Netzwerk zum Schutz der bedrohten Karst-Poljen

Rege Beteiligung beim internationalen Abschlussworkshop für den Erhalt der Karst-Poljen in Bosnien-Herzegowina: 52 Naturschützer aus sieben Ländern trafen sich vom 16.-19. Oktober im bosnischen Tomislavgrad und erarbeiteten Strategien, um diese weiten Ebenen der Artenvielfalt wirksam zu schützen.

Blick auf den Busko Blato-See im südlichen Teil des Livanjsko Polje © Stefan Ferger/EuroNatur

Karst-Poljen sind faszinierende Landschaften: Über Jahrtausende hinweg hat das Wasser große Ebenen geschaffen, in denen sich, eingerahmt von schroffen Felswänden, ein buntes Mosaik aus Lebensräumen entwickeln konnte. Vor allem in Bosnien-Herzegowina gibt es noch viele dieser periodisch überschwemmten Feuchtgebiete, darunter das Livanjsko Polje, eines der bedeutendsten Rast- und Überwinterungsgebiete für Wat- und Wiesenvögel entlang des Adria-Zugwegs.

Trotz seiner wichtigen ökologischen Funktion und seines internationalen Schutzes als Ramsar-Feuchtgebiet genießt das Livanjsko Polje keinerlei nationalen Schutzstatus. Dies zu ändern, ist eine der Kernforderungen, die beim Abschlussworkshop des von EuroNatur mitorganisierten Projekts zum Erhalt der Karst-Poljen gestellt wurden. Betont wurde überdies, dass ein Schutzgebiets-Management unabdingbar ist, das auch die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung berücksichtigt. Nur wenn die Menschen vor Ort in die Planungsprozesse einbezogen werden, kann eine Akzeptanz als nationales Schutzgebiet erreicht werden.

Die Visionen für die Zukunft der Karst-Poljen, die Mitarbeiter von EuroNatur und ihren Partnerorganisationen beim Workshop formulierten, werden nun an die Entscheidungsträger in Bosnien-Herzegowina übergeben. Für deren Umsetzung wird sich EuroNatur auch nach Abschluss des Projekts engagiert einsetzen.

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