Grünes Band in Thüringen ist Nationales Naturmonument

Symbol der europäischen Freundschaft: im Oktober besuchten die internationalen Teilnehmer der paneuropäischen Grünes Band-Konferenz den ehemaligen Eisernen Vorhang in Thüringen. Seit heute ist das Grüne Band Thüringen Nationales Naturmonument.

© Katharina Grund/ EuroNatur

Das Grüne Band bei Behrungen.

© Matthias Ditscherlein

Passend zum 29. Jahrestag des Mauerfalls in Deutschland hat der Thüringer Landtag heute, am 9. November, ein zukunftsweisendes Gesetz verabschiedet: das Grüne Band Thüringen wurde nach einem langwierigen Prozess zum Nationalen Naturmonument erklärt. Damit soll der einmalige Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze dauerhaft und flächendeckend geschützt werden. „Fast 30 Jahre nach der friedlichen Revolution brauchen wir dieses Mahnmal umso mehr. Hier entwickelt sich ein Todesstreifen zur Lebenslinie, mit einem einzigartigen Artenreichtum“, sagt Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund.

In Thüringen verläuft mit 763 Kilometern mehr als die Hälfte des insgesamt rund 1.400 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens. Der besondere Wert liegt in der einmaligen Verbindung von vielfältigen Naturlebensräumen mit Orten der Erinnerung, Resten historischer Grenzbefestigungsanlagen und kulturellen Einrichtungen wie den Grenzlandmuseen. 

EuroNatur begrüßt den Schritt Thüringens: „Im Schatten des früheren Eisernen Vorhangs haben sich Lebensräume erhalten, die anderswo längst verloren sind. Was einst trennte, verbindet heute. Dass Thüringen seinen Abschnitt des Grünen Bandes Europa nun flächendeckend schützt, ist ein positives Signal, das weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht“, betont EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

Das Grüne Band Europa erstreckt sich über 12.500 Kilometer als Korridor von Lebensräumen mit außergewöhnlicher Vielfalt entlang des einstigen Eisernen Vorhangs vom hohen Norden Europas bis zum Schwarzen und zum Adriatischen Meer im Süden. Das Grüne Band verbindet acht biogeografische Regionen und 24 europäische Staaten. 

Mehr über die Initiative Grünes Band Europa 

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Berner Konvention hat Verbrechen an der Natur im Blick

Staudämme, Kraftwerke, Flughäfen: Zahlreiche Beschwerden von Naturschutzorganisationen gegen zerstörerische Projekte auf dem Balkan

Positionspapier: Energiegewinnung ohne Naturzerstörung ist der Weg zur Klimaneutralität 2040

Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur veröffentlicht heute ein Positionspapier, das einen neuen zukunftsfähigen Weg für…

Widerstand gegen Flughafenbau in Albanien

Trotz ständigen Drucks seitens nationaler und internationaler NGOs hält die albanische Regierung am Bau eines Großflughafens bei Vlora fest – mitten…

Auszeichnung für slowenische Flussschützerin

Die Biologin Andreja Slameršek wurde am 11. November mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021 ausgezeichnet. Damit wird ihr unermüdlicher Kampf…

Albanische Gemeinde am Grünen Band Balkan ausgezeichnet

Die Kleinstadt Kukës im Nordosten Albaniens wurde als Modellgemeinde am Grünen Band ausgezeichnet. EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer…

EU-Pilotprojekt stärkt Naturschutz am Grünen Band Europa

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – der Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. 32 Jahre später zielt das von der EU finanzierte Projekt…

Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Forderung: EIB muss Umwelt- und Sozialstandards verbessern

EuroNatur und Bankwatch fordern strengere Regeln bei Wasserkraftfinanzierung der Europäischen Investitionsbank.

Zeichen für die Artenvielfalt: EuroNatur-Preis an Forschende des IPBES verliehen

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden haben den EuroNatur-Preis 2021 erhalten ++ Wissenschaft macht auf dramatisches Artensterben…

Artenvielfalt retten: Forschende des Weltbiodiversitätsrats erhalten EuroNatur-Preis

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden erhalten den EuroNatur-Preis 2021 ++ Dramatisches Artensterben ist menschengemacht ++…

Zwei Studien zur Renaturierung der Save und ihrer Flussauen veröffentlicht

Zwei brandneue Studien zur Revitalisierung der Save und ihrer Auen wurden veröffentlicht und vom 19. bis 22. September im Rahmen des Projekts Sava…

Erneute Gewalt gegen Umweltaktivisten in Rumänien

In den Karpaten wurden ein Waldschützer sowie zwei Journalisten von mutmaßlichen illegalen Holzfällern brutal verprügelt. Dies ist nicht der erste…

Weißstörche und menschlicher Einfluss

Eine vierteilige Webinarreihe informiert über aktuelle Entwicklungen anthropogener Einflüsse auf das Leben von Weißstörchen. Die Auftaktveranstaltung…

Donau-Drau-Mur-Region als Biosphärenpark anerkannt

Nun ist es offiziell: Entlang der drei Flüsse Donau, Drau und Mur liegt Europas größtes Flussschutzgebiet. Auf einer Länge von 700 Kilometern…

Saline Ulcinj: 2 Jahre RAMSAR-Gebiet

Vor zwei Jahren, am 10. September 2019, wurde die Saline Ulcinj im Süden Montenegros zum RAMSAR-Gebiet erklärt, einem Feuchtgebiet von internationaler…