Wolfsbestand im westlichen Polen weiter gewachsen

Mit den Wölfen in Polen geht es wieder aufwärts. Im Bild eine Wölfin mit Jungtier. © Jörg Pukownik

Gemeinsame Presseinformation von
EuroNatur und IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) vom 26. Juni 2013

 

Radolfzell/ Hamburg.   Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die Ergebnisse des vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der Naturschutzstiftung EuroNatur finanzierten Wolf-Monitorings, das die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) durchführt und zu dem nun ein aktueller Bericht vorliegt.
Die Wissenschaftler schätzten aufgrund ihrer Forschungen den Wolfsbestand zum Ende des Monitoring-Jahres 2012/13 westlich der Weichsel auf insgesamt 26 Rudel und drei bis vier markierende Paare. Unklar ist, wie viele der fünf Territorien entlang der deutsch-polnischen Grenze sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite erstrecken. Der IFAW und Wolfswissenschaftler fordern daher ein grenzübergreifendes Monitoring, um Doppelzählungen von Rudeln zu vermeiden.

Neue Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen in den Sudeten geben Grund zur Hoffnung, dass Wölfe  nach Jahrzehnte langer Abwesenheit bald auch diese Region wieder dauerhaft besiedeln. Zudem gibt es Belege für zwei bis drei Wölfe in der Nähe des Nationalparks Unteres Odertal nahe der polnischen Kleinstadt Chojna.

„Die Ergebnisse dieses Wolf-Monitorings sind erfreulich“, so Robert Kless vom IFAW-Deutschland. „Sie zeigen, dass sich die Wolfsrudel im Westen Polens weiter etablieren. Da die Lausitz-Wölfe und die Wölfe in Westpolen zur selben Population gehören, wirkt sich die aktuelle Entwicklung auch positiv auf den Wolfsbestand in Ostdeutschland aus.“

„Dennoch gibt es weiterhin Gefahren für die Wölfe.“ so Kless weiter. „Nicht nur Abschüsse gefährden den Bestand, auch  der Straßenverkehr kostet immer wieder Wölfe das Leben. Von August 2012 bis Mai 2013 wurden im westlichen Polen sieben Wölfe überfahren, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.“

Straßen und Schienen zerschneiden darüber hinaus die Wanderkorridore der Wölfe. „Es ist dringend nötig, Wildtierkorridore zum Beispiel durch den Bau von Grünbrücken zu erhalten oder neu zu schaffen. Diese ebnen den Wölfen den Weg aus den ostpolnischen Lebensräumen in den Westen“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. Derzeit untersuchen die Wissenschaftler im westlichen Polen, wie sich der Wolfsbestand weiterentwickelt, denn vor wenigen Wochen wurden die diesjährigen Welpen geboren.

Hintergrundinformationen:



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EuroNatur, Konstanzer Straße 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732-927210, Fax: 07732-9272 22,        E-Mail: info@euronatur.org, Pressekontakt: Katharina Grund, Internet: www.euronatur.org

IFAW, Tel. 040-866 500 15, mobil: 0173-622 75 39, Email: adinkelmeyer@ifaw.org, Internet: www.ifaw.org, Pressekontakt: Andreas Dinkelmeyer

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