Klima und Landwirtschaft

Handlungsfeld von größter Wichtigkeit

© Patrick Loertscher
Eine extensive Landwirtschaft schützt nicht nur die Natur, sondern auch das Klima. © Patrick Loertscher


Die Landwirtschaft trägt weltweit beträchtlich zum Ausstoß von Klimagasen wie Methan- und Lachgas bei. Trotzdem gibt es weder für Deutschland noch für die Mitgliedsstaaten der EU bindende politische Zielvorgaben, um die Emissionen aus der Landwirtschaft zu senken. Stickstoffhaltige Dünger, Überdüngung, verdichtete, sauerstoffarme Böden und Massentierhaltung bewirken, dass die konventionelle Landwirtschaft pro Hektar derzeit rund drei Mal so viele Treibhausgase verursacht wie der Ökolandbau.

 

Grünere Landwirtschaft gefordert
EuroNatur setzt sich seit Jahren mit politischer Lobbyarbeit dafür ein, die EU-Agrarsubventionen so zu verteilen, dass damit eine sozial gerechtere und ökologisch vertretbare Landwirtschaft gefördert wird. Dass eine solche Landwirtschaft auch das Klima schont, beweist inzwischen eine Reihe von wissenschaftlichen Studien. Dennoch werden die damit verbundenen positiven Effekte bei der Klimadebatte weitgehend ausgeklammert.

Stattdessen planen Bundesregierung und EU-Kommission den Ausbau von Biokraftstoffen bis zum Jahr 2020 und liefern damit ein weiteres Beispiel, wie vermeintlicher Klimaschutz die Natur gefährdet. Für Monokulturen aus Palmöl, das auch in Deutschland als „Agrarsprit“ und Brennstoff in Heizkraftwerken genutzt wird, werden weiterhin weltweit artenreiche Primärwälder abgeholzt. Zusätzlich kommt es beim intensiven Anbau der Energiepflanzen zu erheblichen Lachgasemissionen.

Das Beispiel Biokraftstoffe veranschaulicht, dass auf dem Weg zu diesem Ziel Naturschutz und Landnutzung nicht aus dem Blickfeld geraten dürfen. Vielmehr bedarf es eines politischen wie gesellschaftlichen Konsenses, dass Naturschutz gleich Klimaschutz ist.



Stellungnahme EWSA "Die Beziehungen zwischen dem Klimawandel und der Landwirtschaft in Europa", 2008 (120 K)

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