Trotz Schnee und Eis: Die Natur bereitet sich schon auf den Frühling vor

Zugvögel kehren bald zurück

Presseinformation vom 7. Februar 2003

Erste Störche im Rheintal gesichtet

Radolfzell. Der Winter hat Deutschland wieder fest im Griff. Nach den anhaltenden Schneefällen scheint der Frühling erst einmal wieder in weite Ferne gerückt. Und dennoch regen sich in der Natur schon die ersten Frühlingsboten. Wie jetzt die Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur) mitteilte, sind Anfang der Woche die ersten Störche bereits aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und im Rheintal gesichtet worden. Naturschützer vor Ort vermuten dass die Tiere bedingt durch den warmen Winter nicht mehr in ihre angestammten Winterquartiere südlich der Sahara fliegen, sondern schon im Süden Spaniens genügend Nahrung finden, um über den Winter zu kommen. Entsprechend früher treffen sie dann auch in ihren deutschen Brutgebieten ein. Es kann ausgeschlossen, dass die Tiere in einer der Aufzuchtstationen überwintert haben, da die Störche beringt sind und in keiner der Stationen registriert wurden.

Spätestens im März werden dann Singdrossel, Zilpzalp und Hausrotschwanz aus ihren südeuropäischen und afrikanischen Winterquartieren zurückerwartet und auch die Rauch- und Mehlschwalben und der Schwarzmilan, die im Mittelmeerraum überwintern, werden sich dann wieder bei uns als fliegende Frühlingsboten einfinden. Kleinvögel wie Nachtigall und Mönchsgrasmücke werden nach Angaben von EuroNatur im April die heimischen Brutgebiete erreichen, gefolgt von Kuckuck und Pirol, die erst Ende April/Anfang Mai wieder zu hören sind.

Auf ihrem langen Weg zurück nach Deutschland sind Zugvögel auf ein intaktes und eng geknüpftes Netz von Rastplätzen angewiesen; diese verschwinden jedoch durch Landschaftszerstörung in vielen Regionen, so EuroNatur-Präsident C.-P. Hutter. Deshalb setzt sich die internationale Umweltstiftung EuroNatur für die Bewahrung solcher ökologischer Bausteine entlang der wichtigen Strecken des internationalen Vogelzugsystems ein. So zum Beispiel in den Feuchtgebieten des Nahen Ostens, der spanischen Extremadura oder dem Nestos-Delta in Griechenland. Aber auch in Mitteleuropa, wo viele Arten brüten und ihre Jungen aufziehen, sind die Lebensgrundlagen der Zugvögel bedroht. Zum Schutz der Vögel, aber auch im Sinne von mehr Umwelt- und Lebensqualität fordert EuroNatur eine europäische Landwirtschaftsreform, hin zu einer nachhaltigen und ökologisch verträglichen Produktion.

Nach Angaben von EuroNatur sind Zugvögel wie Kiebitz und Grauammer in vielen Regionen bereits verschwunden oder vom Aussterben bedroht. Die Hinwendung zum ökologischen Landbau komme aber nicht nur vielen bedrohten Tierarten, sondern auch den Menschen zugute, die keine chemisch belasteten Lebensmittel mehr auf den Tisch bekommen und in einer vielfältigen Kulturlandschaft leben, anstatt in einer einförmigen Produktionslandschaft. Qualität statt Quantität ist gefragt.

Aber auch jeder Einzelne kann nach Mitteilung von EuroNatur den Erhalt eines ökologischen Netzwerks von Lebensräumen unterstützen, denn jeder Bach und jeder Hausgarten sei ein kleines, aber wichtiges ökologisches Mosaiksteinchen im System der internationalen Zugvogelrastplätze. EuroNatur ruft deshalb alle Grundstücksbesitzer auf, durch naturnahe Gartengestaltung und den Verzicht auf die chemische Keule bei der Felderbewirtschaftung zum Erhalt der Lebensgrundlagen unserer heimischen Tierwelt beizutragen. So finden Zugvögel nach ihrer kräftezehrenden Reise zurück in ihrem Heimatgebiet wieder die Grundlagen für eine erfolgreiche Brutsaison vor und zugleich wird mehr Lebens- und Umweltqualität für die Menschen geschaffen.

 

Bei Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Str. 22

78315 Radolfzell

Tel.: 07732 - 92 72 0, Fax: 07732 - 92 72 22

E-mail: info(at)euronatur.org

Internet: www.euronatur.org

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