Die Ökosteuer auf Mallorca muss bleiben!

Konservative Wahlsieger auf den Balearen drohen die Umweltabgabe ein Jahr nach der Einführung wieder abzuschaffen.

Presseinformation vom 26. Juni 2003

Radolfzell. Anlässlich der morgigen Wahl des Regierungspräsidenten der Balearen fordert die Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur) den Wahlsieger Jaume Matas von der Volkspartei (PP) auf, seine Forderung nach Abschaffung der Ökosteuer noch einmal zu überdenken und Mallorca eine Chance auf umweltgerechte und dauerhafte Entwicklung zu geben.

Die Steuer von einem Euro pro Tag und Gast wurde erst im Mai 2002 eingeführt. Nach Ansicht des zukünftigen Regierungschefs ist sie aber eines der größten Hemmnisse für die wirtschaftliche Entwicklung der Balearen. Dabei schien die gegenüber den Kurtaxen klassischer deutscher Tourismusorte durchaus moderate Abgabe ihren Sinn und Zweck zu erfüllen, nämlich die massiven Schäden, die durch die jährlichen Touristenströme entstehen, durch gezielte Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen wieder auszugleichen. Innerhalb eines Jahres wurden durch die Ökosteuer rund 17,2 Millionen Euro eingenommen. Ein Großteil der 70 geplanten Projekte ist mittlerweile angelaufen. Mit Hilfe der Abgabe kaufte man etwa wertvolle Biotope wie die Dünenlandschaft Son Serra de Marina im Norden der Insel oder einen naturbelassenen Küstenstreifen in der Bucht von Alcudia und stellte sie unter Schutz. Verschiedene Hotelruinen, welche die Landschaft verschandelten, wurden entfernt und das Radwegenetz ausgebaut. Auch die Bauern profitierten durch eine Subventionierung ökologisch verträglicher Anbaumethoden von den Touristen-Millionen. Nach Angaben der ehemaligen grünen Umweltministerin Margalida Roselló rechnete die Regierung für 2003 mit etwa 35 Mio. Euro Ökosteuer-Einnahmen. Neben den zahlreichen laufenden Projekten sollte das Geld für die Müll- und Altlastenentsorgung an der Playa de Palma eingesetzt werden.

"Die auf den Balearen eingeführte sogenannte 'Ecotaza' hat für den gesamten Mittelmeerraum Vorbildcharakter", erläutert der Präsident der Umweltstiftung EuroNatur, Claus-Peter Hutter. "Die Inselregierung hat ein Instrument eingeführt, das in Deutschland als Kurtaxe bekannt ist und diese ökologisiert. Es wäre ein Verbrechen an dem Naturerbe der Balearen, sollten die angefangenen Projekte jetzt abgebrochen und alte Umweltsünden wiederholt werden. Für naturinteressierte Touristen jedenfalls, würde die Insel damit enorm an Wert verlieren.", befürchtet Hutter.

 

Bei Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Str. 22

78315 Radolfzell

Tel.: 07732 - 92 72 0

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Internet www.euronatur.org

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