Balkanluchs „Marko“ auf Sendung

Sensation im Mavrovo-Nationalpark in Mazedonien: Mitarbeitern der Naturschutzorganisation MES (Macedonian Ecological Society) und Wildhütern der Nationalparkverwaltung gelang es am Abend des 14. März 2010 erstmals einen Balkanluchs einzufangen, zu vermessen und mit einem GPS-Senderhalsband zu versehen.

Mitarbeiter der MES und des Nationalparks untersuchen Balkanluchs "Marko"

© BLRP

Ein großer Erfolg für die Luchsexperten, denn bislang waren Spuren im Schnee, Haarbüschel, ausgestopfte Tiere und Fotos die einzigen Indizien dafür, dass der Balkanluchs tatsächlich existiert. Balkanluchs „Marko“, wie ihn die Mitarbeiter des Forschungsteams nennen, wurde unmittelbar nach der Untersuchung wieder in die Freiheit entlassen und ist seitdem unbeirrt im Nationalpark unterwegs. Die Auswertungen der Sendedaten der ersten zehn Tage zeigen, dass die Technik hervorragend geeignet ist, um die Wanderungen des scheuen Tiers in dem unwegsamen Gelände verfolgen zu können. Die Forscher erhoffen sich von den Daten wichtige Einblicke in die Ökologie dieser stark bedrohten Unterart des Eurasischen Luchses. Das Wissen über die aktuellen Verbreitungsgebiete und Wanderrouten des Balkanluchses ist eine Grundvoraussetzung für effektive Schutzmaßnahmen, da es zum Beispiel ermöglicht, die Grenzen der Schutzgebiete genauer festzulegen.


Die Feldstudien zum Zustand und zur Ökologie des Balkanluchses im Grenzgebiet von Albanien und Mazedonien werden von der Schweizer Organisation KORA(koordinierte Forschungsstelle für Großraubtiere in der Schweiz) wissenschaftlich betreut und zusammen mit mazedonischen und albanischen Projektpartnern vor Ort durchgeführt. Die Forschungsergebnisse liefern einen wichtigen Beitrag für das „Balkan Lynx Recovery Programme“(BLPR); ein Projekt zum Schutz des Balkanluchses, das EuroNatur gemeinsam mit den Partnerorganisationen KORA, MES und PPNEA (Preservation and Protection of Natural Environment in Albania) durchführt.



Link zur Website von EuroNatur-Partner KORA


Lesen Sie mehr über die Aktivitäten von EuroNatur zum Schutz des Balkanluchses im Faltblatt „Grünes Band Balkan – Rückgrat für den Luchs“ (pdf-Datei, 395kB)

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Neues Braunbärenprojekt gestartet

Ein wichtiger Schritt für den Schutz der Dinariden-Pindos-Bärenpopulation: In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern auf dem Balkan und der…

Putins Angriffskrieg und die europäische Energiekrise

Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Unsere Blog-Autorin Bruna Campos ist unverändert schockiert über das, was dort passiert. Krieg ist…

Vogelschützer streiten für sichere Adria-Zugroute

++ Der Vogelzug ist in vollem Gange ++ Jedes Jahr werden Tausende Zugvögel auf dem Balkan illegal getötet ++ 4. Adriatic Flyway-Konferenz tagt in…

Weltwassertag 2022: Grundwasser: „die Leber“ unserer Flüsse

In diesem Jahr steht der Weltwassertag unter dem Motto „das Unsichtbare sichtbar machen“ und legt besonderes Augenmerk auf die Bedeutung des…

Wasserkraft als Klimaretter? Ein längst überholter Mythos

Flusstäler sind fruchtbare Lebensräume für Mensch und Tier. Ihre Zerstörung – um vermeintlich klimafreundliche Wasserkraftenergie zu erzeugen – hat…

Vier Mönchsgeier in Bulgarien vergiftet

Tragödie für den Naturschutz in Bulgarien: Mehrere ausgewilderte Mönchsgeier wurden in der Nähe des Dorfes Ticha vergiftet. Ein herber Rückschlag für…

Vogelgrippe am griechischen Prespa-See

Die Vogelgrippe H5N1 grassiert in diesem Winter besonders stark. Überregionale Aufmerksamkeit erregte das tausendfache Sterben der Kraniche im…

Wälder – Eierlegende Wollmilchsäue?

Die Erwartungen an das, was Wälder leisten sollen, sind hoch. Sie sollen vielfältige Lebensräume bieten, wild-romantische Sehnsüchte erfüllen,…

Illegaler Holzeinschlag in Rumäniens Naturwäldern nimmt trotz Gerichtsdrohung zu

Neue Daten belegen, dass die Zerstörung der letzten großen verbliebenen Ur- und Naturwälder der EU in Rumänien unvermindert anhält.

BESTbelt – Mehr Energie für das Grüne Band Europa

++ Start zur Einreichung von Projektvorschlägen für EU-gefördertes Projekt "BESTbelt" ++ Initiative soll lokalen Naturschutzorganisationen den Zugang…

Letztes Webinar zu Weißstörchen

Die vierteilige Webinarreihe zum Thema „Menschliche Einflüsse auf die Ökologie der Weißstörche“ nähert sich ihrem Ende. Am Samstag, 19. Februar von…

EuroNatur startet Meinungsbeiträge zur Energiewende

Sind Atomkraft und Erdgas nachhaltige Energiequellen? Was die EU-Kommission am Silvesterabend verkündet hat, tritt nun in Kraft: Atom und Gas werden…

Flughafenbau in Albanien droht bedeutendes Feuchtgebiet zu zerstören

++ Albanische Regierung plant Flughafenbau in der Narta-Lagune ++ Mögliche Korrektur der Schutzgebietsgrenze Vjosa-Narta ++ Am 2. Februar ist…

Deutsche KfW-Bank zieht sich aus Staudammprojekt in Bosnien-Herzegowina zurück

Die deutsche Entwicklungsbank KfW hat heute bestätigt, dass sie ihre Pläne zur Finanzierung des umstrittenen Janjići-Wasserkraftwerks am Fluss Bosna…

Gestiegene Fledermauszahlen im Winterquartier

Fledermausfreunde und -schützerinnen haben die kalte Jahreszeit genutzt, um die Winterbestände von Großem Mausohr und Co. zu erfassen. Es war die…