Klimaschutz mit Mooren

Natürliche Kohlenstoffspeicher

© Borut Stumberger
© Borut Stumberger

Moore sind keinesfalls ein zu vernachlässigender Nebenschauplatz im Kampf gegen den Klimawandel. Im Gegenteil: Die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz wird global und auch in Deutschland bisher noch deutlich unterschätzt. Moore bedecken nur 3 Prozent der Erde, aber speichern doppelt soviel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. In deutschen Mooren werden durch Trockenlegung und Abbau jährlich 42 Millionen Tonnen an CO2 freigesetzt und erhöhen dadurch den Treibhauseffekt. Das entspricht rund 4,5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands. Nur intakte Moore können Kohlenstoff speichern. Doch nur noch knapp ein Prozent der Moore in Deutschland kann man als „natürlich“ bezeichnen.

 

© Bundesamt für Naturschutz - BfN
Seminargebäude auf Vilm © Bundesamt für Naturschutz - BfN

An einem Tisch - für eine bessere Zukunft

Vom 30.3. bis 1.4.2009 brachte EuroNatur im Rahmen eines Arbeitstreffens Vertreter der Verbände des Garten- und Landschaftsbaus an einen Tisch, um über Alternativen zur Torfnutzung in Deutschland zu diskutieren. Zentrales Thema waren die Möglichkeiten der Produktion und des Einsatzes von Torfersatzsubstraten. Schon heute könnten Komposte, Holzfasern und Rinde zumindest im Hobby-Freilandbereich ein vollwertiger Ersatz für Torf sein. Leider ist diese Erkenntnis noch viel zu wenig verbreitet. Vielversprechend ist auch der an der Universität Greifswald entwickelte Ansatz des „Sphagnumfarming“. Hier wird auf geschädigten Moorflächen nachhaltig Torfmoos produziert, das dann als Ersatzsubstrat für den Gartenbau dienen kann.

Um die Zerstörung der letzten Hochmoore zu verhindern, müssen auf EU-Ebene dringend entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Besonders in der Agrarpolitik muss es ein Umdenken geben: Niedermoorflächen dürfen nicht weiter durch land- und forstwirtschaftliche intensive Nutzung geschädigt und zerstört werden.

Gastgeber und Mitveranstalter der Veranstaltung war das Bundesamt für Naturschutz.


Die Vorträge des Workshops stehen hier für Sie zum Download bereit:

"Strategien des Moorschutzes in Mecklenburg-Vorpommern": Dr. Uwe Lenschow, Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern

Zum Download (2 MB)

"Torf, Umwelt, Klima": Prof. Dr. Hans Joosten, Universität Greifswald

Zum Download (824 KB)

"Moorschutz ist Klimaschutz": Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Zum Download (535 KB)

"Torfverwendung im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau": Dr. Michael Henze, Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.

Zum Download (2 MB)

"Die Zukunft von Komposten für den Einsatz in Substraten und Blumenerden unter Berücksichtigung neuer Komposte aus der Biomasseverwertung": Dr. Anke Boisch, VKN – Vertriebsgesellschaft Kompostprodukte Nord mbH

Zum Download (407 KB)

"Moorschutz ist Klimaschutz": Naturschutzbund Deutschland

Zum Download (1 MB)

"Sphagnum farming": Franziska Gahlert, Greta Gaudig, Universität Greifswald

Zum Download (12 MB)

"Die ästhetische Entdeckung des Moors in Literatur und Kunst": Prof. Dr. Ludwig Fischer, Universität Hamburg

Zum Download (51 KB)

"Torf- und Humuswirtschaft in Deutschland": Alois Zollner, Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde e.V.

Zum Download (531 KB)
So wird Ihr Garten torffrei

Tipps für die Auswahl der Erde für Ihren Garten finden Sie hier.

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