapas daher selten gewordene Wildobstbäume und Kastanien, um das Nahrungsangebot der Bären zu verbessern. Zusätzlich werden bärensichere Bienenstöcke aufgestellt, um die Bestäubung der Obstbäume sicherzustellen.
  • Die Bären im Auge behalten: Gemeinsam mit Fapas betreibt EuroNatur ein umfassendes Monitoringprogramm, um unter anderem mit Kamerafallen und anhand von Spuren im Gelände Daten zur Verbreitung, Populationsdichte und Lebensweise der Braunbären zu sammeln. In den letzten Jahren haben wir so wertvolle Informationen gewonnen und konnten auf dieser Grundlage wirksame Schutzkonzepte entwickeln.
  • Land für Bären: Mit Unterstützung der EuroNatur-Spender, der Firma Vaude und der Association for Conservation der European Outdoor Group kauft oder pachtet Fapas verlassene Bergbauernhöfe, um auf den dazu gehörigen Ländereien das Nahrungsangebot für die Bären zu verbessern, Monitoringprogramme durchzuführen und  Umweltbildungsprogramme für Kinder anzubieten.
  • Futter für Aasfresser: Für Bären und andere Wildtiere ist Aas - zumindest zeitweise – eine wichtige Nahrungsquelle. Im „Tal der Bären“ werden für die Aasfresser auf einem Futterplatz regelmäßig Kadaver von Pferden und anderen Nutztieren ausgelegt. Lesen Sie mehr zum EuroNatur-Projekt "Futter für Aasfresser"



Was wir bereits erreichen konnten – Eine Auswahl wichtiger Erfolge

  • Im Westteil des Kantabrischen Gebirges konnte die Wilderei bereits stark eingedämmt werden. Die positive Entwicklung des Bärenbestandes ist eine direkte Folge davon.
  • Dank des verbesserten Nahrungsangebots ziehen Bärinnen ihre Jungen heute sogar in Gebieten auf, in denen es Jahrzehnte lang keinen Bärennachwuchs gab.
  • Darüber hinaus konnten wir bisher den Bau des Skiparks „San Glorio“ verhindern, der mitten im Verbreitungsgebiet der Braunbären geplant war.
  • Nach Protesten von EuroNatur und anderen Organisationen hat die EU im Jahr 2009 ihre starre Hygieneverordnung etwas gelockert. In bestimmten Regionen ist es wieder möglich, Nutztierkadaver in der Natur zu lassen. Lesen Sie mehr zum EuroNatur-Projekt "Futter für Aasfresser"



Partner: FAPAS (Fondo para la Protección de los Animales Salvajes, Stiftung für den Schutz der Wildtiere)

Förderung: Association for Conservation der European Outdoor Group (EOG), Heidehof-Stiftung, Lufthansa-Unweltförderung, EuroNatur-Spender und -Paten


 

Artikel "Spaniens Petze in Gefahr" im EuroNatur-Magazin 2/2107

Zum Download (6 MB)

Artikel "Tatort Kantabrisches Gebirge" im EuroNatur Magazin 2-2016

Zum Download (5 MB)

Faltblatt "Retten Sie Spaniens letzte Bären!"

Zum Download (749 KB)

Interview „Ich habe in den Bergen studiert“ mit Roberto Hartasánchez im EuroNatur-Magazin 3-2010

Zum Download (4 MB)

Artikel "Spaniens letzte Bären" von Gabriel Schwaderer in der Huffington Post

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