Gänsegeier in Griechenland vergiftet

In Europa selten geworden: der Gänsegeier.

© Jürgen Schneider

Wieder sind zwei Gänsegeier Opfer eines illegal ausgelegten Giftköders geworden. Jäger haben kürzlich im Pinovo-Massiv in Griechenland nahe der mazedonischen Grenze die Ringe zweier Vögel gefunden. Untersuchungen ergaben, dass sie von Gänsegeiern stammen, die einige Zeit vorher von einem vergifteten Pferdekadaver gefressen hatten. Dieser wurde von Unbekannten ausgelegt, sehr wahrscheinlich, um damit Wölfe zu vergiften.

Bei den beiden Gänsegeiern handelt es sich vermutlich um Brutvögel aus dem angrenzenden Mazedonien. EuroNatur-Partner MES betreibt dort seit Jahren intensive Anstrengungen, um die Geier vor dem Aussterben zu bewahren. Entsprechend herb ist der jüngste Verlust.

Einst waren mit Bart-, Mönchs, Schmutz- und Gänsegeier vier Geierarten in Mazedonien heimisch. Davon ist bis heute nur die Hälfte übrig geblieben.  Eine wesentliche Ursache sind illegal von Viehhaltern und Jägern ausgelegte Giftköder, die vor allem  auf Wölfe abzielen.  Während die letzten Bart-und Mönchsgeier in den Jahren 2005 und 2006 verschwunden sind, erreichte  die Gänsegeierpopulation im Jahr 2006 einen historischen Tiefstand mit nur 12 Paaren. Nach kurzzeitiger Erholung ist derzeit erneut ein Rückgang zu verzeichnen. Wenig besser sieht die Situation der Schmutzgeier aus: In den letzten acht Jahren ist ihre Population in Mazedonien dramatisch eingebrochen und hat sich halbiert. Nur noch 22 Schmutzgeier-Paare brüten heute in Mazedonien.

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