Aufatmen für die Schweizer Störche

150 Millionen Franken kostete der „Witi-Tunnel“ damals. Er verhindert, dass die Autobahn wertvolle Nahrungsflächen für Weißstörche durchschneidet. Die Osterweiterung des Flughafens Grenchen hätte diese Bemühungen zunichte gemacht.

© Katharina Grund

Die geplante Osterweiterung des Flughafens Grenchen ist so gut wie vom Tisch. Am Dienstag lehnte die Solothurner Regierung eine Pistenverlängerung ab und empfahl dem Flughafen, das Projekt zurückzuziehen. Ein großer Erfolg für den Naturschutz! Auch EuroNatur hatte das Amt für Raumplanung in einer Stellungnahme Ende 2014 aufgefordert, das geplante Vorhaben aus Sicht des Storchenschutzes zu begutachten und die Verlängerung der Piste abzulehnen.

Die Flughafenerweiterung würde die Weißstörche des fünf Kilometer entfernt gelegenen „Europäischen Storchendorfs“ Altreu ernsthaft bedrohen. Und damit nicht genug: Da in dem kleinen Weiler der mit Abstand größte Brutbestand des Landes vorkommt, wäre sogar ein wesentlicher Teil der schweizerischen Storchenpopulation gefährdet. 

Unter anderem würden die Störche in der nahegelegenen Schutzzone „Witi“ gestört. Dort werden feuchte sowie nasse Äcker und Wiesen entlang der Aare erhalten, auf denen die große und heute stabile Storchenpopulation auf Nahrungssuche gehen kann. Zudem gilt die Witi als international bedeutender Rastplatz für Watvögel.

Die Finanzierung eines Autobahntunnels unter der Witi zeigte, dass der Schutz dieses wertvollen Lebensraums damals sehr ernst genommen wurde. Eine Osterweiterung des Flughafens Grenchen hätte diese Bemühungen völlig konterkariert und die Vorbildfunktion des „Europäischen Storchendorfs“ Altreu zunichte gemacht.  

Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Initiative „Europäische Storchendörfer“

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