Europäisches Expertentreffen in Tschechien

Jeden Monat stirbt eine Nutztierrasse aus

 

Presseinformation vom 11. Februar 2008

 

Radolfzell. Der Erhalt seltener Nutztierrassen war das zentrale Thema eines Workshops, zu dem sich mehr als 40 Experten aus ganz Europa am vergangenen Wochenende in Kutna Hora bei Prag getroffen haben. Arbeitsgruppen kamen zusammen und diskutierten über die Zucht traditioneller Nutztiere, Marketingstrategien für Produkte von Höfen mit seltenen Haustierrassen und den Aufbau von Rettungsstationen in Europa. Der Workshop wurde von der EuroNatur Stiftung und SAVE  (Organisation zur Sicherung der landwirtschaftlichen Artenvielfalt in Europa e.V.) koordiniert.

 „Heute bilden sehr wenige Tierrassen den Großteil des Nutztierbestandes. Von der großen Vielfalt der übrigen Nutztierrassen, die es weltweit gibt, stirbt jeden Monat eine aus“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Im Rahmen des von der Europäischen Union kofinanzierten Projektes „ELBARN“ („Europäisches Arche- und Rettungs-Netzwerk“, oder englisch „European Livestock Breeds Ark and Rescue Net“) setzt sich EuroNatur zusammen mit zahlreichen Partnerorganisationen dafür ein, die Rettung seltener Haustierrassen in Europa besser zu organisieren. So sollen in einem europaweiten Netz von Archehöfen Tiere aufgenommen werden, deren Halter ihren eigenen Hof aufgeben mussten und keinen geeigneten Ersatz gefunden haben. Außerdem sollen Informationen zu den Tierrassen, ihrem Vorkommen und den geschätzten Beständen zusammengetragen und künftig in einer öffentlich zugänglichen Internet-Datenbank gebündelt und regelmäßig aktualisiert werden.

Ungarische Steppenrinder, Turopolje- Schweine und das Posavina-Pferd sind nur einige der Rassen, die von ELBARN profitieren sollen. „Die Rassen sollen nicht nur in Tierparks und Zoos überleben, sondern auch als wichtiger Bestandteil von Kulturlandschaften und als natürliche Landschaftspfleger genutzt werden“, betont Gabriel Schwaderer.

Weitere Informationen zum ELBARN-Projekt

 

Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Straße 22

78315 Radolfzell

Tel.: 07732 - 92 72 10

Fax: 07732 - 92 72 22

E-Mail: info(at)euronatur.org

www.euronatur.org

Ansprechpartner: Gabriel Schwaderer

Pressekontakt: Katharina Grund

 

 

 

 

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Schwaderer in Steinmeiers Delegation

Große Ehre für Gabriel Schwaderer: Der EuroNatur-Geschäftsführer war bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers Staatsbesuch in Albanien und…

Vjosa-Wildfluss-Nationalpark: Expertenteam legt Machbarkeitsstudie vor

Die Vjosa, einer der letzten großen Wildflüsse Europas, ist ihrer Unterschutzstellung heute einen großen Schritt nähergekommen. Das Projektteam aus…

Rechtliche Schritte gegen den Vlora-Flughafen in Albanien

Neue Entwicklungen zum geplanten Flughafenbau in der Narta-Lagune: Die von unseren Partnern eingereichte Klage gegen das Projekt wurde in erster…

Düstere Aussichten für Svydovets

Im ukrainischen Bergmassiv Svydovets soll ein gigantisches Skiresort entstehen. Gegen diese Pläne hat die Umweltbewegung Free Svydovets geklagt. Nun…

Jahresrückblick 2022

Ukraine-Krieg und Energiekrise, Vogelgrippe und Fischsterben, dazu noch immer die Corona-Pandemie und ihre Folgen. 2022 war ein kompliziertes Jahr,…

Vielfalt der Natur im Fokus

++ Internationaler EuroNatur-Fotowettbewerb 2023 startet ++ Runder Geburtstag für die „Naturschätze Europas“ ++

Weiterer Widerstand gegen albanischen Flughafenbau

Europäische Regierungen fordern die albanische Regierung auf, den Bau des Flughafens in der Narta-Lagune auszusetzen. Das Hauptargument: die…

Forderung nach Beschleunigung des Solarausbaus

Führende Umwelt-, Klima- und Naturverbände fordern gemeinsam mit der Solarbranche eine nachhaltige Beschleunigung der Solarenergie.

Berner Konvention fordert Bosnien-Herzegowina auf, alle Staudammprojekte am Fluss Neretva zu stoppen

Am 2. Dezember beschloss der Ständige Ausschuss der Berner Konvention (Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und…

Illegaler Flughafenbau: Umweltgruppen verklagen die albanischen Behörden

++ Klage gegen Bau des internationalen Flughafens Vlora wegen Unregelmäßigkeiten und Gesetzesverstößen ++ Flughafen stellt eine massive Bedrohung für…

Polnische Ausbaupläne könnten der Oder den Rest geben

++ Regierung in Warschau plant Ausbau des deutsch-polnischen Grenzflusses ++ Naturschutzorganisationen reichen Beschwerde bei EU ein ++…

Projekt BESTbelt bietet neue Möglichkeiten am Grünen Band Europa

Vor 33 Jahren ist die Berliner Mauer gefallen und es begann eine neue Zeitrechnung. Nicht nur für die deutsche Wiedervereinigung, sondern auch für die…

"Destruktiv, undemokratisch und wahrscheinlich illegal"

Kritik an durchgesickerten EU-Maßnahmen für erneuerbare Energien: Die EU-Pläne für eine Dringlichkeitsmaßnahme, um die Entwicklung erneuerbarer…

EuroNatur-Preis 2022: Zeichen für den Urwaldschutz und Solidarität mit der Ukraine

++ Waldschützerinnen und Waldschützer haben den EuroNatur-Preis 2022 erhalten ++ Europas letzte Urwälder stehen massiv unter Druck ++ Krieg gegen die…