Flutkatastrophe auf den Philippinen ist Folge des Raubbaus an der Natur

Nur Anpflanzung naturnaher Wälder kann ähnliche Katastrophen verhindern

Presseinformation vom 23. Dezember 2003

Manila/Stuttgart. "Die katastrophalen Überschwemmungen und Schlammlawinen auf der Philippinen-Insel Leyte, welche jetzt zahlreiche Menschenleben forderten, sind Folge jahrelanger Abholzungen und Monokulturwirtschaft des hügeligen und äußerst fragilen Geländes", so Claus-Peter Hutter, Präsident der auf den Philippinen mit Regenwald-Schutzprojekten engagierten Umweltstiftung EuroNatur.

Nach der Zerstörung der ursprünglichen philippinischen Regenwälder, von denen nur noch 10 Prozent übrig geblieben sind, und anschließender jahrzehntelanger Monokulturwirtschaft mit Kokospalmen besteht die Gefahr, dass bei künftigen Taifunen - welche in diesen tropischen Bereichen öfter auftreten - noch mehr Hangbereiche großflächig abrutschen, betont man bei EuroNatur.

Nur die Wiederanpflanzung möglichst naturnaher Waldbereiche könne die Böden fixieren und ähnliche Unglücksfälle verhindern helfen, sagte Hutter. Gemeinsam mit der Leyte State University und der Universität Hohenheim hat man bei EuroNatur damit begonnen, großflächig Sekundärwälder aufzubauen, bei denen naturnahe Waldwirtschaft mit landwirtschaftlicher Produktion kombiniert wird. Leider seien die dabei erzielten positiven Ergebnisse noch nicht Standard geworden, weshalb in großem Stil Umweltbildung erforderlich sei. Außerdem sei es notwendig, den Menschen Landnutzungsrechte einzuräumen, damit sie aus eigenem Interesse das Gelände entsprechend naturschonend bewirtschaften. "Dies ist auch notwendig, um die Korallenriffe - Kinderstube zahlreicher Fische und damit Basis für den regionalen Fischfang - vor Verschlammung zu schützen.

EuroNatur kündigte an, die mit Hilfe der Deutschen Lufthansa und DaimlerChrysler begonnenen Renaturierungsmaßnahmen als Beispiel für vorbeugenden Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung fortzusetzen. EuroNatur-Tropenwaldexperte Prof. Friedhelm Göltenboth bezeichnete die Situation für alle Monokulturbereiche im gesamten ostasiatischen Raum als fünf Minuten vor Zwölf. Es sei an der Zeit, dass auch von der internationalen Staatengemeinschaft die Anstrengungen verstärkt würden. In den meisten Fällen sei das Holz der Kahlschläge in die Industrieländer gewandert, weshalb sich diese nun nicht aus der Verantwortung stehlen dürften. (Informationen zum Rainforestation farming auf der Philippinen-Insel Leyte: www.euronatur.org)

Hier finden Sie mehr Informationen zum EuroNatur-Projekt auf Leyte (in Englisch)

 

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