Herdenzug für die Artenvielfalt

© Hans-Joachim Mathlage

600 Schafe und Ziegen, 7 Hunde und 20 Pferde: Heute startet die spanische Initiative MURUNA einen eindrucksvollen Herdenzug vom Westen in den Osten des Kantabrischen Gebirges mit einer Wegstrecke von über 220 Kilometern (12 Tagesetappen). MURUNA ist eine von spanischen Naturschützern getragene Initiative, die mit verschiedenen Aktionen ländliche Regionen mit hohem ökologischem Wert wiederbeleben und neu entwickeln will. Ziel des Hirtenzugs ist es, auf die große Bedeutung der Wanderweidewirtschaft (Transhumanz) für den Naturschutz aufmerksam zu machen.


Der Verlust der biologischen Vielfalt gilt als eines der größten Probleme unserer Zeit. Die Wanderweidewirtschaft unterstützt nachweislich den Transport von Pflanzensamen und trägt deshalb wesentlich zum Erhalt der Biodiversität bei. Sie hat darüber hinaus noch weitere ökologische Funktionen: So dient das grüne Netz der Viehwanderwege zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum und Wanderkorridor.


Darüber hinaus wollen die Naturschützer auf den Zusammenhang zwischen der Transhumanz und dem Überleben von Bär und Bartgeier hinweisen. Verendete Tiere stellen eine wichtige Nahrungsquelle für diese beiden Tierarten dar und sind wichtige Grundlage für deren Reproduktion. Auch für den Tourismus ist die Transhumanz interessant: Schon jetzt haben sich viele Naturliebhaber und andere Interessierte angemeldet, um den Herdenzug zumindest in Teilen begleiten zu können.

Weitere Informationen zur Aktion „Transhumanz für die Biodiversität“ finden Sie auf der Website der Initiative MURUNA (spanisch)

 


Gemeinsam mit der spanischen Naturschutzorganisation Fapas setzt sich EuroNatur seit Jahren für den Schutz der Braunbären ein. Mit Erfolg: Heute gibt es im Kantabrischen Gebirge mit um die 140 bis 160 Tieren fast doppelt so viele Bären wie noch vor gut zehn Jahren.


Link zum Faltblatt "Spaniens letzte Bären" (pdf-Datei, 611 kb)

Link zu EuroNatur-Partner Fapas

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