ARD-Magazin: Agrarreform erntet Frust und Freude

Eine grünere und gerechtere Agrarpolitik wollte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos mit seiner Agrarreform durchsetzen. Doch von den ursprünglichen ambitionierten Plänen ist nicht viel übrig geblieben. „Die Richtung stimmt, doch die vorgeschlagenen Maßnahmen sind zu vage und zu unverbindlich“, kritisierte Lutz Ribbe, naturschutzpolitischer Direktor im Interview mit der ARD.

Die Naturschutz- und Umweltverbände hatten sich von der Agrarreform mehr erhofft.

© Matthias Meißner


Zwar sind im Gesetzespaket der EU-Kommission durchaus Forderungen der Naturschutz- und Umweltverbände enthalten. So müssen die Bauern künftig auf sieben Prozent ihrer Flächen der Natur Vorrang einräumen und etwa Hecken oder Blühstreifen pflanzen, um die Subventionen weiter in voller Höhe zu erhalten. Doch wird es auch künftig möglich sein, auf 70 Prozent der Fläche Maismonokulturen anzubauen. Auch die Regeln zum Schutz der ökologisch wertvollen Wiesen und Weiden sind schwach und ineffektiv.

Schon bei früheren Reformen der EU-Agrarpolitik ist es der EU-Kommission nicht gelungen, einen ausreichenden Schutz für die Artenvielfalt in der Landwirtschaft durchzusetzen. Bauernverbände und Vertreter der Agrarindustrie blockierten erfolgreich alle Versuche, die Landwirtschaftspolitik ökologischer zu gestalten. Und auch dieses Mal musste sich der EU-Agrarkommissar offensichtlich dem großen Druck der Agrarlobby beugen.



Zum Beitrag zur EU-Agrarreform im ARD-Mittagsmagazin vom 12.Oktober 2011 (Den Beitrag zur Agrarreform sehen Sie ab Minute 10:20)

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Vielfalt der Natur im Fokus

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2022“ startet

Berner Konvention hat Verbrechen an der Natur im Blick

Staudämme, Kraftwerke, Flughäfen: Zahlreiche Beschwerden von Naturschutzorganisationen gegen zerstörerische Projekte auf dem Balkan

Positionspapier: Energiegewinnung ohne Naturzerstörung ist der Weg zur Klimaneutralität 2040

Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur veröffentlicht heute ein Positionspapier, das einen neuen zukunftsfähigen Weg für…

Widerstand gegen Flughafenbau in Albanien

Trotz ständigen Drucks seitens nationaler und internationaler NGOs hält die albanische Regierung am Bau eines Großflughafens bei Vlora fest – mitten…

Auszeichnung für slowenische Flussschützerin

Die Biologin Andreja Slameršek wurde am 11. November mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021 ausgezeichnet. Damit wird ihr unermüdlicher Kampf…

Albanische Gemeinde am Grünen Band Balkan ausgezeichnet

Die Kleinstadt Kukës im Nordosten Albaniens wurde als Modellgemeinde am Grünen Band ausgezeichnet. EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer…

EU-Pilotprojekt stärkt Naturschutz am Grünen Band Europa

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – der Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. 32 Jahre später zielt das von der EU finanzierte Projekt…

Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Forderung: EIB muss Umwelt- und Sozialstandards verbessern

EuroNatur und Bankwatch fordern strengere Regeln bei Wasserkraftfinanzierung der Europäischen Investitionsbank.

Zeichen für die Artenvielfalt: EuroNatur-Preis an Forschende des IPBES verliehen

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden haben den EuroNatur-Preis 2021 erhalten ++ Wissenschaft macht auf dramatisches Artensterben…

Artenvielfalt retten: Forschende des Weltbiodiversitätsrats erhalten EuroNatur-Preis

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden erhalten den EuroNatur-Preis 2021 ++ Dramatisches Artensterben ist menschengemacht ++…

Zwei Studien zur Renaturierung der Save und ihrer Flussauen veröffentlicht

Zwei brandneue Studien zur Revitalisierung der Save und ihrer Auen wurden veröffentlicht und vom 19. bis 22. September im Rahmen des Projekts Sava…

Erneute Gewalt gegen Umweltaktivisten in Rumänien

In den Karpaten wurden ein Waldschützer sowie zwei Journalisten von mutmaßlichen illegalen Holzfällern brutal verprügelt. Dies ist nicht der erste…

Weißstörche und menschlicher Einfluss

Eine vierteilige Webinarreihe informiert über aktuelle Entwicklungen anthropogener Einflüsse auf das Leben von Weißstörchen. Die Auftaktveranstaltung…

Donau-Drau-Mur-Region als Biosphärenpark anerkannt

Nun ist es offiziell: Entlang der drei Flüsse Donau, Drau und Mur liegt Europas größtes Flussschutzgebiet. Auf einer Länge von 700 Kilometern…