Nördliche Sporaden

Ein Nationalpark für die Meeressäuger

© Annette Spangenberg
Mönchsrobbenhöhle im Meeresnationalpark Nördliche Sporaden © Annette Spangenberg

Die größte Robbenkolonie im Mittelmeer konnte sich im Meeresnationalpark Nördliche Sporaden halten. Die vielen verstreuten, kleineren und größeren Inseln des Sporaden-Archipels bieten Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Seitdem das Gebiet 1992 als Meeresnationalpark ausgewiesen wurde, konnte sich der Bestand der Meeressäuger dort stabilisieren. Dies ist unter anderem auch ein Verdienst der Küstenfischer, die sich beim Fischfang an die strengen Vorgaben halten und Störungen melden.


Langersehnte Parkverwaltung eingerichtet
Trotz der Kooperation mit den Küstenfischern, war der Bestand der Mittelmeerrobbe aber weiterhin stark bedroht. Denn jahrelang gab es keine handlungsfähige Schutzgebietsverwaltung, die eine ständige Überwachung der Kernzonen des Nationalparks sicherstellte. So drangen mehrmals im Jahr größere Fischfangflotten in den Park ein und fischten in wenigen Stunden ganze Meeresabschnitte leer. Mit beharrlicher Überzeugungsarbeit erreichten EuroNatur und seine griechische Partnerorganisation Mitte 2007, dass die griechische Regierung für eine dauerhafte staatliche Finanzierung der Meeresnationalparks sorgte. Somit konnte auch die langersehnte Parkverwaltung auf der Insel Alonnisos eingerichtet werden – eine wichtige Voraussetzung, um weitreichende Managementkonzepte und Schutzmaßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. Somit wurde auch das Ziel erreicht, das Projekt in die Selbständigkeit zu führen.


Was wir im Einzelnen erreichen konnten – Auswahl wichtiger Erfolge:

  • Als EuroNatur Anfang der 1990er Jahre mit seiner Arbeit in Griechenland begann, hatte der Meeresnationalpark Nördliche Sporaden nur vorläufigen Charakter. Gemeinsam mit unseren griechischen Partnern konnten wir 1992 die gesetzliche Verankerung des Nationalparks durchsetzen.
  • In langjähriger Lobbyarbeit konnten wir die griechische Regierung dazu bewegen, ein langfristiges Finanzierungskonzept für den Nationalpark zu entwickeln und eine handlungsfähige Nationalparkverwaltung einzurichten.
  • Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir Maßnahmen entwickelt, die zusätzliche Verdienstmöglichkeiten für Küstenfischer schaffen, z.B. sanfter Tourismus.
  • Mit Umweltbildungsmaßnahmen und Aufklärungsarbeit haben wir bei der lokalen Bevölkerung die Akzeptanz für den Schutz der Mönchsrobbe erhöht, u.a. haben wir eine Unterrichtseinheit über die Mönchsrobbe und das Ökosystem Mittelmeer erarbeitet, die an griechischen Schulen im Unterricht eingesetzt wurde.


Partner: Ecological and Cultural Movement of Alonnisos (ECMA)

Förderung: Fondation pour les Animaux du Monde, EuroNatur-Spender und –Paten

Steckbrief Mittelmeer-Mönchsrobbe

Mehr erfahren

Mönchsrobbenschutz an der Mauretanischen Atlantikküste - Cap Blanc

Mehr erfahren

Sie wollen helfen?

Spende

Jeder Euro für die Natur zählt! Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag zum Schutz der Mittelmeer-Mönchsrobbe. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen.

Patenschaft

Geheimnisvoll und bedroht: Die Mittelmeer-Mönchsrobbe gehört zu den seltensten Säugetieren Europas. Helfen Sie uns, die letzten Bestände ihrer Art zu sichern.

Aktuelles

Auszeichnung für einen Fluss-Schützer aus Leidenschaft

++ EuroNatur-Preis 2018 geht an Roberto Epple ++ Gründungspräsident des European Rivers Network engagiert sich seit Jahrzehnten für naturnahe Flüsse...

Blue Heart im Europaparlament

Filmvorführung im Brüsseler EU-Parlament: Am Mittwoch, den 27. Juni wurde die Dokumentation „Blue Heart“ gezeigt. Bei der anschließenden Debatte...

Vier Jahre erfolgreicher Storchenschutz

Zahlreiche Erfolge für Europas Weißstörche wurden im Projekt zum Erhalt von Feuchtwiesen und -weiden erreicht. Das über die letzten vier Jahre...

Über 120.000 Stimmen gegen Wasserkraft

++ Petition gegen die Finanzierung von Staudammprojekten auf dem Balkan von mehr als 120.000 Menschen unterschrieben ++ Gestern erfolgte Übergabe der...

Baustopp für Kraftwerk an der Valbona

Hoffnungsvolle Nachricht für die albanische Valbona: Die Bauarbeiten am Wasserkraftwerk Dragobia im Valbona-Nationalpark müssen laut Urteil des...

Wildfluss Vjosa in Albanien erhielt hohen Besuch

Vertreter der Berner Konvention haben die Vjosa besucht und sich vor Ort ein Bild davon gemacht, inwiefern die Wasserkraftpläne die Ziele der Berner...

Historische Annäherung zwischen Mazedonien und Griechenland

Der Namensstreit um Mazedonien könnte schon bald der Vergangenheit angehören.

Die „Tapferen Frauen von Kruščica“ erringen Sieg gegen den Bau eines Wasserkraftwerks

Frauen blockieren seit über 300 Tagen Baustelle in Bosnien-Herzegowina - Gericht hebt Baugenehmigung auf

Erneuter Wortbruch der montenegrinischen Regierung im Fall Saline Ulcinj

++ Naturschutzorganisationen starten internationale Petition ++ Gefordert wird der sofortige Schutz der Saline Ulcinj in Montenegro ++ Wiederaufnahme...

Filmvorführung der Dokumentation „Blue Heart“

++ Filmscreening am Donnerstag, 28. Juni um 20 Uhr im K9 in Konstanz über Staudammprojekte auf dem Balkan ++ Ausbau von Wasserkraft bedroht das Blaue...

Waldzerstörung in Rumänien: Großangelegte Razzia der Anti-Mafia-Behörde angelaufen

Die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft in Bukarest geht endlich gegen die mafiösen Strukturen der rumänischen Holzindustrie vor. Bei einer Razzia wurden...

Rumäniens Urwälder: Kampf für Ende des Holzeinschlags in Nationalparks

++ Protestaktion in der Wildnis des Domogled Nationalparks macht Öffentlichkeit auf Umweltdrama in den Karpaten aufmerksam ++

Illegale Jagd bedroht Zugvögel

Am 12. Mai ist Weltzugvogeltag ++ 2018 als Jahr der Vögel ausgerufen ++ EuroNatur kämpft für die Einhaltung der Gesetze zum Schutz der Zugvögel

Dokumentarfilm "Blue Heart" feiert Weltpremiere

Am stillgelegten Idbar-Staudamm in Bosnien-Herzegowina hat der Film "Blue Heart" seine Weltpremiere gefeiert und die Zuschauer begeistert.

Hoffnung für die Saline Ulcinj

Wird der jahrelange Einsatz von EuroNatur und ihren Partnern für eine Unterschutzstellung der Saline Ulcinj endlich belohnt? Der zuständige Minister...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung