Bulgarische Förster zu Gast im Schwarzwald

Wie können Forstwirtschaft und Naturschutz erfolgreich Hand in Hand gehen? Um darüber mehr zu lernen, besuchte eine Gruppe von Forstleuten aus Bulgarien Ende September den Naturpark Südschwarzwald. Organisiert wurde die fünftägige Studienreise von EuroNatur und der bulgarischen Partnerorganisation Green Balkans.

Voneinander lernen: Bulgarische Förster machten sich ein Bild, wie im Naturpark Südschwarzwald Naturschutz und Forstwirtschaft Hand in Hand gehen.

© Anne Katrin Heinrichs

Die Teilnehmer stammten aus der an der bulgarisch-griechischen Grenze gelegenen Region Smolyan – einem Gebiet am Grünen Band Balkan, das durch ein buntes Mosaik aus ökologisch wertvollen Waldgesellschaften und seltenen Graslandtypen besticht. Die Vielfalt an Lebensräumen beherbergt eine breite Palette seltener Pflanzen- und Tierarten. Nicht umsonst sind in der Region Smolyan mehrere Gebiete als Bestandteile des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 gemeldet.

Doch die praktische Umsetzung der europäischen Standards, dauert auch in den Waldgebieten der westlichen Rhodopen noch an. Um den Prozess zu unterstützen, hat EuroNatur gemeinsam mit Green Balkans im September 2011 ein Projekt gestartet, das Wege aufzeigen soll, wie sich Natura 2000-Waldgebiete im Sinne von Mensch und Natur nachhaltig nutzen lassen. Der Erfahrungsaustausch mit deutschen Institutionen ist ein wesentlicher Bestandteil des Projektes. 

Im Rahmen der Studienreise erfuhren die Teilnehmer unter anderem, wie im Schwarzwald mit Alt- und Totholz umgegangen wird und wie der Wald als attraktiver Lebensraum für lichtliebende Arten wie das Auerhuhn erhalten werden kann. Auch der direkte Erfahrungsaustausch mit den deutschen Förstern war ein wichtiger Teil der Exkursion. Besonders begeisterte die Teilnehmer, wie selbstverständlich die Forstwirtschaft im Schwarzwald ökologische und ökonomische Belange in Einklang bringt. Überrascht zeigten sich die Gäste hingegen, dass die Wildbestände in Deutschland durch Jagd kontrolliert werden. In ihrer Heimat übernehmen diese Aufgabe große Beutegreifer wie Bären und Wölfe. Regulierende Eingriffe des Menschen sind dort überflüssig. 

Mehr über die Projekte von EuroNatur zum Schutz des Grünen Bandes Balkan


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