Protestwelle gegen den Staudammwahn auf dem Balkan

++ Erstmalig fanden internationale Protestwochen für die Balkanflüsse statt ++ In zahlreichen Balkanstaaten gingen insgesamt bis zu tausend Menschen auf die Straße ++ Sie demonstrierten gegen die Zerstörung der letzten wilden Flusslandschaften Europas ++

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Auf der Soča in Slowenien skandierten die Flussschützer dafür, bestehende Dämme zurückzubauen und dem Fluss seine Freiheit wiederzugeben.

© Mitja Legat
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In Deçan im Kosovo begruben die Demonstranten symbolisch ihren Fluss, an dem das Energieunternehmen Keloks seit Jahren illegal baut.

© Dini Begolli
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In vielen betroffenen Gemeinden in Serbien ist die Botschaft omnipräsent: "Wir geben unser Leben, aber nicht unseren Fluss!"

© Sanja Kljajic

Radolfzell, Wien. Rund 1000 Menschen demonstrierten vom 6. bis 16. Juli 2019 in Albanien, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, dem Kosovo, Slowenien sowie Bosnien-Herzegowina und Griechenland gegen den Ausbau der Wasserkraft an den Flüssen des Balkans. Mit Spruchbändern und Plakaten zogen sie durch die Regierungsviertel der Hauptstädte oder versammelten sich zu lautstarken Protesten an ihren Flüssen. Mitunter brachten die Demonstranten Trinkwasser aus ihren Gemeinden mit, um auf die Gefährdung ihrer Lebensgrundlage durch den Ausbau der Wasserkraft hinzuweisen. Organisiert wurden die Demonstrationen von lokalen Partnerorganisationen der beiden Naturschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch. Sie koordinieren gemeinsam die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ zum Schutz der Balkanflüsse.

„Tausende Menschen sind vom geplanten Staudamm-Tsunami im Südosten Europas betroffen. Sie würden ihr Ackerland, ihre Trinkwasserversorgung und vor allem einen wesentlichen Teil ihrer Heimat verlieren. Dennoch werden sie über die Planungen nicht informiert und ihre Beschwerden bislang von Politikern ignoriert. Die Menschen haben die Nase voll davon und gehen vermehrt auf die Straße. Gut so!“, sagt Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von Riverwatch.

Die Anwohner, die teilweise aus weit entfernten Regionen ihrer Länder zu den Kundgebungen anreisten, sind fest entschlossen, ihre Flüsse zu schützen. „Mit den Protestwochen wollen wir den betroffenen Menschen ein Gesicht und eine Stimme geben und sie in ihrem Kampf gegen die Wasserkraftlobby unterstützen. Die Entschlossenheit der Demonstranten zeigt, dass der Kampf für freifließende Flüsse die Menschen vereint“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.

Hintergrundinformationen:

Rückfragen:
Anja Arning, EuroNatur, anja.arning(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 13
Ulrich Eichelmann, Riverwatch, ulrich.eichelmann(at)riverwatch.eu, Tel.: +43 (0)676 - 6621512

 

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