Löffler

Im Westen hui, im Osten pfui

© Hermann Brehm
© Hermann Brehm

Der weiße Vogel mit dem löffelartigen Schnabel ist förmlich ein Sinnbild für intakte Feuchtgebiete. Dank intensiver Schutzmaßnahmen entlang der westlichen Zugroute nimmt der Bestand der Löffler heute an der Nordsee zu und die Großvögel haben sich auch auf die Inseln in Deutschland und Dänemark ausgebreitet. Die Bestände in Ungarn, Österreich und Kroatien dagegen haben keinen Zuwachs zu verzeichnen. Denn Löffler, die dort brüten benutzen den Zugweg über die östliche Adria (Adriatic Flyway). Und hier sind sie großen Gefahren ausgesetzt.

Vogeljagd und Lebensraumzerstörung setzen den Löfflern zu

In den Ländern entlang der östlichen Adria ist der Löffler vor allem durch die unkontrollierte Jagd auf Wasservögel bedroht. Aber auch die Entwässerung der Feuchtgebiete ist eine große Gefahr. Während an den Küsten in Albanien und Montenegro die ungezügelte Tourismusentwicklung die letzten Löffler-Lebensräume verschlingt, sind es im bosnischen Neretva-Delta der Anbau von Mandarinen und der Bau von Wasserkraftwerken im Hinterland, welche die übrig gebliebenen Rastplätze der Löffler bedrohen. Mit der Entwässerung des Altarms Krapje Dol (Naturpark Lonjsko Polje) in den kroatischen Save-Auen ging Ende der 1980er Jahre vorübergehend eines der wichtigsten Brutgebiete für den mitteleuropäischen Löffler und der größte Brutbestand der Art in Europa verloren.


Wo arbeitet EuroNatur zum Schutz der Löffler in Europa?

Einen wichtigen Schwerpunkt bildet der Naturpark Lonjsko Polje in den kroatischen Save-Auen. 1989 erreichte EuroNatur hier die Wiedervernässung und Renaturierung des Altarms Krapje Dol. Bereits zwei Jahre später kehrten die ersten Löffler zurück. Aber auch der Schutz der Rastgebiete entlang der Adria-Zugroute steht für EuroNatur ganz oben auf dem Programm (mehr unter „Tatort Adria – Vogeljagd auf dem Balkan“ und  Vogellebensräume entlang der Adria-Zugroute).


Was machen EuroNatur und seine Partner zum Schutz der Löffler in den Save-Auen?

  • Die Löffler beim Brüten unterstützen: Mit einer Wassserleitung wurde bereits 1989 der Bruterfolg der Löfflerkolonie Krapje Dol in den Save Auen gesichert.
  • Löffler-Lebensraum vergrößern: Durch Flächenkauf sichern wir wertvolle Flächen in der Pufferzone um die Löfflerkolonie im Krapje Dol.
  • Für Nahrung sorgen: Durch die extensive Beweidung der regelmäßig überschwemmten Hutweiden mit alten Nutztierrassen schaffen wir beste Voraussetzungen, dass die Löffler dort reiche Nahrungsgründe vorfinden.
  • Junge Löffler beringen: Ziel ist es, in einem internationalen Projekt die Zugroute besser zu erforschen und mögliche Gefahren für die Vögel auf den Zuwegen zu erkennen.
  • Umweltbildung ermöglichen: Ein Wanderweg, ein Beobachtungsversteck und ein Beobachtungsturm ermöglicht es den Besuchern, die brütenden Löffler zu beobachten, ohne sie zu stören. Im nahgelegenen Dorf Krapje wurde im Jahr 2007 das Informationszentrum des Naturparks eröffnet.


Was wir bereits erreicht haben – Eine Auswahl wichtiger Erfolge

  • Die in den 1980er Jahren trockengelegten Altarme der Save wurden renaturiert.
  • Mittlerweile ist die Löfflerkolonie dank der intensiven Naturschutzarbeit wieder auf ihre ursprüngliche Größe angewachsen. Heute leben im Altarm Krapje Dol wieder etwa 50 Prozent der kroatischen Löffler.
  • Das Gebiet, in dem die Löfflerkolonie brütet ist heute geschützt und liegt im Herzen des Naturparks Lonjsko Polje, dessen Ausweisung EuroNatur wesentlich vorangetrieben hat.


Partner: Naturpark Lonjsko Polje, Vogel- und Naturschutzverband Kroatien

Förderung: Zoo Zürich, EuroNatur-Spender und -Paten



Erfahren Sie mehr über die EuroNatur-Projektgebiete Save-Auen und Bojana-Buna-Delta.

 

Faltblatt „Löffler im Grünen Herzen Kroatiens“

Zum Download (417 KB)

Löfflerschutz in Krapje Djol / Kroatien im gemeinsamen Newsletter von EuroNatur und Zoo Zürich

Zum Download (690 KB)

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